Nach 20 Jahren Ehe mit einem Arzt…

Auch der Ehemann der Autorin hat einen Brief geschrieben – diesen finden sie hier

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,

Sie richteten vor Weihnachten einen „persönlichen“ Brief an meinen Mann, Kinderarzt und Kinderkardiologe bei den Barmherzigen Schwestern in Linz.
Da seine Arbeitssituation auch mein Leben seit 20 Jahren maßgeblich prägt, erlaube ich mir eine Stellungnahme, vor allem weil Ihr Brief mich in der „schmerzlichsten“ Zeit des Jahres traf: Während andere mit der Familie selbstverständlich Weihnachten, Silvester feiern und mit Kindern Skifahren, ist das bei uns Jahr für Jahr eine Zitterpartie: Gibt es überhaupt Tage, die wir als Familie aktiv gemeinsam verbringen können? Oder bleiben wieder nur Tage, an denen mein Mann übermüdet Großfamilientreffen „absitzt“, weil er einen Nachtdienst nach dem anderen leisten muss? Schließlich haben viele niedergelassene Ärzte geschlossen, weshalb die Ambulanzen überfüllt sind (Winter ist Infektionszeit, was vor allem auf den Säuglings- und Kinderstationen bemerkbar ist) und auf der anderen Seite möchte jede/r Spitalsarzt/Spitalsärztin ein paar Tage frei haben, also arbeitet man die restlichen Tage doppelt so viel für die Kollegen/Kolleginnen. Glauben Sie mir, Herr Landeshauptmann, die freien Tage sind geprägt von Müdigkeit, weshalb wir seit mehr als 20 Jahren nicht mehr wirklich Silvester gefeiert haben, auch wenn mein Mann nicht Dienst hatte. Unsere beiden Söhne (mittlerweile 16 und 18 Jahre alt) können ein Lied davon singen, was es heißt, „Spitalsarzt“ zu sein, weshalb für beide völlig ausgeschlossen ist, Medizin zu studieren, denn sie möchten einmal Familie und Feiertage genießen können!!!

Ich habe es so satt: Die Diskussion um die Arbeitszeiten und die Diskussion um die hohen Gehälter der Ärzte! Hier die Wahrheit über den Alltag eines 46-jährigen Kinderarztes:
Zu Beginn seiner Tätigkeit im Krankenhaus (1994) leistete er oft 120 Wochenstunden mit einem Stundenlohn von knapp 10 Euro! Wir wohnten mit zwei kleinen Kindern in einer 70-m²-Wohnung in Linz, bekamen von den Banken keinen Kredit für eine Eigentumswohnung oder ein Haus, aufgrund des geringen und unsicheren Einkommens(!), und ich konnte nicht mehr im gewünschten Ausmaß in meinen Beruf zurückkehren, obwohl auch ich eine akademische Ausbildung habe, da sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit einem Arzt als Mann und ohne helfende Großeltern als einzige große Lüge herausstellte.

Mit den ersten Arbeitszeitdiskussionen (60-Stunden-Woche) änderte sich unter anderem, dass bestimmte Tätigkeiten nicht mehr im Krankenhaus, sondern zu Hause gemacht wurden, was sich derzeit fortsetzt. Für unsere Familie zählen jedoch nicht die Stunden, die vom Krankenhausvorstand gezählt werden, sondern die tatsächlichen Arbeitsstunden, also auch folgende Zeiten:
• Fortbildungstage und Arbeitsgruppensitzungen. Im Jahr 2014 waren das 22 Tage bzw. Abende und 9 Nächte, die mein Mann deshalb nicht bei seiner Familie sein konnte.
• Vorbereitung von Vorträgen: 3 im Jahr 2014, die im und für das Krankenhaus geleistet wurden, jedoch an zahlreichen Abenden und Wochenenden zu Hause vorbereitet wurden, da es sich nicht um „Schulreferate“ handelte, sondern dafür z.B. unterschiedliche Herzgeräusche aufgenommen und zusammengeschnitten worden sind, um sie akustisch zu präsentieren usw.
• Erstellung von Dienstplänen für die 10 KollegInnen seiner Abteilung – auch dafür hat mein Mann im Krankenhausdienst nicht die nötige Zeit und Ruhe. Derzeit verschlingt die Dienstplanerstellung jedoch Unmengen an Stunden! Wussten Sie übrigens, dass bei Ärzten schon seit Jahren Feiertage mit null Stunden berechnet werden? (Im Unterschied zu anderen Berufstätigen, wo Feiertage wie Urlaubstage berechnet werden.)
• Zahlreiche Telefonate, die von zu Hause aus getätigt werden, um sich über Laborbefunde und das Befinden von Kindern zu erkundigen, die von ihm betreut werden uswusf.

