„Opt out“ ist keine Option!

Ich komme gerade aus einem 25-Stunden-Aufnahmedienst als Chirurg im AKh Linz (Dank an meine KollegInnen und Kollegen, Pflege, OP, Röntgenabteilung, etc. Es war anstrengend, aber ich denke, wir haben wieder Mal sehr gute Arbeit geleistet!):
6. Dezember, 8 Uhr, bis 7. Dezember, 9 Uhr – andere Leute feiern mit ihren Kindern Nikolo.

ein Skandal

Vieles wird in letzter Zeit über das so genannte „Opt out“ geschrieben. Von Spitalsträgern wird es so dargestellt, als wäre das temporäre Herausoptieren aus einer EU-Arbeitszeitrichtlinie die Lösung aller gesundheitspolitischen Probleme. Zumindest bis zur nächsten Landtagswahl könnte man wieder „heile Welt“ spielen.
Das „Opt out“ ist nichts anderes als die Anstiftung zur EU-Arbeitszeitgesetz-Umgehung!
Die Politik hatte 11 Jahre Zeit, um die Richtlinie von 2003 (!) entsprechend umzusetzen.
Es ist geht übrigens um die MAXIMALE Arbeitszeit. Dass OÖ und insbesondere die Pühringer-nahe GESPAG die MAXIMALE Arbeitszeit von 72 Stunden/Woche, 60 Stunden/Woche im Durchschnitt und 32 bzw. 49 Stunden am Stück als MINIMALE Arbeitszeit bei ihrer Personalberechnung bis jetzt verwendet haben, ist der Skandal an sich. Damit keine Übertretungen zustandekamen, wurden die meisten auch zu sehr kreativen Dienstzeitaufzeichnungen „subtil überredet“.

jeder zweite Medizinabsolvent wandert ab, da er in Österreich keine Zukunft sieht

Das ging solange gut, wie es einen Ärzteüberschuss gab. So bin ich vor ca. zehn Jahren aus Wien (damals drei Jahre Wartezeit) nach OÖ gekommen. Ich bin mittlerweile mit Familie sesshaft in OÖ. Aus heutiger Sicht hätte ich 1. keinen Grund aus Wien wegzugehen, da keine Wartezeit und bessere Arbeitsbedingungen, und 2. würde ich nicht nach OÖ gehen. Wenn ich schon weggehe, dann nach Deutschland, Dänemark, Niederlande, Norwegen oder Großbritannien.
Heute wandert jeder zweite Medizinabsolvent ab, da er in Österreich keine Zukunft sieht. Daran wird auch eine Meduni Linz nichts ändern, sollten die Arbeitsbedingungen nicht besser werden.

„Opt out“ zum Wort bzw. Unwort des Jahres 2015

25 Stunden am Stück sind genug und 48 Stunden/Woche im Durchschnitt auch (jedenfalls im restlichen Europa), um Medizin auf einem hohen Niveau anbieten zu können.
Dass es dafür mehr Personal braucht, ist klar. Dass ich in einem EU-weiten Wettbewerb entsprechende Rahmenbedingungen anbieten muss (Ausbildung, Arbeitszeit, Gehalt) ist logisch.
Meine Generation ist nicht mehr bereit, durch Raubbau an ihrer körperlichen Substanz eine EU-gesetzwidrige, systematische Ausbeutung durch die OÖ-Gesundheitspolitik zu unterstützen!
Daher: NEIN zum „Opt out“!
Ich schlage übrigens „Opt out“ zum Wort bzw. Unwort des Jahres 2015 vor.

Dr. Alexander Rothe, Oberarzt an der 2. Chirurgie AKh Linz

19 Kommentare
  1. Rehrmann
    Rehrmann says:

    Vom Arztdasein in Amerika

    Die Macht der Ärzte

    Donnerstag, 18. Dezember 2014

    Ich sollte einmal wieder in einem mir bisher unbekannten Kleinstadtrankenhaus im Westen des ländlich geprägten Bundesstaates Minnesota aushelfen. Bevor es so weit war, musste natürlich ein anstrengender Bürokratie- aber auch Verhandlungsprozess absoviert werden, doch nun endlich arbeitete ich meine ersten Dienste. Natürlich bin ich weiterhin angestellt in meinem Großkrankenhaus in Minneapolis, aber solche Nebentätigkeiten mache ich stets gerne.
    Dabei sollte ich nicht nur die internistische Visite im Krankenhaus jeden Tag machen, sondern war am Wochenende auch rund um die Uhr für Fragen des Krankenhaus­personals, aber auch für einige örtlichen Pflegeheime und Aufnahmen aus der Notaufnahme verantwortlich. Ich war sozusagen Tages- und Visitearzt unter der Woche und am Wochende zusätzlich diensthabender Nachtarzt und per Telefon für einige Pflegeheime verantwortlich. Wenn man die Arbeitsstunden zusammenrechnet, so habe ich in fünf Tagen 92 Stunden gearbeitet – nicht ganz ohne.

