Offener Brief an Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

Als Sie über die Medien ankündigten allen Spitalsärzten einen persönlichen Brief zu schreiben, war ich gleichzeitig überrascht und neugierig.
Überrascht, weil ich nicht erwartet hätte dass Sie als Landeshauptmann überhaupt genügend Zeit dafür finden würden, jedem Arzt persönliche Zeilen zu widmen. Neugierig, weil Sie uns bzw. mir eventuell neue Fakten darlegen würden, die mich überzeugen könnten, doch das laut Ihren Angaben attraktive Angebot anzunehmen.
Meine Reaktion auf Ihr Schreiben war dann eine andere, nämlich schlicht Enttäuschung, physisch durch Kopfschütteln zum Ausdruck gebracht.

Ich werde nun einen Teil meiner geringen Freizeit dafür aufwenden, Ihnen als Landeshauptmann, Gesundheits- und Finanzreferent des Landes OÖ meine persönliche Antwort zu schreiben, um Ihnen mitzuteilen, was ich über Ihr Angebot denke.
Zu allererst möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen – ich bin ein echter Linzer, hier geboren und aufgewachsen, die Schulen besucht und zwecks Medizinstudium nach Wien gegangen. Danach gleich wieder nach Linz zurückgekehrt, um in einem geistlichen Haus den Turnus zu absolvieren, trotz der Möglichkeit für einen sofortigen Berufseinstieg an der Med. Uni Wien. Ich hatte nach vollendeter Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin an drei verschiedenen hochangesehenen Abteilungen im Linzer Zentralraum Stellenangebote, obwohl 2010 die Situation noch eine etwas andere war als 2014.
Ich habe mich dennoch bewusst für die Ausbildung zum Unfallchirurgen an einem Gespag-Standort in der Peripherie (LKh Freistadt) entschieden, obwohl es im damaligen Kollegen/Freundeskreis auf teilweises Unverständnis stieß.
Zu keinem Zeitpunkt habe ich diese Entscheidung bisher bereut. Das kleine Team, die kollegiale Atmosphäre zwischen den einzelnen Abteilungen und der abwechslungsreiche Arbeitsalltag sind nur ein paar Argumente, warum ich gerne „dort am Land“ arbeite.
Bis zum Ende meiner Facharztausbildung verbleiben mir nur noch knapp zehn Monate, und zunehmend verspüre ich nur noch eines – Frustration.

Frustration darüber, als Teil der Ärzteschaft in keiner Weise von Ihnen als Gesundheitsreferenten ernst genommen zu werden.
Frustration darüber, dass es von politischer Seite keine Wertschätzung gibt, welche Arbeit tagtäglich in den gespag Spitälern und darüber hinaus geleistet wird bzw. diese nicht marktkonform honoriert wird.
Frustration darüber, dass das wirtschaftlich reichste Bundesland Österreichs, welches Sie wo immer möglich stolz repräsentieren, offensichtlich kein Interesse hat, auch hinsichtlich des medizinischen Leistungsspektrums an erster Stelle zu sein.
Frustration darüber dass unser aller Steuergeld neben unermesslich teuren Kulturstätten in den Neubau einer med. Fakultät fließt, deren Sinn ich für mich persönlich hinterfrage; Kultur ist zweifellos wichtig, aber ist es bei der Medizinischen Versorgung der Landsleute nicht so?

Frustration darüber, dass wir sehenden Auges in eine medizinische Unterversorgung steuern, die durch kluge politische Steuerung vermeidbar wäre. Stattdessen wird von den Ärzten weiter gefordert, das geltende EU-Recht zu brechen oder zumindest bis aufs Äußerste zu verbiegen.
Frustration spiegelt meine aktuelle Gefühlslage wider, trotz oder gerade wegen der Tatsache einer beinahe abgeschlossenen Ausbildung zum Facharzt für Unfallchirurgie. Ich bin 35 Jahre alt und werde mein Arbeitsleben ausschließlich im Spital verbringen, vermutlich noch einmal für die Anzahl meiner bisherigen Lebensjahre.
Angesichts der Tatsache, dass es von Ihrer Seite keinerlei Anstrengungen gibt, entsprechende Anreize zu setzen für eine dauerhafte Lösung des zunehmenden Ärztemangels, verstärkt sich dieses Gefühl zunehmends – unter KollegInnen quer durch alle Spitäler und Abteilungen.

Die von Ihnen in den Medien veröffentlichten Durchschnittsgehälter kann ich in keinster Weise nachvollziehen und ich finde es befremdlich, dass durch die von Ihnen dargestellten Summen einerseits eine Neiddebatte in der Bevölkerung provoziert wird, andererseits die Veröffentlichung der realen Gehälter bewusst vermieden wird, und somit für Außenstehende kein fairer Vergleich möglich ist.
Im Gegenzug bitte ich Sie, legen Sie ihr Gehalt und das Ihrer engeren Mitarbeiter inklusive sämtlicher Zulagen offen, um der Bevölkerung einen Vergleich zu gestatten.

Wenn Sie in Ihren über die Medien verbreiteten Aussendungen darüber sprechen, für die jüngeren Ärzte Verbesserungen einführen zu wollen, dann sollte ich mich dadurch direkt angesprochen fühlen, ich bin sozusagen die Zielgruppe Ihrer Bemühungen. Aber um ehrlich zu sein, ich fühle mich garnicht angesprochen, sondern eher verkauft.
Wo ist Ihr attraktives Angebot für Assistenzärzte wie mich? Ich soll durch meine Unterschrift zum Opt Out weiterhin wie bisher die Wochenarbeitszeit auf bis zu 72h ausdehnen, im Gegenzug würde ich zwischen 23 und 29€ brutto mehr bekommen für geleistete Überstunden, ab der 49. Stunde in einem Durchrechnungszeitraum von 17 Wochen wohlgemerkt, wobei Urlaub und Krankenstand mitgerechnet werden. Wo bitte ist hier das attraktive Angebot zu sehen?
Sie wollen die Gebühren umverteilen, sozusagen nach ihrem persönlichen Gutdünken vergeben? Abgesehen davon, dass es sich bei Ambulanzgebühren um Entgelte für fachärztliche Leistungen handelt, frage ich mich allen Ernstes, wieso Sie glauben, dass Sie dadurch attraktive Perspektiven für meine Zukunft schaffen könnten.

Wo ist denn die Attraktivität einer Anstellung als Facharzt in einem gespag Spital zu sehen, wenn neben einer von Ihnen verweigerten Erhöhung des Grundgehaltes und einer mickrigen Überstundenbezahlung auch noch die Gebühren (durch Sie) neu verteilt werden sollen? Die Verteilung ebendieser Gelder wird transparent und fair durch die Ärztekammer geregelt, insofern kann ich mich nicht des starken Verdachts erwehren, dass die mediale Diskussion Ihrerseits über (stark schwankende!) Nebengebühren auch nur die überflüssige Neiddebatte über Ärztegehälter schüren soll.
Wo ist der Anreiz für einen OÖler wie mich, auch weiterhin in diesem meinem Bundesland ein Teil der medizinischen Dienstleistungsgesellschaft zu sein?
Die Loyalität zum Dienstgeber, wie sie in einer powerpoint Präsentation von uns erbeten wurde, ist kein angemessenes Argument angesichts umgekehrt fehlender Wertschätzung den Dienstnehmern gegenüber. Die ebenfalls via Printmedien ausgesprochene Drohung einer Urlaubssperre und Streichung von (gesetzlich verpflichtenden) Fortbildungen ist für mich nur mehr das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i.

Ich habe am Standort Freistadt eine ausgezeichnete Ausbildung erhalten und dafür bin ich auch dankbar. Aber angesichts der düsteren Aussichten in Bezug auf die Arbeitsbedingungen der angestellten Ärzte in OÖ bei zu erwartender weiterer Steigerung der Belastung des einzelnen Arztes werde ich mich natürlich fragen, ob es nicht Alternativen zur aktuellen Situation gibt. Und dafür mache ich in keiner Weise mein direktes Arbeitsumfeld sprich die ausgezeichnete Unfallchirurgie Freistadt verantwortlich, sondern generell die schlechter werdenden Perspektiven einer Gesundheitspolitik, die kurz vor dem Abgrund steht. Die PatientInnen in OÖ werden leider die Folgen verspüren, dies ist aber sicher nicht den täglich in den Ambulanzen und OPs arbeitenden ÄrztInnen anzulasten.
Ich bitte Sie daher, nein, ich fordere Sie höflich dazu auf, endlich wirklich marktkonforme Bedingungen zu schaffen, um mir und allen meinen KollegInnen das Dableiben leicht zu machen.

Hochachtungsvoll,
Dr. Alexander Seewald
FA in Ausbildung Unfallchirurgie
LKH Freistadt

Als Unterstützer deklariert:
Dr Michael Dolezal
FA Anästhesiologie
Klinikum Salzkammergut

66 Kommentare
  1. AR
    AR says:

    Liebe Ärzteschaft,

    sind sie nun alle zufrieden das sie mehr Geld erhalten?

    In Deutschland herrschen dieselben Probleme und teilweise noch schlimmere Situationen und die Bezahlung ist keineswegs besser, so wie in den Verhandlungen und auch hier Argumentiert wurde. Ich weiß das, weil ich seit längerem in Deutschland tätig bin und die Chance hatte dies zu verfolgen.

    Sehr interessant mit welchen Unwahrheiten diese Verhandlungen von Seiten der Ärztekammer in Österreich durchgesetzt wurden. Man konnte auch erfahren das ein ehemals hochrangiger Journalist einer Namhaften österreichischen Zeitung von der Ärztekammer beauftragt wurde Pressemeldungen nach deren Wunsch zu verfassen und zu veröffentlichen und dafür eine exorbitant hohe Pauschale erhalten haben soll!! Was man sich nicht alles leisten kann mit mehr Gehalt.

    Eine Schande für Österreich…

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  2. Ing Ernst hemelmayr
    Ing Ernst hemelmayr says:

    Als Grundbedingung wäre – Ich weiß es früher von einem Schulkameraden, der von der VÖEST ein Stipendium erhielt und dafür sich verpflichten mußte – ich glaube 3 Jahre dort gegen Bezahlung arbeiten mußte. Das könnte man bei unseren Studenten ja auch verlangen. Wir Steuerzahler zahlen für die Ausbildung von unendlich vielen Menschen (der Anteil der Österreicher ist sehr wenig)
    Damit hätten wir …..

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    • Andreas
      Andreas says:

      Man könnte auch die Arbeitszeitrichtlinie der EU einhalten. Man könnte auch international adäquates Gehalt zahlen. Man könnte aufhören, auf dem Rücken der Patienten zu sparen, indem man Kassenstellen schafft. Man könnte den parteipolitischen, für Patienten unproduktiven Wildwuchs an Controllern, Vorständen usw im KH Bereich ausmisten.

      Oder man vertreibt einfach weiter die Jungen aus dem Land.

      Denn Geld ist offenbar massenhaft da. (300 Mio für Hubschrauber und 20 Mrd für eine Provinz-Pleite-Bank)

      Die Landeshäuptlinge setzen halt Prioritäten…

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  3. Stefan B
    Stefan B says:

    Bei mir ist leider schon komplette Resignation eingetreten Zahlen zu kommunizieren. Im Regelfall gibt es Interessensgemeinschaften die ohne jegliche quantitative Grundlage irgendwas daherschwafeln was ihnen dienlich ist. Ich hab unzähliche Arbeitsmarktanalysen gemacht: Wissenschaft, Lehrberufe und und und… leide immer das gleiche Spiel.

    Wenn Sie tatsächlich am status quo der Medizin in Ö interessiert sind (auch internationaler Vergleich) empfehle ich Laien die OECD: http://www.oecd.org/health/health-at-a-glance.htm

    Sie werden nach der Lektüre Folgendem beipflichten müßen.

    1. Wir hatten über Jahre, im internationalen Vergleich eine der höchsten Absolventenzahlen: 19,9 pro 100.000 Einwohner (die Zahl ist sogar exklusive Ausländische Absolventen Jahr 2011). OECD Schnit = 10.6

    2. Wo es wirklich einen Mangel gibt sind Pflegekräfte. 7.8 pro 100K versus 8.8 im Schnitt

    3. Im OECD Schnitt sind 32% der Ärzte > 55. In Ö lediglich 23%. Wir haben eine sehr junge Ärzteschaft

    4. Die Feminisierung der Medizin schreitet extrem schnell voran: In Ö momentan 45%. Viele Statistiker glauben daß diese Entwicklung ein Faktor bei der schlechten Basislohnentwicklung ist. Oftmals sind Branchen mit hohem Männeranteil besser bezahlt. Ich verurteile das, scheint aber leider so zu sein.