Zähle ich diese Zeiten alle zusammen (so wie für Sie das früher als Religionslehrer vermutlich selbstverständlich war), komme ich immer noch auf eine Arbeitszeit, die weit über der bisher erlaubten 60-Stunden-Grenze liegt, mit einem unfassbar geringen Stundenlohn, vor allem auch angesichts der außergewöhnlichen Belastung – nehmen Sie sich doch einmal die Zeit und begleiten Sie eine Ärztin oder einen Arzt bei einem Notfall im Kreißsaal!
Mittlerweile wohnen wir zwar in einem Haus, allerdings im Bezirk Steyr-Land, da Linz für uns nicht leistbar gewesen wäre, und mein Mann pendelt mit dem Zug nach Linz. Wir besitzen zwei für uns leistbare Autos, nämlich einen Skoda Fabia und einen Skoda Octavia. Unsere Freunde fahren auf Urlaub nach Thailand und Afrika, wir fahren seit Jahren nach Zell am Moos am Irrsee. Ich hätte aufgrund meiner Verspannungen gerne eine neue Matratze, derzeit kann ich sie mir nicht leisten, da ein paar Hausreparaturen fällig waren, die für uns, so mein ganz sicher nicht unbegründeter Verdacht, immer etwas teurer sind. Ich nenne das den „Ärztezuschlag der Handwerker“, denn als Arztfamilie gelten wir als die „Gstopften“.

Wir sind es nicht. Wir sind auch nicht arm, aber unser Familieneinkommen liegt nicht dort, wo sich die Bevölkerung das vorstellt und die Auswirkungen der Arbeitszeiten sind ebenfalls für Außenstehende nicht vorstellbar! Ich musste Zeiten erleben, in denen meine Kleinkinder weinten(!), weil Papa wieder Nachtdienst hatte, wieder nicht nach Hause kam, sie ihn wieder nicht sehen, fragen, sprechen konnten… Und noch heute gingen sich bei den Übungsfahrten für den L-17-Führerschein unseres Sohnes ganz genau vier Fahrten mit seinem Vater aus, von insgesamt 114 Übungsfahrten!!!