    Am zweiten Arbeitstag kam der Krankenhausdirektor höchstpersönlich in mein Stations­büro, um sich mir vorzustellen und mich kennenzulern. Man merkte, dass ich nicht der erste neue Arzt war, denn er verwechselte meinen Namen, kannte meinen beruflichen Hintergrund nicht und hatte vergessen, dass ich aus Deutschland komme.
    Er war aber, wie jeder Krankenhausdirektor den ich bisher getroffen habe, ein sehr umgänglicher Mensch, man sah ihm solche Dinge schnell nach und so sprachen wir zunächst über Belangloses bis wir schlussendlich zum mich eigentlich interessierenden Thema, der Restrukturierung des Krankenhauses und des örtlichen Gesundheits­wesens, kamen.
    Wie sich herausstellte hatte das Krankenhaus in den letzten Jahren deutliche Verluste gemacht. So hatte man angefangen beim Pflegeperson zu sparen und einige nicht-profitable Stationen wie z.B. die Reha- und die Psychiatriestation geschlossen und andere, wie die Intensivstation, verkleinert.
    Viele wurden entlassen, und die Aufgaben wurden auf das verbliebene Personal neu verteilt, wobei die regionalen Hausärzte, die mit dem Krankenhaus verbunden sind, überproportional viele neue Aufgaben übernehmen mussten wie z.B. die Visite ihrer Patienten im Krankenhaus, nachts die Krankenhausdienste untereinander aufteilen, die Pflegeheime abdecken und darüberhinaus bei einer Zunahme der ambulanten Patientenfälle ihre eigentliche Praxistätigkeit auf hohem Niveau fortsetzen. Es war offenkundig, dass diese Veränderungen nicht positiv aufgenommen wurden.
    Einer nach dem anderen der Ärzte kündigte bis nur noch zwei Hausärzte übrig blieben – für eine Kleinstadt mit etwas weniger als 15.000 Einwohnern wirklich nicht ausreichend. „Wir hatten eine Krise der ambulanten Versorgung”, wie mir der sympathische Direktor und Mittfünfziger erzählte, „und man stellte mich ein um sie zu lösen, und so zog ich von der Großstadt Milwaukee hierher”. Er strahlte förmlich bei diesem Gedanken.
    Das Hospitalistenprogramm wurde aus der Not heraus geboren, man gab ihm ein eher großzügiges Notfallbudget und ich wurde unbewußt Teil der neuen Strategie, um die Hausärzte zu entlasten; tatsächlich blieben nicht nur die beiden verbliebenen Hausärzte, sondern mehrere neue konnten im Laufe des Jahres eingestellt werden. Die Krise schien sich zu entspannen, wenngleich es noch immer keine stationären Ärzte gab und man nach welchen suchte.
    Da ich zum ersten Mal nun in diesem Krankenhaus arbeitete, war der Direktor vorbeigekommen, um vorzufühlen, ob ich Teil der permanenten Lösung werden wolle, er machte mir letztlich ein Arbeitsangebot. Als ich dieses höflich, aber bestimmt ablehnte, verabschiedete er sich nach zwei, drei Minuten mit einigen netten Sätzen wieder. Seither habe ich ihn nicht wieder gesehen.
    Aber ein wichtiges Fazit blieb mir im Sinn: Die Macht der Ärzte, einfach zu kündigen, einfach zu gehen, darf man nicht unterschätzen. Die Ärzteschaft hat eine Verantwortung für kranke Menschen, aber nicht für Fehlentscheidungen seitens der Politik und Verwaltung – das sollte nie vergessen werden.(!!!!!!!!)

    aus: Deutsches Ärzteblatt Blog „Arztsein in Amerika“

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  2. Dr. med. Oliver Oettel
    Dr. med. Oliver Oettel says:

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    nach knapp zwanzig Jahren Tätigkeit als Arzt, inklusive AiP, Assistentenjahre in Deutschland und Norwegen, Niederlassung als Facharzt sowie drei Jahre Teilzeitanstellung als Facharzt in OÖ (gespag) und zuletzt noch ein Jahr Assistenzarzt in einem für mich neuen Fachbereich an einem deutschen Krankenhaus, blicke ich auf manche Erfahrung zurück.
    Bezüglich der aktuell diskutierten Probleme:
    jede Form von Dienst mit mehr als 12 Stunden Anwesenheitspflicht halte ich für schlichtweg bekloppt. Jeder Mensch benötigt Pausen. Pausen als Arzt im Krankenhaus habe ich de facto nie erlebt, denn das Telefon (füher „Piepser“) kann/darf/soll nicht ausgeschaltet werden und man steht somit immer „unter Strom“ (dies belastet jede Einzelne/jeden Einzelnen sehr unterschiedlich, es sollte aber immer vom schwächsten Glied einer Kette ausgegangen werden). Es sind Studien bekannt geworden (Entschuldigung, ich müsste jetzt für korrekte Quellenangaben erst recherchieren, aber dies tue ich aus Zeitgründen nicht), nach denen Komplikationen auch mit tödlichem Ausgang für Pat. in den Zeiten der „Bereitschaftsdienste“ signifikant häufiger sind, als während der „Regelarbeitszeiten“. Reaktionstests bei jungen Ärzten/Ärztinnen, die morgens nach einem 24hDienst aus dem Krankenhaus kamen und mit dem Auto nach Hause fahren wollten, ergaben Zeiten, die mit Alkoholspiegeln ÜBER der Grenze zur Fahruntauglichkeit vergleichbar waren. Nicht mehr Autofahren dürfen, aber noch fleißig operieren? Hurra! Ich selbst HABE IN MEINEN LETZTEN WEITERBILDUNGSJAHREN BEI EINER SECTIO MORGENS UM HALB FÜNF MEINEN PAT. IMMER MITGETEILT, DASS ICH SEIT FAST 24 STUNDEN IM DIENST UND HUNDEMÜDE UND NICHT MEHR VOLL LEISTUNGEFÄHIG BIN. Eigentlich hatte ich immer gehofft, dass sich mal irgendjemand von Pat.Seite ob dieses Skandals bei der Krankenhausleitung beschwert. Nie kam das vor. Immer nur Ungläubigkeit, als ob ich da eine erfundene Story erzähle. HIER muss meiner Meinung nach angesetzt werden: DIE ÖFFENTLICHKEIT und PATIENTEN wirklich kanllhart aufklären und nicht immer die „Almdoktor-Story“ von den HELDinnEN IN WEISS, die nichts umhaut, vorgaukeln. PLAKATE wie z.B. „WOLLEN SIE VON MIR OPERIERT WERDEN?“ mit einer vermeintlich angetrunkenen Ärztin oder Arzt, die in Wirklichkeuit „nur“ schlaftrunken sind könnten „wachrütteln“.
    Die Bedingungen in Deutschland sind wahrlich keinen Deut besser als in OÖ. Während meiner Zeit in OÖ (2010-2013) empfand ich zunächst die Bedingungen dort als vergleichsweise sehr gut, so endete die Arbeitszeit der Vollzeitangestellten fast täglich schon vor 14 Uhr. Allerdings: im Laufe der Zeit bemerkte ich Veränderungen, die in die schlechte Richtung gingen. Vermutlich ging es genauso weiter.
    OPT-OUT ist nichts anderes als Zeit verschenken.
    Meine Zeit von 1999-2001 in Norwegen zeigte mir, dass es auch anders geht: Überstunden wurden bezahlt, mit entsprechenden Zuschlägen bis zu 200%!, so dass die Arbeitgeber vermieden, dass es überhaupt zu Überstunden kommt und lieber Personal einstellten. B-Dienste hatten einen fixen Grundlohn, Einsatzzeiten (auch Telefonate!) wurden schriftlich dokumentiert und wie Überstunden bezahlt. Um die Höchstarbeitszeitgrenze (wohlgemerkt: 1999-2001 !!!) einzuhalten gab es einen fixen Dienstturnus mit geplantem Freizeitausgleich: ein BD-Tag pro Woche: Mo, Di, Mi, Sa, Fr./So, zuletzt Do und nach einem solchen Zyklus, 10Tage frei. Da waren zwar immer noch Dienstzeiten mit über 24 Stunden Anwesenheit drin, aber aufgrund der gesamten Organisation, war es erträglich und fair. Ich weiss allerdings nicht, wie es jetzt, über zehn Jahre später, in Norge diesbezüglich aussieht.
    Ich plädiere dafür einzutreten, dass kein ärztlicher Dienst länger als 12 Stunden dauert! Natürlich braucht es dafür mehr Personal. Aber: wenn jetzt nicht diesbezüglich etwas unternommen wird, wird es nur schlimmer und noch schwerer ärztliches Personal zu gewinnen und eine gute Pat.Versorgung zu gewährleisten!