    5. Wir hatten 2011 eine Arztdichte von 4.8 pro 100K EW. Dritthöchste der OECD. OECD Schnitt = 3.2. In Ö sinds pro person jedoch nur 6.8 Arztbesuche / Jahr (also genau im OECD Schnitt) (Ich glaube mich erinnern zu können dass die Zahl der Arztbesuche momentan sogar zurückgeht -> das ist auch einer der Hauptgründe für den „schrumpfenden Kuchen“)

    6. Einen Ärztemangel sieht die OECD in Ö nur punktuell (wie gesagt strukturarmer ländlicher Raum) Flächendeckend nur in Frankreich oder Italien. Selbst in DE nicht. Italien bezweifeln wegen der demogr. Entwicklung viele.

    7. Die Einkommensentwicklung ist seit 2005 für fast alle Med Spaten positiv und über der Inflationsrate. Unter Akademikern haben Mediziner mit Abstand die höchsten Gehälter.

    Studien aus 2012&2013 legen nahe daß Ö zunehmend ein Zielland von Ärztemigration aus dem Osten wird (Stichwort BIP Wachstum in Osteuropa). Insgesamt kann man sagen: Je größer die Ärztediche in einem Land desto größer die Push Faktoren für Einzelne das Land zu verlassen. Das sieht man überall und hat interessanterweise wenig mit Einkommen zu tun.

    Es gibt ganz wenig Studien zu Ärzten die nach der FA Ausbildung im Ausland wieder zurückkommen, doch erste Zahlen legen nahe daß über 75-80% wieder kommen. In den letzten Jahren hat sich der Trend eingestellt zur Ausbildung nach DE zu gehen um sich den Turnus in Ö und somit Zeit zu ersparen.

    Der Wichtigste PUSH FAKTOR von allen in Ö ist einfach die zu hohe Ärztediche! Das zeigen alle Zahlen unisono (Quelle Liebenberg: Ärztemobilität in Europa). Die hohe Dichte wirkt sich natürlich auch ganz massiv auf die Gehälter aus…

    Ich hab es in der Debatte schön langsam satt daß von Seiten der Medizin vollkommene Unkenntnis über den status quo herrscht. Weder Zahlen noch Trends sind denen die am lautesten Schreien bekannt. Der Grund warum soviel geschrien wird?: Das gesundheitssystem vollkommen saturiert ist und der gesundheitssektor ändert sich rapide (Stichwort Präventivmedizin). Die goldenen Zeiten sind durch internationale Arbeitsmigration wie in so vielen Branchen auch in der Medizin vorbei. Das nächste Kapitel wird die Umverteilung. Die Ärztekammer verschließt m. M. nach die Augen davor.

    Die Ärztevertreter können nur argumentieren wenn sie einen Ärztemangel propagieren. Ehrlich gesagt: Zu dem wird es mit Nichten kommen. Die Zahlen der OECD und viele andere beweisen das…

    Also: In der Medizin ist eine abgehobene Debatte über Vergütung eingetreten, die die gesamtwirtschftliche Lage der Bevölkerung ausklammert und vor allem eigennützigen Motiven folgt! Das Mediziner vernünftige Wochenarbeitszeit haben sollen; dem stimme ich zu. Wenn die Medizin eine andere Entlohnungsstruktur will muß sie vor allem die Asymmetrie in der Entlohnung abbauen (hier ist das Zahlenmaterial noch eindeutiger!). Also ist die Gehaltsdebatte eine Medizin interne Umverteilungsfrage und braucht kein externes Geld.

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      • Stefan B
        Stefan B says:

        Ich arbeite normalerweise nur mit Zahlen des statistischen Bundesamtes, der EU oder der OECD. Es gibt und wird in den nächsten Jahrzehnten keinen Ärztemangel in Ö oder DE geben. Bitte den Bericht der OECD lesen (die erheben die besten Daten).

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    • Andreas Hofer
      Andreas Hofer says:

      und @ SP: Ihre Beiträge sind sehr interessant und vielleicht ist es nun mal Zeit die Argumente zu bündeln und zu versuchen die richtige Schlüsse zu ziehen. Offensichtlich komme Sie nicht aus dem krankenhausärztlichen Bereich, haben aber Erfahrungen mit Studien/Statistik und dergleichen. Zusammen kommen wir vielleicht weiter:
      1. Wenn Österreich eine mit Abstand größte Ärztedichte hat, ist es schon überhaupt nicht zu verstehen, dass mit der Umsetzung der 48h so lange gewartet wurde und das noch bis 2021 hingezogen werden soll. Die Verantwortlichen & Politiker gehören sofort abgesetzt!!!
      2. Auch wenn Ihre Argumentation schlüssig ist, wird Ihnen jeder Klinik(!)Arzt bestätigen, dass es im Krankenhausbereich in den letzten 2 Jahren einen deutlich spürbaren Ärzteschwund gegeben hat der sich eindeutig zu einem Mangel auswächst. die Frage ist also, wieso das so ist?
      Etwas Erhellung bringt das hier: http://kurier.at/chronik/oesterreich/aerztemangel-trotz-ueberschuss/80.555.332.
      Wie hier zu sehen, ist das ganze System völlig krank und pervers und hat völlig falsch Anreize, weshalb hier die Entwicklung in eine komplett falsche Richtung geht (das führt wieder zu Punkt 1). Wenn fast 2800 Wahlärzten in Wien 1500 Kassenärzten gegenüberstehen kann etwas nicht passen. Hinzu kommt zwar, dass Österreich wie Sie sagen viele Mediziner ausbilden (zum Teil leider ehr schlecht als Recht), es kommen davon aber viel zu wenig im österreichischen Gesundheitssystem an. Siehe hier: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20141217_OTS0046/aerztekammer-oesterreich-hat-in-zehn-jahren-7000-aerzte-verloren.
      3. man muss etwas genauer im Umgang mit den Formulierungen sein: das neue Arbeitszeit gesetzt gilt für die Klinikärzte und nicht für Niedergelassene und sonstige Ärzte. Und hier fordern NICHT ALLE Ärzte sondern die Klinikärzte eine Änderung im Gehaltssystem. Und es wird nicht wie häufig formuliert eine Gehaltserhöhung im Sinne von Mehr auf dem Konto am Ende des Monats gefordert, sondern eigentlich eine angemessene Anhebung des Stundenlohns, damit das Minus am Ende des Monats mit dem neuen AZG nicht zu groß ausfällt. dabei hat keiner gefordert, dass das einen Zuschuss ins System bedeuten muss, aber die Forderungen müssen gestellt werden und Politik und Verantwortliche sind gefragt durch entsprechende Reformen das Gegenzufinanzieren. Sollen sie ruhig die Rosinenpicker unter den Ärzten zur Kasse bitten und die ledigen Privatgelder dazu verwenden. Wichtig ist aber, dass die Lohnanpassung der Klinikärzte umgehend von statten geht, denn egal was die Statistiken so herleiten lassen (Papier ist geduldig) wenn nicht bald eine tragbare Lösung da ist wird es sehr wohl zu deutlichen Engpässen führen und für die Pat bedeutet dass warten oder drauf zahlen beim Wahlarzt, dass kann ja auch keiner wollen.
      4. im Endeffekt sollten endlich fähige Leute ran, die mit den richtigen Anreizen die Verteilung so regeln, dass es genug Ärzte in der Grundversorgung gibt (denn hier herrscht ein Mangel) und die Rosinenpickerrei ein Ende hat.

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      • Stefan B
        Stefan B says:

        Dem kann ich im Prinzip nur zustimmen. Ich glaube auch daß die Wurzel des ganzen Übels die Duldung des überproportionalen Wachstums des Wahlarztsystems war. Es ist sehr schwer diesbezüglich Daten zu bekommen aber ich glaube daß es dadurch zu der unglaublichen Entlohnungsasymmetrie gekommen ist.

        Ihr und mein Standpunkt unterscheidet sich im Grunde in 2 Punkten:

        1. Ich gebe für die Entwicklung nicht der Politik die Schuld sondern vor allem den Ärztevertretern. Man hat toleriert, ja sogar gefordert daß sich eine für sehr wenige äußerst lukrative Entlohnungsasymmetrie bildet (Stichwort Deregulierung und Zusatzverdienstmöglichkeiten). Die Ungleichheit in der Entlohnung einer Branche geht meistens auf starke Interessensvertretungen der Profiteure in der Branche zurück. Am Ende des Tages treffen Ihre Chefs die Entscheidung wie sie den Turnus usw (monetär) wertschätzen…

        Und wenn man eine riesen Wahlärzteschaft toleriert wird anderswo das Geld weniger… eigentlich logisch.

        2. Zur Lösung muß meiner Meinung nach eine medizininterne Debatte gefürt werden wie das Geld umverteilt werden kann. Dann wird der Krankenhausjob auch wieder interessanter und viele Ärzte entscheiden sich für diesen Dienst anstatt Wahlarzt zu werden. Aber ohne interne Umverteilung wird es nicht gehen. Das ist nicht nur in der Medizin sondern gesamtwirtschaftlich die Debatte unserer Zeit. Die Asymmetrie in der Entlohnung ist DAS Problem schlechthin.

        Das Klagen vieler Ärzte muß man natürlich sehr ernst nehmen. Ich will auch nicht von einem übernächtigen, unkonzentrierten Arzt behandelt werden, doch die eigentliche Umverteilungsdebatte innerhalb der Medizin hat noch gar nicht angefangen und das stört mich als nicht Mediziner. Die Politik ist ein leichter Sündenbock, das versteh ich schon. Die eigenen Chefs wegen Gier zu kritisieren ist schon was anderes…

        Ich möchte sie nur auf 2 Sachverhalte hinweisen: In den letzten Jahrzehnten gab es 2 Branchen die eine ähnliche Entwicklung durchgemacht haben und der Medizin als Modell gelten könnten (Das ist auch sehr gut mit Zahlen und Daten dokumentiert): Einst Berufe mit super Vergütung und ausgezeichneten Chancen und Reputation für junge Menschen. Dann, durch maßlose Gier der wenigen Brnchengrößen die die Regeln für den Nachwuchs aufstellen wurden diese Branchen transformiert in Systeme in denen nur noch sehr wenige Partizipateure gute Arbeitsbedinungen und Entlohnung haben: Die Zunft der Rechtsanwälte in Deutschland und die Naturwissenschaften.

        Die Politik hatte in der Entwicklung wenig Schuld. In beiden Branchen hat man jahrzehntelang toleriert daß es einige wenige Profiteure gibt die eine sehr große Einflußnahme auf die Politik hatten. Als dann das Fußvolk aufbegehrt hat ist zwar etwas mehr Geld geflossen aber im Wesentlichen sind die Zustände wie früher. Die Asymmetrie hat sich durch zusätzliches Geld das zwangsläufig in die alten Kanäle geflossen ist noch verschärft. Beide Branchen boomen, doch intern herrschen prekäre Zustände.

        Es ist immer wieder das Gleiche. Ein Topverdiener würde lieber Scharen in Armut in seiner eigenen Zunft tolerieren als auch nur einen Cent von dem was er glaubt es stünde ihm zu abgeben.

        Ich hoffe die Medizin kann sich zu der Sichtweise durchringen daß ohne den Profiteuren des gegenwärtigen Systems den Geldzufluß zu drosseln es nicht gehen wird. Reden sie mal mit irhem ärztlichen Leiter über dessen letzten Sommerurlaub oder ob man Geld gegenwärtig eher in Immobilien oder Edelmetallen parken soll:)

        Ich bin ein Verfechter von Wertschätzung von Leistung. Insoferne sind sich unsere Standpunkte ähnlich. Doch Ihr Zorn richtet sich gegen die Falschen!

        So: Mein Urlaub ist jetzt vorbei und mein geposte wird hier enden. War interessant hier zu diskutieren!

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        • Andreas Hofer
          Andreas Hofer says:

          Im Grundsatz ganz bei Ihnen aber ich glaube, dass Ursache und Wirkung vertauscht sind. Jedenfalls im Moment stellt sich die Sache (im Krankenhausbereich) so dar: die Grundgehälter sind auf einem sehr bescheidenen Niveau (da stellt sich nicht die Frage nach Porsche oder Mercedes sondern nach Gebrauchter ja oder kein Auto, von Wohneigentum ganz zu schweigen). Nun gab es dann die Möglichkeit über viele Überstunden die Gehälter deutlich aufzubessern. Wenn man sich auf diesem Einkommensniveau eingerichtet hat, war man aber erpressbar, was die Zuteilung von Diensten, Genehmigung von Überstunden und der gleichen angeht. Außerdem wird dieses Zubrot mit unmenschlichen Arbeitszeiten erkauft und außerdem gibts die Gefahr was passiert wenn man mal krank wird o.ä., dann fällt ein erheblicher teil des Einkommens weg. Außerdem sind die Bezahlung von Überstunden und Diensten die ja bis zu 50% des Gehaltes ausmachen NICHT Rentenwirksam. Kein Wunder dass die Ärzte versucht haben aus dieser falle rauszukommen. Der Versuch da Gegenzusteuern über die Politik wurde bisher immer unterbunden, und der Versuch über die Ärztevertreter etwas zu ändern ging in die Wahlarztpraxen. Meines Erachtens ist ein absolut unzulängliches Grundgehalt die Wurzel allen Übels und das liegt im Verantwortungsbereich der Länder und des Bundes und damit im Bereich der Politik.
          Die ganze Entwicklung war ja für alles Seite bisher ganz fein: Länder und Bund haben Geld gespart , da nicht-rentenwirksame Dienst und Überstunden billiger sind, als eine ausreichende Anzahl von Ärzten mit angemessenem Grundgehalt und auch die Krankenkassen freuten sich, da es für sie billiger ist, wenn ein Pat. zu Wahlarzt geht und nicht zum Kassenarzt. Was gesamtvolkswirtschaftlicher Schwachsinn ist, rechnet sicher aber für alle einzelnen Beteiligten, pervers! Und nun sind die Politiker auch noch so dämlich, und bringen sich ein eine Situation, wo sie, trotz der höchsten Ärztedichte in Europa, einen Ärztemangel der Klinikärzte durch das neue Arbeitszeitgesetz erleben, obwohl sie 12 Jahre Zeit hatten, dies durch angemessene Maßnahmen zu vermeiden.
          Unglaubliche Schlamperei und Vernachlässigung von Amtspflichten!
          Eine Angemessene Maßnahme wäre 1. eine Erhöhung der Grundgehälter der Klinikärzte, 2. Stärkung der Kassenärzte, 3. Schrittweise Reduktion der Wahlärzte (weil die brauchte dann nicht mehr in diesem Ausmaß). Privatgelder/Ambulanzgebühren können dafür gerne mit herangezogen werden. Und es muss gesamtgesellschaftlich gerechnet werden, nicht nur jeder für sich. Aber es muss was geschehen, und zwar sofort!