Mein Mann liebt seinen Beruf, anders wäre die Situation nicht auszuhalten, allerdings leidet er zunehmend unter den Folgen der Nachtdienste. Deshalb (und nicht um sich zu bereichern!!!) begann er vor fünf Jahren mit einer kleinen Wahlarztpraxis, in der Hoffnung, sich dadurch leisten zu können, auf ein paar Nachtdienste zu verzichten. Aufgrund des zunehmenden Ärztemangels ging diese Rechnung leider nicht auf. Mit den geringen Ordinationszeiten (ein Nachmittag und ein Abend pro Woche) können nicht einmal jedes Monat die Fixkosten gedeckt werden. Nur weil wir die Ordination als „Familienbetrieb“ führen (ich versuche am Telefon und am Computer möglichst alles zu organisieren und zu klären, was nicht unbedingt in der Ordination sein muss) können wir hoffentlich bald das Ultraschallgerät abzahlen und dann wieder zusperren, obwohl im Raum Steyr der Bedarf an KinderärztInnen groß wäre. Früher hatte ich nie gehört, dass eine Wahlarztpraxis geschlossen wird, nun kenne ich schon drei Kinderärzte, die aufgrund von Arbeitsüberlastung bzw. zu hoher Fixkosten wieder aufgehört haben. Wir werden die nächsten sein.
Ja, auch ich kenne Ärzte, die wirklich viel verdienen. (Aus meiner Sicht angemessen an den außerordentlichen Berufsalltag!) Aber interessant, dass Sie ausgerechnet jetzt – wo alle mit Verdiensteinbußen rechnen müssen – diese Unterschiede hervorstreichen und auf sie aufmerksam machen. Ist das politische Taktik, um die Einigkeit der Ärzte bezüglich Arbeitszeitgesetz zu stören, um Unfrieden und Neid zu schüren? Hätten Sie als Gesundheitsreferent nicht schon längst diese Ungleichverteilung beseitigen können? Aber Ihren Vorschlägen bezüglich einer Umverteilung der Ambulanzgebühren trauen selbst wir nicht, denn mein Mann bekommt so gut wie keine Ambulanz- und Sondergebühren, was sollte ihm da selbst eine 100-prozentige Steigerung bringen?
In Bezug auf die Arbeitszeiten wäre eine große Erleichterung, wenn die Ambulanzen und Telefondienste der Ärzte nicht mehr „missbraucht“ werden würden. Ich kann es nicht fassen, wenn mein Mann beispielsweise erzählt, dass er in der Nacht von einer Großmutter angerufen wird, ob sie ihrem Enkelkind ein zweites Kakaofläschchen machen darf oder ob das zu viel ist. (Und die sich ärgert, wenn er nur kurz angebunden antwortet, obwohl sie die Leitung besetzt, wo er vielleicht fünf Minuten später im Sprint in den Kreißsaal hetzen muss, um ein Neugeborenes zu reanimieren.) Wenn ihn eine Mutter fragt, ob sie ihrem Kind neue Schuhe kaufen soll, weil es von den alten eine Blase bekommen hat. Wenn manche Eltern grundsätzlich bei jeder Kleinigkeit (ob Insektenstich oder Fieber) ins Krankenhaus kommen, weil ihnen niemand klar macht, dass der erste Weg eigentlich zu einem/einer niedergelassen Arzt/Ärztin wäre…

Wie hält man diese unglaublichen Arbeitszeiten so lange aus? Eben leider nicht: Mein Mann leidet seit Jahren an Bluthochdruck und Schlafstörungen. Er ist überzeugt, nicht alt werden zu können, aber aus Liebe zu seinem Beruf bleibt er im Krankenhaus. Und aus Liebe zu ihm, bin ich immer noch nicht geschieden, obwohl ich ursprünglich Feministin war, die sich nie vorstellen hätte können, einmal auf Halbe-Halbe zu verzichten, sich in totale finanzielle Abhängigkeit zu begeben, zu ertragen, als „Gstopfte“ betrachtet zu werden und doch auf alten Matratzen liegen zu müssen…
Was bleibt, ist die Trauer meines Mannes, so viel unwiederbringlich versäumt zu haben: Zeit mit der Familie, Zeit für und mit den eigenen Kindern…

Und aus Verantwortung für die nächste Generation wird mein Mann niemals ihrem Opt-Out-Vorschlag zustimmen.
Mitverantwortlich für unsere Situation mache ich Ihre jahrzehntelange Untätigkeit als Gesundheitsreferent. Ich mache Sie auch verantwortlich für das verzerrte Bild, das derzeit über Medien der Bevölkerung vermittelt wird.
Ich habe keine große Hoffnung, dass sich die Arbeitssituation wesentlich bessert (denn mein Mann wird seine Patientinnen und Patienten nicht im Stich lassen und weiter immer mehr Tätigkeiten in die „Freizeit“ verlagern), aber ich bitte Sie:
Ermöglichen Sie uns zumindest, weiterhin unsere Kredite zurückzahlen zu können!
Und beenden Sie die mediale Hetze gegen die Ärzte mit ihren hohen Gehältern, informieren Sie sich doch lieber über die idealistischen, überarbeiteten Ärzte mit den niedrigen Gehältern, die derzeit mit Ihrem Opt-Out-Vorschlag in einem unerträglichen Ausmaß erniedrigt werden!