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  3. Rehrmann
    Rehrmann says:

    Geehrte Kolleginnen und Kollgen,
    mit großem Intresse habe ich die Beiträge gelesen,die sich so positiv mit meinem Heimatland Deutschland auseinandersetzen.
    Doch ich muß hier leider einige Wehrmutstropfen vergießen.
    Opt-out ist in Deutschland schon seit vielen Jahren eine bittere Realität und ein Freibrief für viele Arbeitgeber auf das Arbeitszeitgesetz zu pfeifen und selbstredend für die Mehrarbeit nichts zu bezahlen.
    Laut Erhebungen des Marburger Bundes,schenkt somit jeder Arzt seiner Klinik im Durchschnitt 1500-2000€ brutto im Monat(sic!).
    Wenn einer der hier im Forum vertretenen Kollegen an einer Uniklinik in Deutschland gelandet ist,die sich an das Arbeitszeitgesetz hält,bzw. diese bezahlt, kann ich nur sagen:Herzlichen Glückwunsch und dort unbedingt bleiben,wenn man dann auch noch etwas lernt-toll!!!
    Dies ist in Deutschland allerdings keinesfalls die Regel.
    Besonders unrühmlich bei der exzessiven Nutzung des Opt-out tun sich in Deutschland die Kliniken in öffentlicher Trägerschaft hervor.Bisher haben nur einige Kliniken und auch die privaten Klinikkonzerne die Mehrarbeit vergütet.
    Zusammenfassend kann ich ,aus eigener Erfahrung ,nur sagen,daß jetzt in Österreich das nachgemacht wird, was in Deutschland schon längst üblich ist.
    Also kann ich also jeder Kollegin/Kollegen aus Oberösterreich sagen,daß Deutschland keineswegs das Land ist, in dem für junge Mediziner Milch und Honig fließen.
    Auch hier gilt:Trau schau wem und im Zweifelsfall die vorgelegte Opt-out Erklärung einfach „verlieren“,denn opt-out kann erst wieder nach 6 Monaten gekündigt werden.(Nähere Informationen dazu auf der Seite des Harmannbundes und dort gibt es auch eine Liste von Kliniken in Deutschland,die man besser meiden sollte.Eine ähnliche Rubrik gibt es auch bei MediLearn unter dem Titel Klinikwahrheiten)

    In diesem Sinne herzlich- kollegiale Grüße und ich drücke allen den Daumen beim Kampf

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  4. Univ.-Prof Dr. Jörg Berg
    Univ.-Prof Dr. Jörg Berg says:

    Opt-out, auch für die Dauer der Verhandlungen, ist keine Lösung sondern eher eine Hinhaltetaktik.
    Die Nacht- und Wochenend-Dienste gehören grundsätzlich reformiert: Wenn man im KH anwesend ist, gehört eine Pauschale für die Anwesenheit bezahlt. Wenn man in der Anwesenheitszeit arbeitet, gehört dies entsprechen entlohnt, üblicherweise 2x Stundensatz. Die Arbeitsbelastung in den Diensten sind sehr unterschiedlich. Man kann aber für die verschiedenen Abteilungen und Funktionen eine durchschnittliche Arbeitsbelastung ermitteln und diese dann ansetzen als Dienstbelastung: je nach Funktionsbereich 50 – 100 %.
    Zumindest so könnte man mehr Gerechtigkeit in die Dienste und ihre Vergütung bekommen.
    Beste Grüße
    Jörg Berg

    Antworten
  5. Alexander Egger
    Alexander Egger says:

    Genau wegen der damals extrem schlechten Arbeitsbedingungen bin ich 2006 emigriert. Ich war sogar so desillusioniert, daß ich in die Arbeitsmedizin abgewandert bin. Diese Schritte habe ich bis heute nicht bereut. Damals konnten sich Ärzte noch nicht wehren. Aber nun – 10 Jahre nach Deutschland – wendet sich das Blatt. Zeigt den Managern, wo es lang geht!

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  6. Dr. Christian Haas-Stockmair
    Dr. Christian Haas-Stockmair says:

    Wahre Worte!