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          • Stefan B
            Stefan B says:

            Wäre die gesamtwirtschaftliche Lage besser würd ich fast zustimmen. Die Grundgehälter liegen über nahezu allen anderen Akademikergehältern… Und die Gehaltsentwicklung in der Medizin ist über die Erberbszeit hindurch sehr gut. Zudem gibt es keine nennenswerte Arbeitslosigkeit und und und. Ich halte die Gehaltsdebatte momentan nicht für gerechtfertigt. Wir haben über 10% Arbeitslose. Dort muß etwas getan werden alles andere sind momentan leider Luxusprobleme.

            „Niedriges“ Grundgehalt als Wurzel des Übels in dem System anzusehen ist leider falsch und ein Fehler den viele machen. Mir fehlt hier die Zeit das auszuführen… Das Problem ist es zu hohe Gehälter am anderen Ende des Spektrums zuzulassen und den Arbeitsmarkt zu deregulieren. Sie können die Theorie bei Polanyi nachlesen.

            Wenn sie jetzt die Grundgehälter anheben wird die Lage nicht besser… es wird für den Staat nur extrem teurer (was erneut kostendruk auf die Medizin ausübt… dann sparens halt woanders). Wie schon 100x gesagt: Umverteilung innerhalb der Medizin und kein externes Geld ist die Lösung.

      • Sonja S
        Sonja S says:

        Ich bin sicher, dass es am Geld nicht mangeln kann, denn wie würden WIR uns in Linz ansonsten eine Med- Uni leisten können.
        Ein Problem zu reduzieren, indem man Fortbildungen streicht bzw. kürzt spricht nicht unbedingt für die Führungsqualitäten diverser Leitungen.
        Scheinbar ändert sich nichts daran, dass am „Kleinen“ gespart wird, denn dass die „Chefitäten“ großzügig entlohnt werden, steht ausser Frage.
        Ich gab mir immer Mühe, den Landeshauptmann respektvoll zu sehen, ABER in mir steigt „fremdschämen “ auf. Ich wünsche mir sehr, dass die nächste Wahl dies spürbar macht.

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    • Winter Siegmund
      Winter Siegmund says:

      S. g. Hr. Stefan B. !
      Aufgrund Ihrer detaillierten Kenntnisse über statistische Daten, die unser Gesundheitssystem betreffen, nehme ich an, daß Sie sich wahrscheinlich beruflich mit diesen Zahlenwerken beschäftigen und möglicherweise auch eingebunden sind in politische oder administrative Entscheidungsprozesse, die derartige Daten als Arbeitsgrundlage verwenden.
      Die Diktion „wir haben ja in Wirklichkeit keinen Ärztemangel“ hört man unter Bezugnahme auf OECD-Statistiken nämlich in ähnlicher Form auch von unseren politischen Entscheidungsträgern….
      Mir erscheinen bei dieser Aussage schon einige Dinge ziemlich widersprüchlich und aufklärungsbedürftig:

      1) Wenn wir wirklich einen Überschuss an Ärzten hätten und aus dem Vollen schöpfen könnten – wie ist es denn damit zu erklären, daß unterschiedlicher Spitäler in Oberösterreich in den letzten Jahren sogar „Kopfgeld“ für die erfolgreiche Vermittlung von jungen Ärzten zahlten ? Hier sprechen für mich die realen marktwirtschaftlichen Mechanismen eine deutlichere Sprache als die statistischen Daten.
      2) Und warum um Himmels willen wird uns von unserem Gesundheitsreferenten nahegelegt, weiter wie bisher nicht EU-konforme Arbeitsbedingungen im Spital zu akzeptieren, wenn wir ja nach Ihrer Lesart in den oberösterreichischen Spitälern personell so üppig aufgestellt sind ?

      Ohne Ihnen nahetreten zu wollen, denke ich aber, daß Sie ein Mensch sind, der systemische Überlegungen und Empfehlungen lediglich aus dem nacktem Zahlenmaterial ableitet, das auf Ihrem Schreibtisch liegt. Bevor Sie nämlich in rein zahlengläubiger und unreflektierter Weise aus statistischen Daten öffentlich Schlußfolgerungen ableiten: „es gibt ja gar keinen Ärztemangel bei uns“ oder „die Ärzte jammern auf hohem Niveau“ …., sollten Sie sich die Situation schon etwas gründlicher ansehen..

      Dann würden Sie wahrscheinlich schon bald erkennen, daß in Ländern mit hohem Medizinstandard bei gleichzeitig vorliegender geringerer Ärztedichte als bei uns das Tätigkeitsprofil der Mediziner in diesen Ländern sich von unserem Arbeits-Alltag in Österreich schon zum Teil eklatant unterscheidet…

      Sie würden zum Beispiel sehen, dass in diesen Ländern viel ärztliche Arbeitszeit eingespart wird, indem insgesamt viel mehr als bei uns (auch an andere Berufsgruppen) delegiert wird. Ärzte sind dort in der Regel in höherem Ausmaß als bei uns „medizinische Manager mit Krawatte“, und werden auch in administrativer Hinsicht im Vergleich zu uns spürbar entlastet (z.B. durch sog. Medizin-Administratoren als Bindeglied zwischen Mediziner und Sekretätariat).

      Knackig formuliert: sie verweisen zwar mit erhobenem Zeigefinger auf die statistischen Unterschiede der Ärztedichte zwischen Österreich und verschiedenen Ländern, machen sich aber nicht die Mühe, auch auf das Kleingedruckte hinzuweisen – und aufzuzeigen, daß Ärzten vielleicht anderswo eine bessere Infrastruktur zur Verfügung steht (die man sich hierzulande nie leisten wollte).

      Oder noch ein anderer Punkt: die im internationalen Vergleich relativ hohe Rate an stationären Aufenthalten….
      Fragen Sie zum Beispiel einmal hiesige Ärzte, die Patienten in einem Altersheim oder einem Pflegeheim betreuen, was denn so passiert, wenn sie leichtere Fälle mit „Lungenentzündungen“ oder „Flüssigkeitsmangel des Körpers“ vor Ort mit Infusionen bzw. intravenösen Antibiotika behandeln wollen, sodaß dem Patienten damit ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus erspart werden könnte – da können Sie Gift darauf nehmen, daß der betreffende engagierte Mediziner zur Krankenkasse zitiert wird, wo ihm vorgehalten wird, welch teure Medizin er betreibt – und daß er dies in Zukunft unterlassen sollte….

      Beispiele gibt es noch endlos viele, die zeigen, daß hierzulande die Medizin immer mehr von Bürokraten und Politikern dominiert wird – und daß wir, die Leistungserbringer, immer mehr von wesentlichen Entscheidungsprozessen exkludiert werden. Wir laufen Gefahr, daß auf diesem Weg unser Medizinsystem nicht kontinuierlich verbessert, sondern zum Teil irreversibel geschädigt wird – und daß Oberösterreich seinen Stellenwert als attraktives Umfeld für qualitativ hochwertige und moderne Medizin sukkzessive verlieren wird.

      Dr. Siegmund Winter
      Facharzt für Innere Medizin

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      • AC
        AC says:

        Ein sehr guter Kommentar. Auf Zahlen alleine darf man sich nicht verlassen. Das sehe ich auch so.

        Doch die Ärztekammer fordert nur mehr Geld….Zahlen damit alles so weiterläuft wie bisher…inwiefern seid ihr Ärzte dann besser?!
        Macht Vorschläge und kommuniziert das eurem obersten Rudelführer Herrn Niedermoser…oder wollt ihr wirklich einfach nur mehr Kohle (zumindest jene die wenigen, die ohnehin schon viel haben)?

        Und der Ausschluss aus Entscheidungsprozessen habt ihr Ärzte ebenfalls der heiligen Ärztekammer zu verdanken…bringen euch die Beiträge die ihr da abliefert, wirklich das erwünschte, oder profitieren wieder nur jene denen ohnehin schon das Geld aus dem Arschlo…äh…Hals läuft?

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        • Winter Siegmund
          Winter Siegmund says:

          S. g. A.C. !
          1) Ihrer Argumentation und Tonart ist leider zu entnehmen, daß die ziemlich einseitige mediale Berichterstattung hierzulande leider ihre unselige Breitenwirkung schon voll entfaltet hat.

          2) Die Forderungen der Ärzteschaft einfach darauf zu reduzieren, daß sie mehr Geld für weniger Leistung haben wollen, kann man zwar sehr laut und medienwirksam in die Bevölkerung transportieren (besonders wenn dabei mit Spitzeneinkommen, die einige wenige betreffen, gezielt populistisch gearbeitet wird) und dabei Unverständnis, Ärger und Neid schüren – das geht aber in Wirklichkeit am realen Sachverhalt und an den Problemen der meisten Betroffenen vorbei.

          Die Realität ist eher die, daß die Butter aufs Brot bei nicht gerade üppigem Grundgehalt bei den meisten Krankenhausärzten durch Überstunden und Nachtdienste verdient wird – wobei die Rahmenbedingungen dafür wirklich nicht sehr arbeitnehmerfreundlich sind (siehe auch Beitrag vom 17.1. „Wieviel ist Ihnen Ihr Handwerker des Vertrauens wert ?“) und in dieser Form wahrscheinlich aktuell auch kaum von einer anderen Berufsgruppe akzeptiert werden würde. Dies alles wurde ohne zu Murren von den Ärzten über Jahrzehnte geschluckt, da in der Vergangenheit oft subtil, manchmal aber auch unverhohlen von den Spitalsträgern darauf hingewiesen wurde, daß man bei Unzufriedenheit und Überlastung ja gehen könne und daß noch viele andere nur sehnlichst darauf warten, einen der begehrten Arbeitsplätze zu ergattern. Zwischenzeitlich hat sich die Situation aber umgekehrt – Spitalserhalter suchen händeringend nach Nachwuchs, der sich immer rarer macht…

          Die nunmehr virulente Umsetzung der EU-Richtlinien für Krankenhausärzte (seit einem Jahrzehnt von den politischen Entscheidungsträgern ignoriert) reduziert die Arbeitsbelastung zwar auf 48h/Woche und unterbindet in Zukunft das Ausbeuten von ärztlicher Arbeitskraft, wie es in der Vergangenheit nicht selten Gang und Gäbe war (NB: Arbeitsinspektorate fühlten sich in der Vergangenheit für diese Thematik nie zuständig und haben sich auch nie darum gekümmert).

          Etwas polemisch könnte man formulieren, daß der bisherige durchschnittliche ärztliche Stundenlohn in Spitälern durch kaum limitierte Arbeitszeiten und eigenwillige, nicht arbeitnehmerfreundliche Verrechnungsmodalitäten von Überstunden und Nachtdiensten trotz lautem medialem Getöse ziemlich günstig für die Spitalserhalter war und daß das System jahrzehntelang davon finanziell profitiert hat – leider halt auf Kosten der Arbeitnehmer, die auf zum Teil horrende reale Anwesenheitszeiten im Spital gekommen sind (mit allen familiären, sozialen und gesundheitlichen Implikationen..).

          Es kann sicher als positive Entwicklung bezeichnet werden, daß nunmehr auch für die Berufsgruppe der Krankenhausärzte von der EU strengere Arbeitszeitregelungen vorgegeben werden – diese Entwicklung sollte auch nicht mehr rückgängig gemacht werden, wenn Oberösterreich für Jungmediziner ein attraktiver Standort bleiben möchte. Der Wermutstropfen bei der Geschichte ist aber der, daß mit aktuellem Besoldungsschema dadurch bei vielen Ärzten empfindliche Einkommensverluste zu erwarten sind, die nicht so ohne weiteres von jedem geschultert werden können.