Freundliche Grüße,
Mag. Birgit Nell

53 Kommentare
    • Julia
      Julia says:

      „Haben Sie Probleme mit dem Leseverständnis?
      Frau Nell IST berufstätig (übrigens seit Ende der Karenzzeit!) und fühlt sich finanziell nicht arm.
      Schmerzhaft sind hingegen NEID auf einen Reichtum, der gar nicht existiert, und UNVERSTÄNDNIS für das Arbeitspensum, das Partnerinnen von Ärzten ungesehen und unbedankt im Hintergrund leisten.“

      Antworten
  1. Katrin
    Katrin says:

    und noch dazu die Kinder sind mittlerweile eh schon relativ alt und zu dem Thema: mein Sohn könnte beim L17 nicht mit seinem Vater fahren ! Wie traurig die meisten Eltern können sich den Führerschein für ihre Kinder gar nicht mehr leisten! Seid doch froh darüber was ihr habt

    Antworten
  2. Katrin
    Katrin says:

    ich finde dieses herumgejammer wirklich lächerlich! Mein Vater war auch viele Abende nicht da aufgrund abenddienste und neben seiner 50 Stunden Woche hat er oft 100 Überstunden im Monat!
    Die Zeit die wir mit ihm hatten haben wir immer zu hundert Prozent ausgekostet! Ich habe ihn teilweise drei Tage die Woche nicht gesehen obwohl wir unter dem selben Dach gewohnt haben!
    Man weiß bei der Berufswahl auf was man sich einlässt! Und von nichts kommt nichts! Man muss für sein Geld arbeiten!
    Und man muss flexibel sein, im Vorort von Linz wird das wohl etwas schwierig!
    Zuhause ist nicht wo man wohnt sondern wo die Familie ist!

    Antworten
  3. robert
    robert says:

    Sehr geehrte Frau Mag. Nell,

    Danke für diesen Kommentar. Folgen kann ich Ihnen leider nicht.
    Ich habe sehr viele Ärzte in meinem Freundeskreis die

    1) Mit ihrem Beruf glücklich sind und dabei viel arbeiten (keine Zeit zum jammern).

    2) Trotz ihrer hohen Arbeitsbelastung Zeit für eine Nebenbeschäftigung („pfuschen“) haben. (Ihr Mann hat ja auch noch eine Praxis eröffnet was mir unverständlich ist bei dem großen Arbeitsdruck den Sie beschreiben).

    3) Einige meiner ärztlichen Freunde in drei-vier Häusern gearbeitet haben bis sie am „richtigen“ Ort angekommen sind. Und dieser letzte Punkt ist vielleicht der Wichtigste: Warum leben Sie immer noch in einem Linzer Vorort von dem aus Ihr Mann pendeln muss und sind nicht längst in einer anderen Klinik/Bundesland? Familiäre Gründe können es wohl kaum sein, da Sie von fehlenden Großeltern schreiben.

    Ich bin überzeugt das Ihr Mann überdurschnittlich viel arbeitet und viel für die Kinder tut. Aber nicht alle Ärzte denken so (und nicht alle Frauen von Ärzten). Viele sind mit ihrem Beruf sehr glücklich und arbeiten gerne viel.

    Das Pfegepersonal wird auch nicht fürstlich entlohnt und geniesst kaum ein vergleibares Ansehen. Warum sind diese nicht andauernd in den Medien?

    mfg
    RH

    Antworten
  4. Jenna Hoffa
    Jenna Hoffa says:

    Sehr geehrte Fr.Mag.Nell,
    da gibt es ja einige Unglaubwürdigkeiten in Ihrem Brief.
    Zuerst jammern Sie über das schlimme Leben in der 72m2 Wohnung und weiter unten dann über die teuren Hausreparaturen.
    Und wenn sogar ein alleinverdienender Arbeiter einen Wohnbaukredit bekommt, bekommt es ein Kinderarzt allemal.
    Also mein Mitleid hält sich in Grenzen.

    Antworten
    • Jenna Hoffa
      Jenna Hoffa says:

      P.S.
      Ich arbeite selbst im Krankenhaus und kann aus 25jähriger Berufserfahrung berichten das Nachtdienste in denen der Arzt durcharbeitet sehr selten sind (Gott sei Dank). Den Großteil der Nächte kann mehrere Stunden , wenn nicht sogar von 0Uhr-6Uhr30 durchgeschlafen werden.

