Österreich, Land der Fjorde

Im heurigen Frühjahr gönnte ich mir eine Reise nach Norwegen – wunderschön und viel zu kurz, brauch ich wohl nicht extra zu erwähnen. Das Hurtigruten Postschiff führte uns ganz rauf bis in den Norden, 2465 km sind das in einer Richtung von Bergen bis Kirkenes – und dann wieder alles retour. Das Land sieht aus, als hätte man die Alpen unter Wasser gesetzt: aus dem Meer ragen verschneite Berggipfel, wir fahren auf der Höhe der Schilift Bergstationen, ab Hammerfest oberhalb der Baumgrenze. Überall auf jedem Felsbuckel stehen Häuser, und zwar schon seit Jahrtausenden. Man fragt sich als neuzeitlich Reisender: wie funktioniert das hier? Schnell mal einkaufen gehen, die Kinder zur Musikschule bringen, Kanalisation, Müllabfuhr? Und als Arzt kommt schnell die Frage: Visite? Geburtshilflicher Notfall? Akuter Blinddarm? Schlaganfall? Ja klar: hier gibt es Hubschrauber – nur: 3 Monate im Jahr ist es ziemlich finster, da ist nix mit Flugrettung.

In solchen Gegenden macht der Tele-Doktor bestimmt Sinn, genauso wie es in Australien Sinn macht, per Skype den Schulunterricht mitzuverfolgen.

Den Sinn einer Telefon-Hotline in Österreich, bei der nicht mal Ärzte ans Telefon gehen, erkläre mir jetzt bitte jemand konkret! Ich bin echt gespannt.

 

Dr. Ursula Hammel ist Allgemeinmedizinerin in Schärding

1 Antwort
  1. AE
    AE says:

    Der Sinn der Telefonhotline…
    Der Patient soll langsam und schonend, ohne sich aufzuregen und die Politik mit nassen Fetzen zu versorgen, darauf vorbereitet werden, daß er IM KASSENSYSTEM keinen freien Zugang mehr zum Arzt hat.

    Das MVZ, das laut Gesundheitsreform kommt, hat an der Rezeption eine Krankenschwester sitzen, die den Patienten mit ein paar gutgemeinten Ratschlägen wieder nach Hause schickt (oder zur Massage/Ernährungsberatung…). Wenn´s nach einer Woche nicht besser ist, darf er wieder kommen.

    Zum Arzt darf er nur außerhalb des Kassensystems, indem er zum Wahlarzt geht. Das geht nur, wenn er in Vorleistung gehen und sich 20 oder mehr Prozent Selbstbehalt leisten kann.

    Das Ganze dürfte allerdings mehr kosten, als die Honorare für die praktischen Ärzte, naja, Hauptsache, die Medizin ist nicht mehr so arztlastig (zit. n. „Patientenanwältin“ Pilz)
    LG AE

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