          Unsere Ärztekammer will deshalb durchsetzen, daß das Grundgehalt für Krankenhausärzte höher angesetzt wird, um diese zu erwartenden Einkommensausfälle zu kompensieren. Dies ist eine durchaus legitime Forderung und ist denen gut verständlich, die die Vorgeschichte dazu kennen – und ist für die unverständlich, die hauptsächlich die populistischen Ansagen der letzten Wochen wahrgenommen haben.

          Oder wollen Sie wirklich, daß die EU-Regelung mit 48 Wochenstunden wieder gekippt wird und daß in bei uns die Gehälter der Krankenhausärzte nur dann stimmen, wenn diese (nicht gut bezahlte) Überstunden und Nachtdienste bis zum Abwinken leisten ? Wollen wir damit dem ärztlichen Nachwuchs (bei dem Work-Life-Balance einen höheren Stellenwert einnimmt als es in meiner Generation der Fall war) einen Anreiz geben, bei uns zu bleiben, wenn die Rahmenbedingungen woanders deutlich besser werden als bei uns ?

          Mfg
          Dr. Siegmund Winter
          Facharzt für Innere Medizin

          Antworten
          • AC
            AC says:

            Herr Winter,

            Anderen Vorzuwerfen Sie wären von den Medien beeinflusst und deren Meinung wäre dadurch bis zur Unkenntlichkeit beeinflusst, ist ebenfalls ein Weg der jedes andere Argument zerstört. Natürlich liest man in diversen Medien populistische Meinungen, doch es gibt weitaus mehr, das zur Meinungsbildung beiträgt. Aber einfach mal annehmen und dann lang und breit dahinwettern wie schlecht es allen geht usw. ist ebenfalls mediale Verblendung, und zwar durch sie selbst!

            Ich bin dieses Thema bereits ziemlich leid, denn offenbar ist keinerlei Gesprächsbereitschaft gegeben, wenn nicht der Lohn erhöht wird (Forumsbeiträge HIER, Medien innerhalb und außerhalb des Landes, etc.).
            Würden Sie ihren jetzigen Vertrag kündigen und neu aufsetzen wenn Ihnen dies zugunsten ihrer jüngeren Kollegen empfohlen werden würde? Weniger Geld in Ihrer eigenen Tasche und mehr Geld in der Tasche Ihrer Turnus- und Assistenzärzte? (Ein klares JA oder NEIN reicht mir…..diese Frage darf ruhig von JEDEM Arzt beantwortet werden)

  4. SP
    SP says:

    Mit Verlaub gesagt: Der Brief ist letzklassig. Erinnert an Bestechungsmethoden. Mit dem Abwandern drohen wenn Forderungen nicht erfüllt werden. Bitte, gehen sie ins Ausland! Sie werden sehen daß es dort nicht besser ist. Sie haben noch nicht verstanden daß die gesamtwirtschaftliche Entwicklung momentan nicht die Beste ist. In anderen Branchen brennt ohnedies der Hut. Die Medizin kommt im Vergleich noch sehr gut weg. Keine Arbeitslosigkeit, höhere Gehälter als in fast allen anderen akademischen Bereichen, hohes Ansehen in der Bevölkerung. Bitte etwas mehr in Bescheidenheit und Selbstreflexion üben bevor das nächste mal ein Brief verfasst wird!

    Antworten
    • Dr Michael Dolezal
      Dr Michael Dolezal says:

      Im Gegenteil, der Brief ist erstklassig. Er beschreibt sehr gut die Realität. Das „Drohen“ mit weggehen ist auch keine Drohung sondern real. Wir fordern nichts anderes als die Umsetzung eines sei 2003 gültigen Gesetzes, an dem sich alle politischen Parteien, auch die, welche Ihrem Nick entspricht, vorbeilügen. Es ist unser Recht, zu sagen, „jetzt reicht es“

      Antworten
      • Stefan B
        Stefan B says:

        Der Brief ist keine Meisterleistung soviel ist klar. Ebensowenig Ihre „Kampfrethorik“. Bitte sgen Sie mir: In welchem Beruf läuft es noch so richtig gut? Anwalt? Kindergärtner, Zuckerbäcker? Ich kenne NIEMANDEN der nach 40 Stunden entspannt heimgeht, sich entspannt und sich freut weil er/sie gut verdient! Bitte bitte blicken Sie über Ihren Tellerrand hinaus!

        Die Wirtschaft in unserem Land wächst kaum noch und wir haben Schulden. Es ist eine Systemkirse und auch die Medizin bekommt das zu spüren. Daß das alles krank ist liegt eh auf der Hand. Aber bitte erstmal den Brand bei den Arbeitslosen löschen; das würd ich mir von der Politik wünschen! Dann sind andere Gruppen dran (inklusive Med…)

        Antworten
        • Dr Michael Dolezal
          Dr Michael Dolezal says:

          Lieber Stefan!
          Auch wenn Sie es nicht gut glauben können, der Brief spiegelt sehr gut die Realität wieder. Den Vergleich mit der Wirtschaft „außerhalb der Medizin“, den hab ich. Es geht ja tatsächlich um die überfällige Umsetzung des EU Gesetzes. Da hat die Politik eindeutig ein Organisationsverschulden. Das Problem mit den darauf folgenden Konflikten hinsichtlich wurde von den Trägern und der Politik vom Zaun gebrochen. Ich bitte Sie, dem Folgenden einfach einmal zuzuhören: Unsere Arbeitsstundenzählung ist extrem „nebelig“. Es gibt ein unglaublich „g’fernztes“ System der Stundenzählung für Bezahlung mit einem Pauschlierungssystem und es gibt parallel(!) dazu ein System der Stundenzählung, das AZG wirksame Stunden zählt. Mit einer sehr kreativen Berechnungsmethodik bleibt als Ergebnis, dass eine Menge quasi nicht gezählter Stunden absolviert werden(bisher). Die Träger und das Land hats nie interessiert, weil es ja von Vorteil war, für sie. Man könnte durchaus sagen, ok, führen wir die Zählung zusammen.Es gäbe durchaus Ideen, die Reduktion der Maximalarbeitszeit um diese quasi unbezahlten oder kaum bezahlten Stunden so zu berechnen, dass die Bezahlung der tatsächlich geleisteten Stunden erhalten bleibt. Das kann eher dazu führen, dass bei deutlich normaleren Arbeitszeiten das Gehalt gleich bleibt. Natürlich wird es für die Träger trotzdem teurer, weil es definitiv mehr Leute braucht und das will man nicht.eas ist daher passiert, man hat plötzlich die bisherigen Paradigmata gewechselt und einfach alles gestutzt und gemeint, man zahlt auch tw bis zu 30% weniger. Gemeint war es als Druckmittel, die Leute doch dazu zu bringen, weiter diese indiskutable Arbeitszeit zu akzeptieren. Ohne Gehaltserhöhung, versteht sich. Würde man nämlich -theoretisch- die Regeln der Berechnung im EUGesetz auf die bisher gültige AZG Lesart anwenden, könnte das eine ziemlich gute Gehaltserhöhung bedeuten. Wollte man nicht. Man hätte sagen können, bei normalerer Arbeitszeit gleichbleibend zu bezahlen. Modelle dafür wären zu finden gewesen.Was bleibt, ist ein ausgesprochen ungehöriger Umgang der Politik mit uns. Inklusive Drohungen, Druck, Moralapostelei. Und damit ist es einfach genug. Die Leute WOLLEN einfach nicht mehr. Dass viele nunmehr das Land verlassen ist übrigens keinerlei Kampfrhetorik. Das ist real. Es IST eine Gefahr für die Versorgung. Die Jungen diskutieren nicht mehr, die gehen einfach. Und der Politik fällt nichts anderes dazu ein als mit sehr kreativ interpretierten Statistiken und Einzelfällen (die natürlich zu hinterfragen sind) in der Bevölkerung einen Eindruck erzeugen, der mitnichten der Lebensrealität der meisten Ärzte entspricht. Bitte nicht missverstehen wenn ich einen sehr persönlichen Vergleich ziehe: ich hab keine Familie, meine Ansprüche sind nicht extrem hoch, ich kann mit ein paar Hundert € weniger auch ganz gut. Bei einer jungen Familie, bei einem Jungarzt ist das anders. Dem nützt allerdings auch nix, wenn man ihm meine Ambulanzgelder im mittleren 2-stelligen(!) € Bereich zu ihm umverteilt. Sollens doch. Hab kein Problem damit. Es ist aber, das werden Sie einsehen, ein großer Unterschied, wenn man woanders bei „normalerer“ Arbeitszeit 1000€ mehr verdient.und das ist eher vorsichtig argumentiert, in einigen Ecken ist es deutlich mehr. Dass die KollegInnen sich die Zuckerln raussuchen in der derzeitigen Lage ist klar und legitim. Die Politik könnte ja auch Klartext reden und sagen: wir wollen und können uns das nicht leisten, Argumente auf den Tisch legen. Dann muss man aber konsequent sein und auch andere Projekte stoppen, die unglaublich viel Geld verbraten. Es gibt ein paar, da ist im Vergleich der Aufwand, der nötig wäre, uns ordentliche Bedingungen zu schaffen, im einstelligen Prozentbereich gelagert. Aber das sind die „Wahlplakate“ des LH und einiger anderer. In Summe: ganz ohne Kampfrhetorik: es ist genug.

          Antworten
          • Stefan B
            Stefan B says:

            Lieber Michael,
            Vielen Dank für die Antwort! Alles was Sie anführen stimmt natürlich und ist ein großes Problem. Meiner Wenigkeit ist das natürlich auch bekannt. Im Endeffekt ist die Wurzel allen Übels die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Sich solch ein Vergütungssystem zu leisten wie Sie es vorschlagen würde ein Budgetloch sondergleichen erzeugen und ist einfach nicht finanzierbar. Viele Ökonomen (P. Victor allen voran) haben diese Mechanismen schon vor Jahren aufgezeigt und dargestellt wie es in einer Wirtschaft mit „Nullwachstum“ und wenig Investitionen in nahezu ALLEN Bereichen zum prekären Zuständen kommen wird. Die Arbeitszeit gehört in der Medizin besser reguliert, doch einer Gehaltsdebatte kann ich nicht zustimmen! Nicht in diesen Zeiten und nicht mit 9% Arbeitslosen. Der Medizin geht es noch vergleichsweise gut! Also andere Branchen haben absolute Priorität. Wir hatten 2014 ein + von 43% bei Langzeitarbeitslosen. Diese Menschen sind akut Armutsgefährdet. Dorthin soll das Geld fliessen. Mit Verlaub: Laut Stat Austria sind rund 20% der Bevölkerung in diesem Land armutsgefährdet. Hier muß die Politik handeln. Das finanzielle Drücken unter den Ärzten in Ehren, doch wenn hier nicht bald Vernunft und Solidarität mit den wirklichen Habenichtsen unserer Gesellschaft eintritt werden sie noch ihr noch hohes Ansehen in der Bevölkerung verspielen…

            Die Mediziner die des Geldes wegen gehen wollen sollen gehen. Wir haben einen globalen Arbeitsmarkt geschaffen und jetzt will jeder wieder in die Zeit davor zurück? Mangel wird es sicher nicht geben, dafür hat Ö aufgrund seines Lebensstandards eine zu hohe Anziehungskraft.

            Vielen Dank für die Antwort. Meine Antwort: Das Arbeitszeitengesetz gehört implementiert. Forderungen nach Lohnsteigerungen finde ich in Zeiten des Nullwachstums sehr unangebracht!

        • Andreas Hofer
          Andreas Hofer says:

          lieber Herr Stefan,

          da Sie ja ein Experte für Ärztemangel zu sein scheinen, woher wissen Sie, dass es keinen Ärztemangel geben wird, geschweige denn, dass er auch im Moment nicht existiert?
          Glauben Sie wirklich wir würden auch nur einen Satz diskutieren wenn genug Ärzte da wären, glaube Sie wirklich dass schon jetzt von einzelnen Bundesländern Millionenbeträge in die Hand genommen werden, wenn es, wie Sie prophezeien keinen Ärztemangel geben wird????

          Antworten
          • Stefan B
            Stefan B says:

            Bei mir ist leider schon komplette Resignation eingetreten Zahlen zu kommunizieren. Im Regelfall gibt es Interessensgemeinschaften die ohne jegliche quantitative Grundlage irgendwas daherschwafeln was ihnen dienlich ist. Ich hab unzähliche Arbeitsmarktanalysen gemacht: Wissenschaft, Lehrberufe und und und… leide immer das gleiche Spiel.

            Wenn Sie tatsächlich am status quo der Medizin in Ö interessiert sind (auch internationaler Vergleich) empfehle ich Laien die OECD: http://www.oecd.org/health/health-at-a-glance.htm

            Sie werden nach der Lektüre Folgendem beipflichten müßen.