      Antworten
          • Ursula
            Ursula says:

            hmm.. ich hatte leider nie das Glück, an so einer Abteilung zu arbeiten (natürlich hat man aber immer Kollegen „vor der Nase“, die es sich richten konnten und so dazu beitragen, dass die Ärzteschaft in eben diesem Ruf steht – das macht einem die Arbeit auch nicht einfacher). Natürlich sind „die Ärzte“ eine ziemlich inhomogene Gruppe. Ich persönlich wäre mit einem „normalen“ Job (das heißt für mich etwa 50 Stunden pro Woche) und einem entsprechenden Gehalt (das heißt etwa das, was Leute mit ähnlichem Ausbildungsstand in anderen Bereichen, also nicht in den Führungsetagen, verdienen) sehr zufrieden. Ich möchte es mir nicht „richten“ und brauche auch kein schickes Auto. Eine gewisse Wertschätzung der eigenen Tätigkeit, das wäre mir aber wichtig. Ich denke, das geht den KollegInnen in der Pflege genauso.

    • Ursula
      Ursula says:

      PS: das hat Frau Mag. Nell ja in ihrem Brief erklärt: das Haus kam dann später (muss man genauer lesen). Mit Krediten hat man dann ein Problem, wenn man über viele Jahre (wie das bei Ärzten üblich ist) nur befristete Arbeitsverträge bekommt. Das ist dann der Unterschied zu dem von Ihnen erwähnten Arbeiter. Meine Erfahrung im Spital ist auch die, dass das Pflegepersonal nur die gutverdienenden Ärzte sieht, die es sich „richten“ konnten (auch konnten die Kollegen sicher früher im Dienst mehr schlafen; mittlerweile wurden zumindest in Wien so viele Diensträder eingespart und die Patienten sind so viel mehr geworden, dass es eigentlich auch eher einem Schichtdienst gleicht (kommt natürlich zusätzlich auf das Fach an)). Wie wenig das „Fußvolk“ unter den Spitalsärzten verdient (nämlich etwa gleich viel wie eine Schwester oder BMA), das weiß eigentlich kaum jemand. Statt noch gegenseitige Animositäten zu schüren, sollte man lieber zusammenhalten, damit die Bedingungen in den Spitälern für alle besser werden..

      Antworten
      • Ursula
        Ursula says:

        *das sollte eigentlich heißen man verdient „gleich wenig“ – denn gegenüber Gehältern außerhalb der Spitäler (z.B. Buchhalter etc) sind die Gehälter aller beteiligten Berufsgruppen, die alle viel Verantwortung tragen und anstrengende Jobs haben, eben niedrig.

        Antworten
  5. Robert
    Robert says:

    Ich kann gut verstehen, dass Sie gegen die langen Ärzte Arbeitszeiten sind. So wie Sie Ihren Mann gerne ab und zu sehen möchten, möchte ich nicht von jemandem behandelt werden, der 48 Stunden am Stück „durchgemacht“ hat. Das ist schlicht Ausbeutung und Sklaverei. Das ist ja auch der Grund warum die Stunden nun reduziert werden. Dass sich scheinbar viele(?) Ärzte sich nun beschweren, dass sie nicht mehr so lange arbeiten DÜRFEN ist wahrscheinlich ein Problem der gesteuerten Berichterstattung.

    Was ich NICHT verstehen kann, ist das ewige Gejammere ums Geld. Schon klar, wenn ich rund um die Uhr arbeite und meine Lebensumstände dann so wähle, dass ich mit dem Geld noch gerade so über die Runden komme, habe ich auch ein Problem, wenn man mir (richtigerweise) die Stunden und damit (unvermeidlich) das Einkommen reduziert. Dann habe ich mich schlicht verkalkuliert. Das ist aber in erster Linie ein persönliches Problem, keines der Gesellschaft.