    Seit 1975 wurde die 40 h Woche in Österreich umgesetzt, für ganz Österreich?
    Nein, einige Berufsgruppen wurden davon ausgenommen.
    Man stelle sich vor in der Zeit, in der andere Väter und Mütter Zeit mit ihren Kindern oder Partnern verbringen, da arbeiten geldgierige Fachärzte und Ärzte in Ausbildung zu Weihnachten, an Wochenenden oder einfach mal unter der Woche für einen Netto-Stundenlohn der meinen Mechaniker schmunzeln lässt.

    Ich für meinen Teil bin immer wieder begeistert von der Natur. Sie läuft in ihrem Rhythmus, muss es sogar um zu funktionieren.
    Nachtarbeitszeiten haben, so weiß man nicht erst seit gestern, einen deutlich negativen Effekt auf uns. Zugegeben, meine Kollegen und ich werden nicht aufhören mit den Nachtdiensten da uns unsere Patienten am Herzen liegen.
    Aber wer wird uns helfen können, wenn wir körperlich und emotional zugrunde gehen unter diesen Bedingungen?

    Also ich stelle mir nun die Frage, wer hat unseren Fachleuten, also den Politikern im Gesundheitsbereich, den Krankenhausträgern und Managern argwöhnisch verschwiegen was da vor sich geht?
    Ich gehe von der Einzeltäter-Theorie aus, so etwas denkt sich nur einer aus… es bleibt die Hoffnung, dass sich diese Person nicht entschlägt…

    So blicke ich in eine Zukunft, in der ich mich beruhigt auch weiterhin im öffentlichen Gesundheitswesen in Behandlung geben werde.

    PS: Sarkasmusanteile sind nicht rein zufällig!

    Antworten
  7. Susanna
    Susanna says:

    Oh, ich kann dir nur 100% zustimmen. Ich gehöre zu denen, die aus den oben genannten Gründen Österreich leider verlassen haben. Liebe Grüße aus der Schweiz.

    Antworten
  8. Dr. Paul Stockmair
    Dr. Paul Stockmair says:

    Hallo Alex!

    Meine volle Zustimmung zu deinem Beitrag und liebe Grüße aus Braunau.

    Sagen wir geschlossen: Nein zum Opt Out!

    Antworten
  9. Andreas
    Andreas says:

    Haftungsfalle opt out:

    Bisher kam es kaum zu Prozessen nach Übermüdungsfehlern, da die Träger großzügige Haftpflichtversicherungen für ihre Ärzte abgeschlossen haben. (Dies aber nicht wegen der Wertschätzung, sondern um selbst aus dem Schußfeld „Organisationsverschulden des Krankenhauserhalters“ zu bleiben.)

    Ein Arzt, der opt out unterschreibt, beraubt sich dieses Arguments und läuft Gefahr, der Einlassungsfahrlässigkeit bezichtigt zu werden.

    Eine Falle, die sehr versteckt angebracht wurde, die aber, wenn sie zuschnappt, die Ärztevertreibung aus dem Bundesgebiet noch beschleunigen wird.

    Wem nützt das? Den Patienten sicher nicht…

    PS: Leserbriefe schreiben ist gut. Gute Übung: so schreiben, daß die Zensur nicht zuschlägt 😉

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  10. Dr Michael Dolezal
    Dr Michael Dolezal says:

    Hallo Alex, Zustimmung! Die Darstellung in der Öffentlichkeit, das Opt Out sei eine Lösung für „unser“ Problem mit der Arbeitszeit, ärgert mich schon längere Zeit. Verschiedentlich wird der Eindruck erweckt, wir wollten die Überstunden. Richtig ist, wir wollen endlich, im Vergleich mit anderen Branchen mit einem halben Jahrhundert Verspätung, eine Normalisierung unserer Arbeitszeit. Man bedenke, die 48-Stunden pro Woche (unser Ziel!!) sind immer noch um fast 25% mehr als bei der Mehrheit der Bevölkerung. Dass man auf uns in Form des Opt Out die Folgen einer Serie von Totmannspielchen unserer Politiker während der vergangenen Jahre abladen will, ist im höflichsten Fall als skandalös zu bezeichnen. Die Idee “ Opt Out “ als Unwort des Jahres zu nominieren, unterstütze ich.

    Antworten
  11. Alexander Seewald
    Alexander Seewald says:

    Spitzen Kommentar und absolut treffend, kann auf jede Abtrilung übertragen werden. Dieser Text sollte morgen auf Seite 1 der OÖN stehen!

    Antworten

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