            1. Wir hatten über Jahre, im internationalen Vergleich eine der höchsten Absolventenzahlen: 19,9 pro 100.000 Einwohner (die Zahl ist sogar exklusive Ausländische Absolventen Jahr 2011). OECD Schnit = 10.6

            2. Wo es wirklich einen Mangel gibt sind Pflegekräfte. 7.8 pro 100K versus 8.8 im Schnitt

            3. Im OECD Schnitt sind 32% der Ärzte > 55. In Ö lediglich 23%. Wir haben eine sehr junge Ärzteschaft

            4. Die Feminisierung der Medizin schreitet extrem schnell voran: In Ö momentan 45%. Viele Statistiker glauben daß diese Entwicklung ein Faktor bei der schlechten Basislohnentwicklung ist. Oftmals sind Branchen mit hohem Männeranteil besser bezahlt. Ich verurteile das, scheint aber leider so zu sein.

            5. Wir hatten 2011 eine Arztdichte von 4.8 pro 100K EW. Dritthöchste der OECD. OECD Schnitt = 3.2. In Ö sinds pro person jedoch nur 6.8 Arztbesuche / Jahr (also genau im OECD Schnitt) (Ich glaube mich erinnern zu können dass die Zahl der Arztbesuche momentan sogar zurückgeht -> das ist auch einer der Hauptgründe für den „schrumpfenden Kuchen“)

            6. Einen Ärztemangel sieht die OECD in Ö nur punktuell (wie gesagt strukturarmer ländlicher Raum) Flächendeckend nur in Frankreich oder Italien. Selbst in DE nicht. Italien bezweifeln wegen der demogr. Entwicklung viele.

            7. Die Einkommensentwicklung ist seit 2005 für fast alle Med Spaten positiv und über der Inflationsrate. Unter Akademikern haben Mediziner mit Abstand die höchsten Gehälter.

            Studien aus 2012&2013 legen nahe daß Ö zunehmend ein Zielland von Ärztemigration aus dem Osten wird (Stichwort BIP Wachstum in Osteuropa). Insgesamt kann man sagen: Je größer die Ärztediche in einem Land desto größer die Push Faktoren für Einzelne das Land zu verlassen. Das sieht man überall und hat interessanterweise wenig mit Einkommen zu tun.

            Es gibt ganz wenig Studien zu Ärzten die nach der FA Ausbildung im Ausland wieder zurückkommen, doch erste Zahlen legen nahe daß über 75-80% wieder kommen. In den letzten Jahren hat sich der Trend eingestellt zur Ausbildung nach DE zu gehen um sich den Turnus in Ö und somit Zeit zu ersparen.

            Der Wichtigste PUSH FAKTOR von allen in Ö ist einfach die zu hohe Ärztediche! Das zeigen alle Zahlen unisono (Quelle Liebenberg: Ärztemobilität in Europa). Die hohe Dichte wirkt sich natürlich auch ganz massiv auf die Gehälter aus…

            Ich hab es in der Debatte schön langsam satt daß von Seiten der Medizin vollkommene Unkenntnis über den status quo herrscht. Weder Zahlen noch Trends sind denen die am lautesten Schreien bekannt. Der Grund warum soviel geschrien wird?: Das gesundheitssystem vollkommen saturiert ist und der gesundheitssektor ändert sich rapide (Stichwort Präventivmedizin). Die goldenen Zeiten sind durch internationale Arbeitsmigration wie in so vielen Branchen auch in der Medizin vorbei. Das nächste Kapitel wird die Umverteilung. Die Ärztekammer verschließt m. M. nach die Augen davor.

            Die Ärztevertreter können nur argumentieren wenn sie einen Ärztemangel propagieren. Ehrlich gesagt: Zu dem wird es mit Nichten kommen. Die Zahlen der OECD und viele andere beweisen das…

            Also: In der Medizin ist eine abgehobene Debatte über Vergütung eingetreten, die die gesamtwirtschftliche Lage der Bevölkerung ausklammert und vor allem eigennützigen Motiven folgt! Das Mediziner vernünftige Wochenarbeitszeit haben sollen; dem stimme ich zu. Wenn die Medizin eine andere Entlohnungsstruktur will muß sie vor allem die Asymmetrie in der Entlohnung abbauen (hier ist das Zahlenmaterial noch eindeutiger!). Also ist die Gehaltsdebatte eine Medizin interne Umverteilungsfrage und braucht kein externes Geld.

    • Andreas Hofer
      Andreas Hofer says:

      Was Sie und viele andere Nichtmediziner noch immer nicht begriffen haben ist, dass die Zeit für derartige moralische Appelle und Feststellungen der Gesamtwirtschaftlichen Lage usw. schon lange vorbei ist. Für eine Vielzahl von Ärzten stellen sich diese Fragen nicht (mehr) sondern die gehen. Und das machen sie schon die letzten Jahre. So etwas merkt man am Anfang halt nicht aber jetzt ist es eben spürbar und wird durch die Arbeitszeitneuregelung akut verschärft. Da können Sie schon der Meinung sein, dass das Verhalten und die Forderungen überzogen sind. Das ist aber egal was Sie darüber denken. Fakt ist und bleibt, dass wir eine erhebliche Nettoabwanderung von Ärzten haben und wenn man jetzt der Meinung ist, die Ärzte verdienen eh genug und belässt alles beim alten wird man daran nichts ändern können und am Ende werden eben viel zu wenig Ärzte da sein. Punkt. Das ist Marktwirtschaft. Jetzt sind die Ärzte am Zug sie werden ja sehen wie Ihre medizinische Versorgung in der Zukunft aussieht.Moral hin oder her. Das ist die Situationen das Prinzip von Angebot und Nachfrage, ob Ihnen das gefällt oder nicht. Und wenn Sie Ärzte haben wollen müssen die Marktüblich Gehälter bieten oder eben auf Ihre Behandlung warten.
      Das hätte nicht so kommen müssen. In Zeiten der Ärzteschwemme hätte man sehr elegant die Arbeitszeitrichtlinie der EU umsetzten können. Für das was jetzt geschieht können Sie sich bei der Politik bedanken.
      Moral hin oder her, wir leben im Kapitalismus und nicht im Kommunismus, that´s life!

      Antworten
      • SP
        SP says:

        Entschuldigen Sie, doch Ihre Argumentation ist grundlegend falsch:
        1. Ausgangslage: Österreich hat momentan (und wohl noch bis 2025) die größte Ärztedichte Europas (manche Studien sehen GR vor Ö aber das sei mal egal).
        2. Ja, wir haben Nettoabwanderung; genau so wie in vielen Naturwissenschaften (z.B.: Physik). Der Grund: in der Medizin wie in den Wissenschaften oder sonstwo: der Arbeitsmarkt ist saturiert und es wurden zu viele Leute ausgebildet infolge dessen gehen die Löhne runter und die Bedinungen werden härter…. schon oft geschehen. Auch in der Wissenschaft hat man in den 80ern ähnliches Prophezeit (Stichwort Wissenschaftlermangel)… Und? das System läuft geschmiert weiter. Der Zuzug aus wirtschaftlich schwächeren Regionen hat am Ende des Tages alle Abwanderung kompensiert. Und: Wir haben immer noch Nettoabwanderung in vielen Disziplinen!!! Mal anders gesehen: Unsere Unis sind so gut und unser allgemeiner Bildungsstandard so hoch daß wir zum Nettoexporteur von Hochqualifizierten werden… Ich find das nicht unbedingt schlecht.
        3. Die Entscheidung ins Ausland zu gehen hängt nur zu einem sehr kleinen Teil am Geld. Wer so geldverliebt ist soll gehen.
        4. Es werden post 2025 (+/- 10 Jahre) mit nichten zu wenig Ärzte sein. Ein Mangel wird nur in Strukturschwachen Regionen herrschen.
        5. Es stimmt: das System wird sich dem Markt folgend selbst bereinigen. Es wurden von Seiten der Ärztekammer und und und einfach massive Fehler gemacht und die treffen die Medizin jetzt. Doch wenn sie schon an den freien Markt glauben sollten sie nicht verschweigen daß in den letzten Jahren eine Springflut an Ärzten aus Osteuropa bei uns und anderen Westeuropäischen Ländern arbeitet.
        6. Es geht nur um die gesamtwirtschaftliche Lage! Ehrlich gesagt: Wenn es bei jemandem diesbezüglich an Solidarität mangelt wär es tatsächlich besser auszuwandern. Wir sind immerhin eine Gesellschaft und keine Ansammlungen von Egomanen!

        Antworten
        • Andreas Hofer
          Andreas Hofer says:

          Die Antwort darauf ist ganz einfach: wenn Sie recht hätten, hätten wir jetzt genau gar keine Diskussion. Dann werden keine Löhne angehoben und fertig. Wie Ihnen aber nicht entgangen sein wird, gibts grad ne riesige Diskussion. Und erste Bundesländer haben schon 2 stellige Millionenbeträge in die Hand genommen. Was glauben Sie wohl warum? Weil Ihre Argumentation stimmt und wir in Ärzten schwimmen??? Ab und zu hilft es die eigene Theorie mal mit der Realität abzugleichen!
          So wie Sie hat die Politik vor 10-5 Jahren gesprochen. Es gab schon immer mal Begehrlichkeiten Seitens der Ärzte nur ist das nie bis in die Öffentlichkeit vorgedrungen weil sie mit genau der Argumentation von Ihnen sofort im Keim erstickt wurden. Weil es genug Ärzte gab. Aber das hat eben auch zur aktuellen Situation geführt, die wohl doch schon so brenzlich ist, dass innerhalb kurzer Zeit mehrstellig Millionensummen in die Hand genommen werden. Das sollte Ihnen bei Ihrer Realitätswahrnehmung mal zu denken geben!

          Antworten
  5. Maria Linder
    Maria Linder says:

    Lieber BG,

    wieso haben Sie denn Morddrohungen auf ihr Kommentar erwartet? Glauben Sie, Sie würden mit Ihrer Meinung so ernst genommen werden? Hahaha.Offenbar inszenieren Sie sich gern und sind von Ihrer Wichtigkeit sehr überzeugt.
    Was bringt es Ihnen denn persönlich, wenn andere Leute
    Ihnen antworten, was sie privat mit Ihrem Gehalt zu tun gedenken? Bleiben Sie doch auf der sachlichen, professionellen Ebene und halten Sie Ihre persönlichen Emotionen heraus. Was Leute privat mit ihrem Geld tun, ist hier nicht das Thema. Niemand muss sich vor Ihnen rechtfertigen.

    Antworten
    • BG
      BG says:

      Ich würde nicht sagen von der Wichtigkeit, aber von der Richtigkeit meiner Argumente bin ich überzeugt.

      Bei solchen Debatten werden des öfteren Emotionen mit eingebracht. Das sind Diskussionen…würden keine Gefühle mitspielen, wären wir keine Menschen.

      Und keiner muss sich vor mir rechtfertigen, doch fragen kostet nichts.

      Antworten
  6. BG
    BG says:

    Liebe Ärzteschaft, Herr Dr. med. Alexander Seewald,

    bevor ich meine Argumentation beginnen, möchte ich vorausschickten das meine Aussagen bei weitem nicht ALLE treffen, aber die Mehrheit. („Ausnahmen bestätigen die Regel.“)

    Ohne Zweifel wurde von Seiten der Landes- und Bundespolitik viel Schindluder getrieben. Ein persönlicher Brief kann keine Lösung sein.
    Zunächst sind die sogenannten Herrn „Doktoren“ keine echten akademischen Doktoren! Der „Dr. med. univ.“ in Österreich ist gleichbedeutend wie der „Dipl.-Ing“ oder der „Mag.“ und somit ein Diplomgrad. Ein tatsächlicher Doktorgrad kann z.B. mit einem 3-jährigen Doktoratsstudium der Med. Wissenschaften erworben werden. Der verliehene akademische Grad wäre dann „Dr. med. univ. et sci. med.“ oder „DDr.“ Sie sind keine echten PhDs aka Dr. und so sollten sie sich auch benehmen und dies auch Leben und sich nicht permanent über andere erhaben fühlen.

    Die Schreibweise für Ihren Brief ist wie folgt richtig:
    „Hochachtungsvoll, Dr. med. univ. Alexander Seewald“ und nicht „Hochachtungsvoll, Dr. Alexander Seewald“.
    Das Führen des Grades „Dr. med. univ.“ als „Dr.“ ist rechtswidrig, weil die Promotionsleistung fehlt!

    Zum Thema Wertschätzung: Es tut mir sehr Leid für die Ärzte das sie sich nicht wertgeschätzt fühlen. Kein Elektriker, kein Metallarbeiter, keine Putzfrau wird wertgeschätzt und bekommt keine Anerkennung von niemandem…beschweren sich diese Menschen? Fordern diese Gruppen eine solch absurde Erhöhung des Gehaltes?
    Die Gehaltsveröffentlichung stimmen nicht für alle, ja. Was noch fehlt sind die außerdienstlichen Zuverdienste der Ärzte durch Gutachter-Tätigkeit, Privatordinationen, usw.
    Zum Vergleich: Als Einstiegsgehalt würde ein fertiger Dipl.-Ing. zwischen € 2300 – 3000 verdienen (arithmetisches Mittel 2010 —> Grenzen nach unten und oben aber noch deutlich offen.). Ein Dr. med. zwischen € 3000-3500 als Grundgehalt (mit Nachtdiensten usw. bis € 4200). Ein Oberarzt erhält im Schnitt das doppelte des Einstiegsgehaltes und muss dafür nicht annähernd so lange im Dienst sein wie vergleichsweise der Durchschnitts-Dipl.-Ing.!!

    Was Markt-Konformität betrifft: Der Begriff Markt ist im höchsten Maße unsozial und unethisch, wie man am Beispiel Bankensektor gesehen hat. (Ich empfehle dazu das Buch „Geld – Die neuen Spielregeln“ von Christian Felder zu lesen. Dies dürfte vielleicht ihre Horizont etwas erweitern.) Wollen sie also wirklich markt-konforme Entlohnung, wie sie keine andere Berufsgruppe bekommt? Die Meisten bekommen viel zu wenig und die Wenigsten viel zu viel. Die Ärzte würden nach der Umsetzung der Forderungen seitens der Ärztekammer, zu den „Wenigsten“ gehören.

    Wenn ein Techniker in einem Krankenhaus Bereitschaft zu leisten hat und kein Vorfall passiert der seiner Bearbeitung bedarf, dann wird auch die Bereitschaft nicht ausbezahlt…es ist ja auch nichts passiert! Wenn ein Arzt Bereitschaft hat und es passiert nichts, wird trotz allem die volle Gehaltssumme ausbezahlt. Wo ist da die Gerechtigkeit??

    @ Turnusärzte: Bedankt euch bei euren Chefs, den Primarärzten und den Oberärzten die ein solch hohes Gehalt bekommen, das für euch nichts mehr übrig bleibt.

    Weitere Frechheiten die sich die lieben Ärzte leisten: Privatordinationen während der Dienstzeiten, Gutachtertätigkeit während der Dienstzeiten (vom Gutachten-System will ich gar nicht anfangen), usw.

    Geht nach Deutschland oder in die Schweiz oder gar nach Amerika…findet heraus wie „wundervoll“ dort alles läuft. Ihr werdet erleichtert sein, wenn ihr nach Österreich zurückkommen dürft! Und JA, wiederum gibt es Ausnahmen! Und zum Thema Anreiz in OÖ zu bleiben: Leute die einen „finanziellen Anreiz“ brauchen hier zu bleiben, sollten besser das Land verlassen! Österreich ist ein wunderschönes, friedliches und qualitativ eines der lebenswertesten Länder der Welt.

    Meiner Meinung nach, sollten sich alle Ärzte bei der Bevölkerung für diese unverschämten Forderungen entschuldigen und wieder auf den Boden der Realität zurückkehren. Und ich stimme Ihnen zu das an dem derzeitigen Gesetzesentwurf noch vieles zu arbeiten ist! Aber die Ärzte sind NICHT die einzige Baustelle im Lande.
    Wenn sie „androhen“ das Patienten die Leidtragenden sind, dann werden sie ihren geschworenen Eid verletzen! Dies ist höchst unethisch!

    Hinterfragen sie Ihre Ansichten nochmals.

    Mit Besten Grüßen ein engagierter Dipl.-Ing. im Medizintechnik-Bereich der eine Teil seiner geringen Freizeit opfert um seine Meinung hier zum Wohle der Gesellschaft zu offenbaren.

    Antworten
    • Dr.med.univ.
      Dr.med.univ. says:

      FYI (N201) Doktoratsstudium Medizin
      Das Doktoratsstudium der Medizin ist der Studiengang zur Ausbildung zum Doktor bzw. zur Doktorin der gesamten Heilkunde nach altem Studienplan und kann nur noch beendet, jedoch nicht mehr neu angefangen werden. Es dauert 12 Semester, davon umfassen das I. Rigorosum vier, das II. Rigorosum drei und das III. Rigorosum fünf Semester. Typisch für die bisherigen Medizinstudien Österreichs ist, dass für die Erlangung des medizinischen Doktorgrades wahlweise entweder eine Dissertation vorzulegen oder eine vertiefte Ausbildung in einem Fach des Studiums zu absolvieren war.

      Antworten
    • AS
      AS says:

      Auf dieses Kommentar müssen jetzt doch wieder einige Richtigstellungen erfolgen:

      Nach altem Studienplan liegen Sie nicht richtig, es handelt sich um ein Doktoratsstudium, wie die vorherige Antwort auf Ihren Brief erklärt.
      Die allerwenigsten Ärzte haben gutgehende Privatordinationen und beinahe niemand betreibt diese in der regulären Arbeitszeit, auch wenn es viell einige schwarze Schafe geben mag. Dasselbe gilt für Gutachten in der Arbeitszeit. Sie sollten gewisse Printmedienartikel lieber vermeiden, aber natürlich lassen sich solche Meldungen gut verbreiten. Wieder mal alle Ärzte über den Kamm schieben ist äußerst unfair.

      Die Forderung von uns allen ist auf das Gehalt bezogen auf die Arbeitsstunde. Keine andere Berufsgruppe hat derartige Arbeitszeiten bei solcher Dauerbelastung und von der Bevölkerung wird das als normal angesehen…
      Bereitschaften, sog. Hintergründe werden bei Ärzten garnicht bezahlt, sondern nur wenn sie unerwartet ins Spital müssen, weil es zwingend notwendig ist. Das heißt der Facharzt sitzt zuhause, ohne ein evtl gemütliches glas Wein abends und ist auf Abruf bereit.
      Der Arzt, der im Spital ist, ist durchgehend drinnen und bekommt die Nachtdienstpauschale, Sie dürfen gerne im Internet nachlesen wie „hoch“ die ist. Und wenn Sie dann bekritteln, dass in einem 25-36h Dienst ein paar wenige Stunden Ruhezeit schlecht bezahlt werden, kann ich neuerlich nur den Kopf schütteln. Die paar Schlafstunden sind nämlich kein Vergleich zum Bett zuhause, weder vom Komfort noch vom Stresslevel her! Nach einem ND ist man beim heimfahren so fit wie mit 0,8%o.
      Ich kann keine unverschämten Forderungen entdecken und hinterfrage meine Ansichten diesbezüglich nicht, wir werden von der ÄK sehr gut vertreten.
      Ihren Buchtip nehme ich gerne an, aber grundsätzlich bestimmt das Angebot die Nachfrage. Insofern kann man gerne abwarten in welche Richtung sich alles entwickelt…
      Es ist auch keine Drohung, dass Patienten die Leidtragenden sind, sondern traurige Realität. Kein Notfall wird warten müssen, allerdings wird es zu Wartezeiten bei elektiven Eingriffen kommen, zu Wartezeiten in den Ambulanzen und beim Hausarzt. Und Für diese Misere muss die Politik geradestehen.
      MfG

      Antworten
      • Eine (auswanderungswillige) Jungärztin
        Eine (auswanderungswillige) Jungärztin says:

        Sehr geehrte/r BG!

        „…dann werden sie ihren geschworenen Eid verletzen! Dies ist höchst unethisch!“

        Wenn hier schon so viel Wert auf Korrektheit gelegt wird, möchte ich gerne darauf hinweisen, dass KEIN ARZT IN ÖSTERREICH den Hippokratischen Eid schwört! Auch das Genfer Gelöbnis wird nicht 1 zu 1 gelobt. Und zu dem Eid den ich geschworen habe: Ich habe gelobt meine Lehrer zu würdigen, meine Universität zu ehren, meinem Berufsstand keine Schande zu machen, ect. – ich habe weder geschworen meine Seele an den Krankenhausträger zu verkaufen noch mich selbst bis zum Umfallen selbst auszubeuten oder durch meinen Arbeitgeber ausbeuten zu lassen.

        „Leute die einen „finanziellen Anreiz“ brauchen hier zu bleiben, sollten besser das Land verlassen!“: Mache ich! So wie die 700 anderen KollegInnen meines Abschlussjahrganges. Danke im übrigen für das Gratis-Studium! Schon blöd, wenn man uns just zu dem Zeitpunkt in dem wir im Gesundheitssystem eingesetzt werden könnten vergrault.
        Auch wenn die Lebenshaltungskosten in der Schweiz höher sind als hier, so wird es mir mit einem doppelt so hohen Gehalt doch nicht schlecht ergehen. Ich habe es satt Fußabstreifer der Politik zu sein! Und es tut meinem Blutdruck nicht gut mich Tag für Tag mit so einem Schwachsinn auseinanderzusetzen, wie sie ihn hier geschrieben haben.

        MfG
        Eine Jungärztin die dabei ist, das Land zu verlassen

        P.S.: Weil hier immer soviele Zahlen genannt werden, hab ich mir meinen tatsächlichen Netto-Stundenlohn ausgerechnet, inkl. aller Zulagen. Ergebnis: 9,70 Euro. Jeder Supermarktmitarbeiter bekommt mehr und das zu gesünderen Arbeitsbedingungen, ohne Studium & ohne die Verantwortung die ein Mediziner tragen muss.

        Antworten
    • Andreas Hofer
      Andreas Hofer says:

      Sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. im Medizintechnik-Bereich,

      wenn schon Klugscheißen, dann aber richtig: egal ob Dr.med.univ. Diplom oder nicht, die Kurzform Dr. darf in Österreich auf jeden Fall getragen werden. Besser mal vorher schlau machen, gelle!!

      Und was der Herr Techniker und viele andere auch bis jetzt immer noch nicht überissen haben ist, worum es hier geht: es geht nicht darum, ob die Ärzte ein „moralsiches Recht haben“ derartige Forderungen zu stellen, oder ob sie lieber Ruhe geben sollten und zufrieden sein sollten. Es geht daraum, dass schon ohne die aktuelle Situation die Ärzte gar nichts mehr fragen sondern einfach in Scharen gehen. Aktuelle Umfrage durch den Vize-Rektor der Med Uni Innsbruck: 70% aller (nicht nur die Ausländer!!) des Jahrgangs gehen ins Ausland! 70% !!!! es geht nicht mehr um moralsiche Aspekte, die gehen einfach. Leute wie Sie, lieber Herr Dipl.-Ing. im Medizintechnik-Bereich, mit Ihrer Ansichten werden gar nicht mehr gehört. Da können Sie umsalbaderen wie sie wollen. Noch bevor Sie Ihr Gedöns rausgebarcht haben sind schon die Nächsten weg. Das werden auch Sie schon noch merken wenn Sie mal einen Arzt brauchen.
      Hier gehts schon lange nicht mehr um irgendwelche Winkelzüge und wie man glaubt die Ärzte wieder hinters Licht führen zu können. Was glaubt Ihr Politiker eigentlich mit wem Ihr es hier zu tun habt? Das ist die Elite des Landes die schlau genung ist zu sehen, was hier schon wieder für eine linke Partie läuft.

      Es ist einfach lächerlich, jetzt den moralischen Auszupacken. Fakt ist: die Ärzte (die bleiben) haben nur gesagt, dass sie sich aber dem 1.1.15 an das Gesetz halten! Nicht mehr, nicht weniger! Aber wenn sich alle Ärzte an das Gesetz halten, bricht das Gesundheitssystem in Österreich zusammen!!!!!!!!!! So siehts aus!!
      Und wer ist daran schuld? die, die Gesetzte befolgen?
      Oder die, die den Ärzten 60 Jahre nach er allgemeinen Einführung einer 48h Woche auch dieses Recht zubilligen? (wohl gemerkt, die 48H Woche dient dabei noch nicht mal dem Wohl der Ärzte sondern dem Schutz der Pat!!).
      Oder sind vielleicht doch die lieben Politiker schuld, die seit über 12 Jahren ihren verdamten Job nicht machen!! Wo bleiben die Amtshaftungsklagen!?!?!?
      Hier sollten Sie mal ansetzten Herr Ingenöör. Oder mit Gorbatschows Worten zu sprechen: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

      PS: wenn man nur das Geld für die verdammte Med Uni Linz in bessere Bedingungen für die Ärzte investiert hätte und dadurch ein Großteil der Absolventen der restlichen Unis im Land gehalten hätte, hätten wir jetzt gar kein Problem und eine Uni Linz bräuchte es nicht. Schon mal drüber nachgedacht Herr „bekomme 250.000 € im Jahr“ Pühringer!?!

      bis neulich…

      Antworten
    • BG
      BG says:

      Ich war schon gespannt auf die Rückmeldungen zu diesem Kommentar. Ehrlich gesagt habe ich mit Morddrohungen gerechnet, aber das hier ist noch um einiges besser. Man sollte diesen Blog wirklich etwas höher im google ranking setzen.

      Was ich im ersten Kommentar nicht erwähnt habe:
      Ich bin kein Politiker und bin auch keinem Parteibuch zugeordnet. Ich unterstütze die Politik keinesfalls in all deren Vorhaben. Ich versuche mich aber durchaus in andere Hineinzudenken, und deshalb habe ich für beide Seiten Verständnis. Wenn sie Menschen sind machen sie Fehler, und wer diese zugeben kann wird zufriedener und ruhiger.

      Um erneut auf das liebe Geld zu kommen:
      Jeder vergleicht sich mit jedem. Alle wollen mehr und mehr. Doch reicht es nicht einfach seine Familie zu ernähren und ein zufriedenes Leben zu führen! Wenn Vergleiche mit anderen Arbeitsgruppen (z.B. Supermarktmitarbeitern, Bauarbeitern,…) getroffen werden und dann mit Argumenten gefeuert wird, dann ist das wie eine „Kanonenkugel“ für die Gesellschaft. Geld wird quasi zur Waffe!
      Natürlich ist die Umverteilung ein politisches Problem, das aber durch die Gesellschaft (also UNS) verursacht wird. „Gier“ ist das was den Menschen treibt, und wer das leugnet stellt sich wieder über alle anderen. Diese Erkenntnis kann einem helfen sich weiterzuentwickeln…zum Besseren. Ich würde gerne wissen wozu jeder einzelne Kommentator auf dieser Website seine Gehaltserhöhung nutzen möchte? Ich bitte um Antworten.

      Zu Den Kommentaren:
      Herr/Frau AS,
      Die Erfahrungen kommen nicht von Printmedien, sondern aus der Praxis in Linzer Krankenhäusern (Durch das benutzen von Computern wird der Mensch gläsern.) Und entschuldigt, wenn ich alle gemeint habe, aber wiederum bestätigt die Ausnahme die Regel.
      Sin sie sich sicher das es keine andere Arbeitsgruppe gibt die solchen Belastungen standhält? Es wäre interessant was sie als Belastung ansehen, den in unserer Gesellschaft gilt ja beinnahe das Zeitungholen als Belastung…unsere Urgroßeltern würden uns allen wohl eine ordentliche „Hausdetschn“ verpassen.
      Alle meine Punkte aus dem Kommentar sind nicht aus dem Internet oder durch Printmedien erzeugt, sondern stammen aus der PRAXIS aus LINZER Krankenhäusern, um dies nochmals klar zu verdeutlichen!

      Frau „auswanderungswille“ Ärztin,
      Das wusste ich allerdings wirklich nicht, das kein Arzt auf den Hippokratischen Eid schwört! Das ist mir wirklich neu. Herzlichen Dank für die Aufklärung. Doch warum schwören die Ärzte nicht darauf?
      Wie bereits erwähnt, werden sie heilfroh sein, wenn sie nach Österreich zurückkehren dürfen, sobald sie einmal im Ausland gewesen sind. (P.S.: In der Schweiz ist vieles anders: Sie ist ein wunderschönes Land mit netten Menschen. Doch das „höhere“ Gehalt wird durch ein interessantes und plausibles Steuersystem auf „österreichisch“ oder „deutsches“ Niveau angepasst im Vergleich zu Lebenshaltungskosten. Diese Infos stammen wiederum von Kollegen aus der Praxi.)
      (Sehen sie in ihrem letzten Kommentar nicht, dass sie sich als Ärztin wieder über andere erhaben fühlen? Sie vergleichen sich wieder mit anderen über das Geld! Seien sie doch endlich etwas mehr zufrieden…das würde Ihrer Gesundheit gut tun. JA, man muss sich beschweren, aber so wie die Ärzteschaft dies gerade praktiziert, ist das ein wahrlich eine Beleidigung für andere.)

      Herr „Andreas Hofer“:
      (Netter Nick-Name….sie stammen wohl aus Tirol.)
      Wenn dies gesetzlich erlaubt ist, dann nennen sie mir den Artikel (RIS-Link) reicht. Wenn es erlaubt ist, so finde ich diese Praxis nicht fair! Denn „wahre Dr.“ verdienen mind. 3 Jahre lang „wesentlich“ weniger die Ärzte und dürfen sich erst nach unzähliger Schikanen an den Universitäten den „Dr.“-Titel vor den Namen setzen….die Ärzte machen das einfach so. Fairness??
      Dann gehen sie eben. Und Statistiken die ich nicht selbst „gefälscht“ habe, sind für mich nicht aussagekräftig. Würden diese Ärzte (oder andere Akademikergruppen) jemals zugeben das es in Österreich besser war, wenn sie jemand fragt? Wann werden sie gefragt, wie schön es ist im Land XYZ?…1, 2 Jahre nachdem sie dort angekommen sind? Einmal umgezogen, tut man sich das nicht unbedingt ein zweites oder gar drittes mal an…schon überhaupt nicht mit Kindern!
      DANKE, das sie sich als ELITE Österreich bezeichnet haben. Das untermauert mein Argument „Ärzte fühlen sich über alle erhaben“. Ohne andere Berufsgruppen wie die Pflegekräfte, die Reinigungskräfte, die Assistenz und JA die Techniker könnten Ärzte ihren „Job“ niemals erledigen. (falls Beispiele gewünscht werden, habe ich jede Menge.)
      ad P.S.: Wie schön unterstützer für die MedUni Linz zu haben. Schon klar das sich die Tiroler nicht darüber freuen. Diese Fakultät hat viele Vorteile aber auch viele Nachteile. Aber diese Diskussion hat hier keinen Sinn, denn entweder sie wissen über die Finanzierung usw. bescheid, weil sie Einblick haben, oder sie lassen nur warme Luft heraus, weil es sich gut anhört. Jedenfalls sollten sie diese Diskussion wohl woanders führen, oder konkrete Zahlen bringen.)
      —————————

      Wenn man sich über Politik beschwert, dann darf man nicht nach österreichischer Manier einfach alles herauslassen, sondern muss Lösungen bringen. Die Lösung wäre auf Lange Sicht ein neues politisches System mit Volkskonventen, Abstimmungen nach dem Modell des systemischen Konsensierens (siehe TU Graz), !strikter! Gewaltentrennung und jeder Menge mehr. (Bei Interesse einfach melden.)
      Die Lösung auf kurze Sicht: Neuaufstellung der Gehalts-Schemen für Ärzte (Umverteilung vom Primar und Oberarzt auf die Turnusärzte und auszubildenden Fachärzten), Einhaltung der Stundenzeitregelung laut EU, Gehaltsanstiegsforderungen wie bei KEINER anderen Berufsgruppe reduzieren (10-15%….leider merken offenbar die Turnusärzte nichts davon.), Kompensation des „Ärztemangels“ durch Einstellung von mehr Ärzten zu besseren Bedingungen infolge der Neuaufstellung, …

      Mit Besten Grüßen

      Antworten
      • Dr. Dipl.-Ing. F.U.
        Dr. Dipl.-Ing. F.U. says:

        FYI
        Troll (Netzkultur):
        Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, welche Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion enthalten, mit der Motivation, eine Reaktion der anderen Teilnehmer zu erreichen. In darauf bezogenen Bildern wird oft der aus der Mythologie bekannte Troll dargestellt. Ein gelegentlich gebrauchtes Synonym ist Twit (engl: Dummkopf).

        Die zugehörige Tätigkeit wird „trollen“ genannt.

        Antworten
        • BG
          BG says:

          DAU
          Abkürzungen und Aufklärungen….sehr feine Stellungnahme. (Das eigentliche Diskussionthema versinkt aber nicht im Chaos und ich weide mich nicht an den hochsclagenden Wellen)
          Und Meinung zum Thema selbst?

          Antworten
          • ECS
            ECS says:

            Zum Thema keine „echten“ Doktoren: Mittlerweile ist es verpflichtend am Studienende eine sogenannte „Diplomarbeit“ einzureichen. Diese entspricht aber in den meisten Fällen dem Umfang und vor allem dem qualitativen Inhalt einer Dissertation, die ja bekanntlich dann zum Doktorat gehört. Ich selbst habe 2 Jahre mit Arbeit an meiner Arbeit verbracht – zwischen den Vorlesungen und Praktika und auch am Abend bzw. in den Ferien. Also habe ich nicht nur meine Zeit an der Uni abgesessen und ein paar Prüfungen gemacht um dann einfach so den Titel verliehen zu bekommen. Meines Wissens gibt es den Doktortitel per se allein stehend überhaupt nicht, da er immer mit „iur“ oder „rer. nat.“ oder „phil.“ etc. vergesellschaftet ist.
            Warum schwören wir nicht den Hippokratischen Eid? Weil da so Dinge drinnen stehen, dass es uns untersagt ist einer Frau bei der Abtreibung zu helfen. Manchmal gibt es aber auch sehr gute Gründe dafür bzw. ist eine medikamentöse Abtreibung bei einer verhaltenen Fehlgeburt notwendig, damit die Betroffene nicht an einer Blutvergiftung versterben muss……
            Und zum Thema Medizinische Techniker im Krankenhaus: wann immer ich wegen eines technischen Problems nach 15:30 Uhr Hilfe gebraucht habe, zB bei einer defekten Spaltlampe um Fremdkörper aus den Augen zu entfernen (ist doch ganz nützlich, wenn man dabei etwas sieht), wurde ich prinzipiell angeschnauzt, warum so was immer erst zu so einer unmöglichen Zeit wie 17 Uhr auffällt. Ja tut mir furchtbar leid, wenn der Bereitschaftsdienst in seiner Bereitschaft einen Anruf erhält. Kommt übrigens daher, dass zB diese Spaltlampe erst ab 16 Uhr benutzt wird, da sie in einer medizinischen Notaufnahme steht. Davor werden die Patienten in der normalen Augenambulanz versorgt.
            Eh alles egal, es wurmt mich nur, dass sich bei den Piloten, Metallern, Lehrern etc. offensichtlich niemand daran stört, wenn sie streiken oder sich gegen 1 (!!!) Arbeitsstunde mehr pro Woche wehren .

      • Andreas Hofer
        Andreas Hofer says:

        Sehr geehrter Herr Troll, äh Dipl.-Ing., (sorry Freud lässt Grüßen)

        es ist relativ egal, ob die Ärzte was besseres sind oder nicht oder was ausgerechnet Sie davon halten, das bringt keinen weiter.
        Erstaunlicher Weise erhalten Ihre Ausführungen sogar einen hellen Satz: „Kompensation des „Ärztemangels“ durch Einstellung von mehr Ärzten zu besseren Bedingungen“
        Das ist der Kern des Problems und jeder kann überlegen welche Mittel geeignet sind, die dringend benötigten Ärzte anzuwerben und zu halten. Den ganzen anderen Rest kann man vergessen!

        Antworten
    • Andreas
      Andreas says:

      Sehr geehrter Medizintechniker!

      Es geht um die ARBEITSZEIT, capito?

      Ein Problem, das die Politik seit 11 Jahren vor sich herschiebt.

      PS: Ich entschuldige mich in aller Form bei der österreichischen Bevölkerung für den stumpfsinnigen und höchst entbehrlichen Kommentar des Herrn BG, der sich weigert, den Kopf aus dem Sand zu ziehen und tatenlos bleibt, angesichts der Abwanderung des medizinischen Nachwuchses.

      Er war sicher noch nicht ernsthaft krank und leidet an mangelndem Abstraktionsvermögen. Denn auch er hat das Recht, von einem ausgeschlafenen Arzt behandelt zu werden – er verabsäumt es aber, dies von der POLITIK einzufordern.

      ein Troll halt.

      Antworten
      • BG
        BG says:

        Sehr geehrter „Herr Andreas“,

        Und was habe ich in meinem Kommentar vom 30.12. (oben) geschrieben…Einhaltung der neuen Regelung und und und….LESEN SIE.
        Ein junger Mann ohne einen Funken Weitblick und der noch dazu versucht hinten herum beleidigend zu sein. „Du ghörst moi gscheid übas Knie g’legt!“

        Zu meiner Gesundheit: Bringen Sie keine Dinge ins Spiel von denen Sie keine Ahnung haben.
        Und vor allem greifen Sie Themen auf, zu denen ich mich bereits geäußert habe und Ihnen dabei recht gegeben habe.

        Ich beschwere mich lediglich über die ungerechten Lohnforderungen seitens der ÄK!

        Für mich spiegeln Sie, Herr „Andreas“ als „Person im Internet“ einen Menschen wieder der im realen Leben seinen Mund nicht aufbekommt, und wenn doch dann kommt nur heiße Luft heraus. (Siehe oben)

        Um es in Ärztesprache auszudrücken: Sie leiden an mangelndem Hausverstand und geben Mundstuhl von sich.

        Antworten
    • Dr Michael Dolezal
      Dr Michael Dolezal says:

      Wo liegt das Problem? Erstens war es per definitionem ein Doktoratsstudium, also IST der Dr med univ „ein Doktor“, zweitens gehts nicht darum. Relativierungen sind Unfug, höflich gesagt. Wir sind Ärzte, und haben ein gültiges Doktorat. ABER:
      Es geht um unsere Arbeitszeiten im Spital, die seit 11Jahren entgegen der EUGesetzgebung und seit kurzer Zeit entgegen der EURechtsprechung nicht legal sind und mittels legistischer Tricks seitens der österreichischen Politik bis mindestens 2021 prolongiert werden sollen. Im Vergleich zu anderen, insbesondere benachbarten Ländern SIND wir unverhältnismäßig schlecht bezahlt, notabene im Grundgehalt. Über die weitreichenden Folgen eines sehr niedrigen Grundgehaltes mit hohem Anteil an Variablen brauche ich Sie als Akademiker wohl nicht aufklären. Man kann ruhig so weitermachen, dann werden immer mehr Leute abwandern. Den Begriff Marktkonformität muss ich Ihnen bei Ihrem Beruf hoffentlich auch nicht erklären. Allein Deutsvhland könnte bis ca 2030 die gesamten (!) Absolventen aller österreichischen Med Unis aufnehmen. Wenn das kein erkennbarer Grund für Verbesserung unserer Situation ist, dann tut mir die Politik nicht leid, die Konsequenzen werden recht bald erkennbar werden und die Politik hat Erklärungsbedarf. Diese hat das Desaster verursacht. Nicht wir. Was wir fordern ist unser Recht als Arbeitnehmer. 11Jahre „Übergangszeit“ sind genug, ich persönlich werde kein Opt Out unterschreiben, sollte sich eine Reduktion meines Gehaltes ergeben, gibt es genügend Kompensations-bzw Alternativmöglichkeiten. Kollegen, die ein größeres Problem damit haben, werden halt eher gehen.
      Mit interakademisch freundlichen Grüßen. 😉

      Antworten
      • BG
        BG says:

        Herr Dolezal,

        Es tut mir sehr leid Ihre Illusion zerstören zu müssen, aber der „Dr. med. univ.“ ist ein Diplomgrad….angebliches Doktoratsstudium hin oder her.
        Hier nochmals der Link zu help.gv Seite:
        https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/173/Seite.1730507.html
        JA, das ist eine Nebendiskussion die mit dem Thema selbst nichts zu tun hat, richtig. Dennoch habe ich dieses Thema ins Spiel gebracht, weil es mir ein langjähriger Dorn im Auge war.

        Ich habe teilweises Verständnis für die Forderungen (hatte ich von Anfang an), aber keinesfalls vollstes. Das wäre einfach nicht gerecht!

        Ich möchte Sie gerne fragen, wie viel Sie netto monatlich verdienen Herr OA Dr. Dolezal? (Ich kenne Sie ohnedies, auch wenn sie mich nicht mehr kennen)

        Antworten
        • AS
          AS says:

          Und zum xten mal für alle Superakademiker wie Herrn BG, dem alle Drs. Ein Dorn im Auge sind, weil ja e nur DIs:
          Wir wollen nicht MEHR Geld, sondern einen Ausgleich für die zu erwartenden finanziellen Verluste wenn jetzt endlich auch für uns einmal halbwegs normale Arbeitszeiten gelten dürfen. Das hat mit dem von Ihnen so frech geforderten „wieviel verdienen Sie netto Herr Dolezal?“ nix zu tun, außer Sie wollen den Stundenlohn wissen! Im Gegenteil, geben Sie Ihre richtige Identität preis wenn Sie hier schon so ein Weiser unter Weisen sind….

          Antworten
          • AC
            AC says:

            In den Diskussionen zwischen eurem Standesvertreter Herrn Niedermoser und der Politik geht es aber nur um Geld?

        • Dr Michael Dolezal
          Dr Michael Dolezal says:

          Nun, ich kann aus Ihren Beiträgen nicht wirklich erkennen, wann ind wo wir miteinander zu tun gehabt haben könnten. Macht nix, ich bin via facebook und mail sehr leicht aufzufinden. Wenn Sie mich daher besser kennen als ich momentan vermute, wissen Sie auch über meinen Lebensstandard Bescheid, zu Ihrer diesbezüglichen Frage: ich verdiene ca 1800€ weniger pro Monat als es LH Pühringer in seinem persönlichen Brief an mich angegeben hat. Wenn Sie mich besser kennen, als ich vermute, dann wissen Sie darüber Bescheid dass mir die Diskussion übers Gehalt nur mäßig wichtig ist. Die hat die Politik aus klaren Gründen vom Zaun gebrochen, Sie werden wissen, warum. Wenn Sie mich besser kennen als ich vermute, werden Sie wissen, dass mir die Stellung meines Titels in der akademischen Hierarchie ziemlich blunzn ist. Es ist eine Begleitnotwendigkeit zur Ausübung meines Berufes. Nicht mehr. Das eigentliche Thema der Diskussion ist die Arbeitszeit. Sollten Sie sich doch persönlich genauer deklarieren wollen, können Sie das gern über die Kontaktmöglichkeiten tun. Ohne Feindseligkeit, ich respektiere Leute, die zu ihren Äußerungen persönlich stehen. Ich tue das, wie Sie sehen. MfG

          Antworten
    • SP
      SP says:

      Wenn teilweise auch etwas harsch formuliert muß man dem Gesagten eigentlich zustimmen. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen geht es den Medizinern sehr gut! Die Forderungen der Ärzteschaft sind angesichts einer explodierenden allgemeinen Arbeitslosigkeit haarsträubend! Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Antworten
      • Dr Michael Dolezal
        Dr Michael Dolezal says:

        Nun, wenn Sie es haarsträubend empfinden, dass wir ein Arbeitsrecht einfordern, das andere Branchen 1954 bekommen haben und ein Gesetz einfordern, das seit 2003 als EU Gesetz gilt, so what. In Zeiten allgemein hoher Arbeitslosigkeit, wird man auch auf uns verzichten können?

        Antworten
  7. Adrian Mirtl
    Adrian Mirtl says:

    Lieber Alex!

    Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen! Schließe mich vollinhaltlich deinen Ausführungen an, es wird natürlich weiterhin bewußt verschwiegen, was für erbärmliche Grundgehälter wir haben, sonst wär die Diskussion ja schon lang beendet. So kann man der Bevölkerung noch bewusst vorlügen, wir seien ein geldgeiler Haufen…

    Antworten
  8. Veronika Szücs
    Veronika Szücs says:

    Das ist wirklich ein guter Brief und es hat den Nagel auf dem Kopf getroffen. Ich bin Arbeiterbetriebsrätin in einen Ordensspital und weiß das alle Mitarbeiter in den Krankenhäusern ihr bestes geben. Ich weiß auch, dass man sparen muss, aber man kann alles zu Tode sparen und das auf dem Rücken der Mitarbeiter. Wir haben voriges Jahr gestreikt und wir scheuen uns nicht davor dies auch nächstes Jahr wieder zu tun. Den auch für das nicht ärztliche Personal ist anscheinend kein Geld da. Dann kann unser Herr LH auch keinen Wahlkampf führen? Oder ist da Geld vorhanden.

    Antworten
  9. Claudia Naderer
    Claudia Naderer says:

    Dieser Brief ist absolut perfekt und spiegelt – glaube ich – die Gefühlswelt vieler unserer Kollegen wider. Wir wollen keine Verdienstorden oder Denkmäler oder sonstige Huldigungen. Wir wollen faire, gerechte, lebenswerte Arbeitsbedingungen zu marktkonformen Löhnen.
    Danke Alex!

    Antworten
  10. Fritz Knogler
    Fritz Knogler says:

    Die protestierende Ärzte haben vollkommen recht! Die Politiker nehmen den Steuerzahlern zuviel an Steuern weg und geben fast nichts mehr zurück.
    Man soll endlich diese Politiker abwählen!Anscheinend begreifen die österreicher die Abwahl nicht!

    Antworten
  11. Andreas
    Andreas says:

    Bitte weiterverbreiten! Das ist eine wichtige Information, die der Bevölkerung nicht vorenthalten werden darf. Der LH bezeichnet dies als „Verunsicherung der Bevölkerung“.

    Es handelt sich indirekt um eine Verunsicherung der Bevölkerung, da in Frage steht, ob die politische Führung auf Landesebene das Vertrauen rechtfertigt, das sie (noch) genießt.

    Dieser Brief ist nur die Spitze eines gewaltigen Eisberges. Leider muß man davon ausgehen, daß die großen Zeitungen die Debatte darüber kleinhalten wollen und (aus eigener Erfahrung) Leserbriefe mit Bezug zur Arbeitszeit der Spitalsärzte nicht abdrucken.

    Daher wäre es wichtig, diese Infos über die informellen Kanäle, im Freundeskreis, zu verbreiten.

    Vielen Dank für die offenen Worte und das nicht unbeträchtiliche Risiko, dem sich der Autor aussetzt.

    Meine Unterstützung ist – im Rahmen meiner Möglichkeiten – jedenfalls gesichert.

    Antworten
  12. Trimmel Franz
    Trimmel Franz says:

    Sehr geehrter Herr Dr.
    was erwarten Sie von Personen, die zeitlebens immer am Futtertrog der Steuerzahler naschten und noch nie einer echten Arbeit nachgegangen sind? Sich am Buffet labend ein paar sinnfreie reden schwingend, zig Tausende euros einstreifend, dürfen sie nur erwarten, dass sich diese Herren für mehr Privilegien und Zulagen ihresgleichen stark machen! Die anderen sollen schuften bis zum abwinken, und mit karger Rente den Rest des bedauernswerten Lebens fristen. Hauptsache für den LH und seine getreuen reichts für sorgefreiheit bis ins Grab und der Familie darüber hinaus

    Antworten
    • Dr Michael Dolezal
      Dr Michael Dolezal says:

      Sehr geehrter Franz Trimmel! Es ist eines unserer schwierigsten Probleme, die sehr überdehnten Äußerungen der Politiker in unsere Richtung wenigstens einigermaßen ins Lot zu bekommen. LH Pühringer hat im Neuen Volksblatt aktuell ein Interview gegeben, das wirklich zornig macht, wenn man es als Betroffener liest. Mir fallen sehr spontan dazu einige wesentliche Dinge auf:
      1) das AZG liegt nicht erst seit November vor sondern seit 2003. das was seit November vorliegt, ist ein aus Nervosität geborener Notausgang um das gültige Gesetz zu umgehen. Ergo, der LH sagt nicht die ganze Wahrheit. 2) die Regelung wurde ganz bewußt auf die lange Bank geschoben. Der LH weiß das, er ist seit mindestens 5 Jahren dafür verantwortlich. Ergo, der LH sagt nicht die ganze Wahrheit. 3) die Mediangehälter sprechen eine andere Sprache als die Daten des LH. Er weiß das, ergo, der LH sagt der Bevölkerung nicht die ganze Wahrheit. 4) die ersten Fachärzte aus der MedUni Linz werden ca 2025 bereit sein. Der LH weiß das. Dazu studieren die derzeit wenigen Studenten in Graz, die entsprechende Anzahl Plätze wurden anderswo abgezogen, d h es gibt keinen einzigen Studienplatz mehr dadurch. Der LH weiß das, ergo, der LH sagt der Bevölkerung nicht die ganze Wahrheit über das teuerste Wahlplakat Mitteleuropas, das sich ein amtierender Landeshauptmann auf unser aller Kosten leistet. Aber, Hauptsache, es gibt schon einen Vorstand.

      Dadurch geht der eigentliche Sinn der Diskussion, nämlich die Normalisierung unserer Arbeitszeiten, wie es im EU-Gesetz vorgesehen ist, seit 10(!) Jahren in einer Serie von politischen Nebelgranaten fast verloren. Und in dem Punkt werden wir von ALLEN politischen Gruppen verlassen.

      Antworten
  13. walkner heidi
    walkner heidi says:

    ausgezeichneter brief, ich werde versuchen, ihn auf facebook zu teilen! ungeheuerlich, wie die landeshauptleute in diesem bereich agieren, lügen, neid schüren – erbärmlich! so wichtig, dass die ärzte an einem strang ziehen, nur so werden sie erfolgreich und die bevölkerung letztendlich medizinisch weiterhin zumindest halbwegs gut versorgt sein.

    zur untermauerung des schreibens von herrn. dr. seewald) noch eine kleine statistik zum kaufkraftbereinigten nettoeinkommen der ärzte:
    ärzte mit dienstzeiten 3-5 jahre:
    unter den ländern dänemark, frankreich, niederlande, norwegen, österreich, schweden, schweiz, großbritannien und deutschland liegt österreich sowohl beim minimal- als auch beim maximalwert der gehälter an vorletzter stelle (nur frankreich bezahlt noch schlechter).
    ärzte mit dienstzeiten 5 – 8 jahre:
    hier liegt österreich beim minimalwert der gehälter unter den o. a. ländern an letzter stelle, beim maximalwert an vorletzter.
    (quelle: KPMG – auswertung öffentlich verfügbarer quellen zu europäischen ärztegehältern)

    Antworten
  14. Ernst Prammer
    Ernst Prammer says:

    Ein sehr guter Brief.
    Ich bin kein Arzt, aber das Gesundheitswesen hat uns ALLE zu interessieren. Jeder kommt früher oder später in die Situation der medizinischen Betreuung! Mir ist die Gesundheit wichtiger als Musikhäuser, Opern sowie Politikerdenkmäler die letztendlich wir Steuerzahler finanzieren. Bleiben wir doch beim Wesentlichen – beim ÜBERLEBEN!
    Ernst Prammer

    Antworten

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