    Ich weiß nicht, was Sie für Freunde haben an denen Sie sich messen müssen(?), aber 1994 habe ICH als Computer Spezialist einen „guten Job“ mit umgerechnet 7,20€ Stundenlohn und 45 Wochenstunden gehabt. Ohne die Möglichkeit mir durch Überstunden, Bereitschaftsdienst, Nacht- oder Wochenenddienst etwas dazu zu verdienen. Ich musste nicht am Hungertuch nagen und konnte mir jährlich einen schönen Urlaub mit Fernreise gönnen. Sie können gerne einmal ausrechnen wie groß der Unterschied zu 120 Wochenstunden (wie geht das überhaupt, 5x24h am Stück?) á 10 Euro ist. Ich komme auch 20 Jahre später bei weitem noch nicht annähernd in die Größenordnung (nein auch nicht in Brutto). Ich bin Alleinverdiener mit Familie und zahle ein kleines Haus ab. Das geht. Ich muss manchmal über Monate hinweg wochenweise zu Kunden ins Ausland oder auf Schulungen. Auch das geht.

    Vielleicht haben wir aber auch ganz unterschiedliche Ansprüche oder Vorstellungen davon was „die Gesellschaft uns schuldig ist“ oder „was unsere Arbeit wert ist“.

    Zu lange Arbeitszeiten im Spital? Viele Gemeinden suchen verzweifelt Landärzte. Hier hat man ganz vernünftige Arbeitszeiten und eine gute Reputation in der Nachbarschaft. Hier gilt Herr (oder Frau) Doktor noch etwas. Aber „Überstunden“ werden hier natürlich nicht so bequem 1:1 in Einkommen abgegolten. Für eine Villa am Ortsrand mir großem Grundstück reicht es aber scheinbar immer noch.

    Also genießen Sie doch bitte die Segnungen der vermehrten (verordneten) Freizeit anstatt darüber zu jammern.

    Antworten
    • Ursula
      Ursula says:

      Naja, ganz kann man 1994 und jetzt vielleicht nicht vergleichen. Ich habe 2002 als Ärztin am AKH mit 1200 Euro netto (das hat etwa 5 Euro Stundenlohn entsprochen) angefangen. Nachdem ich vom Studium gewohnt war, kein Geld zu haben, war das für mich schon großartig. Später wünscht man sich halt wenn möglich schon etwas mehr (nach 12 Jahren verdiene ich jetzt 1800 netto, ich arbeite dafür etwa 60 Stunden pro Woche; in meinem Fach gibt es keine Nachdienste, Überstunden werden nicht bezahlt).

      Antworten
    • Irene
      Irene says:

      Gerade die Landärzte (Allgemeinmediziner) haben keine sonderlich erquickenden Arbeitszeiten, da die Ordinationszeit nicht gleich der Arbeitzeit ist. Hier kommen noch etliche Hausbesuche hinzu die gerade am Land mit langen Autofahrten verbunden sind, administrative Tätigkeiten, die oftmals von zu Hause erledigt werden müssen,… und natürlich die Tatsache, dass gerade Landärzte fast 24 Stunden für ihre Patienten erreichbar sind, da es in der Umgebung oftmals keine weiteren Ärzte gibt.
      Und das nur aus der Sicht des Arztes und nicht der Familie, das Arztberuf ausführende Familienmitglied nur dann häufiger zu Gesicht bekommen, wenn sich die Ordination quasi im Haus des Arztes befindet.

      Antworten
  6. Nachdenklich
    Nachdenklich says:

    ich verstehe die situation der ärzte, da ich als dgks in einem Krankenhaus tätig bin, muss aber dazu sagen, dass die pflege einige tätigkeiten, die bisher die turnusärzte gemacht haben, wieder „zurück“übernommen haben, die sie im gugk ohnehin als tätigkeitsfeld angeführt sind. (blutabnahmen, venflon setzen, egk schreiben etc) die neuen ärtze lernen dadurch nicht mehr ordentlich „stechen“, was bei notfällen äussertst ungünstig ist, und die pflege hat wieder einen mehraufwandt dazubekommen, aber ohne gehaltserhöhung und ohne personalschlüssel neuberechnung. in summe werden also die ärzt in den spitälern arbeitsmässig entlastet und bekommen mehr gehalt dafür. die arbeitszeiten – was soll ich sagen. ja, auch die in der pflege sind hart, und wenn ich mal ein wochenende frei hätte, läutet das telefon, jemand ist krank, bitte einspringen. bei dem personalstand, den wir derzeit haben, bleiben eh nur mehr wenige, die tatsächlich einspringen können, weil sie halt nicht grad aus der nacht kommen oder sonst sieben, acht tage durch dienst hätten. aber das interessiert ja keinen. ausserdem finde ich als steuerzaheler, dass die frisch promovierten ärzte, deren studium ich mit meinen steuern sehrwohl mitfinanziert habe (was ich ja im allgemeinen interesse und letztendlich auch zu meinem eigenen wohl auch gerne mache), dann verpflichtend im innland ihren turnus zu machen haben. sehr viele gehen dann ins ausland und uns fehlen hier die jungärzte. was sich dann zb auf die arbeitszeiten der anderen auswirkt, oder, wie man so in den medien leist, manche bezirke keinen notarzt an gewissen tagen mehr haben. was ich damit sagen will, ist, dass nicht nur die ärzte viele einschränkungen(familie, feiertage, kindererziehung, partner,…) haben, auch die pflege hat familie und partner. und – auch menschen im gastgewerbe, öffentlicher verkehr, exekutive, etc müssen tag- und nacht arbeiten – nur mal so als denkanstoß

    Antworten
    • Andreas
      Andreas says:

      Die jungen Ärzte gehen ins Ausland auf der Suche nach der 40 Stunden Woche, die es hier wegen Politikversagens nicht gibt.
      Geld für die Hypo Alpe Adria ist da bzw MUß da sein. Und Geld für KA Betriebsgesellschaften mit Vorständen zu Vorstandsgehältern, die noch nie einen Patienten behandelt haben. Weil sie das nicht können. Die können nur Personal einsparen bis zum Erbrechen. Dort liegt das Problem.

      Ein Auslaufmodell als Landeshauptmann fährt das Gesundheitssystem an die Wand. Das ist der Gegner der Bevölkerung. Der versucht, die verschiedenen Gesundheitsberufe geschickt gegeneinander auszuspielen.

      Die Patienten sollten von allen Gesundheitsberufen über die Mißstände und wer sie verantwortet informiert werden. Das tut der Politik weh, sonst sitzen die das wieder aus und dem Land laufen die Ärzte davon, die fast überall besser bezahlt und VOR ALLEM keine 60 bis 100 Stunden pro Woche arbeiten müssen MÜSSEN, da die Holding zu wenige einstellt, bzw weil der LH mit opt out trickst, um bis zur Wahl als GRÖLAZ dazustehen.

      Antworten
    • Ursula
      Ursula says:

      Schade, dass gerade jemand aus der Pflege, die die Situation der Spitalsärzte ja eigentlich kennen sollte, noch zusätzlich auf letztere „hinhackt“ (auch wenn dies aus verständlichem Frust über die eigene Lage geschieht, sind derart kurzsichtige Anwürfe nicht gerechtfertigt). Eigentlich sollte man doch zusammenhalten, da die Missstände uns alle betreffen, oder?!
      Zum Thema verpflichtender Turnus im Inland: Vielleicht sollte man ja gleich eine Mauer bauen, um die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte zu verhindern (da eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ja offenbar nicht in Frage kommt)? Dieses Konzept ist schließlich andernorts schon erprobt worden… Aber im Ernst, damit bringt man die jungen Leute nur dazu, gleich etwas Anderes oder von Beginn weg im Ausland zu studieren. Und zuguterletzt habe ich selbst nach einem Studium, neben dem ich aus Zeitgründen keiner bezahlten Tätigkeit nachgehen konnte, dafür aber insgesamt 2 Jahre unbezahlt im Spital und danach 3 Jahre als geringfügig Beschäftigte in einem Forschungslabor gearbeitet habe, und da ich derzeit nach 12jähriger ärztlicher Tätigkeit einschließlich 3 Jahren Auslandsaufenthalt im Spital 1800 Euro netto pro Monat verdiene (und das natürlich nicht mit einer Nur-40 Stundenwoche, man kann sich den Stundenlohn ungefähr ausmalen), nicht das Gefühl, dem Steuerzahler noch etwas schuldig zu sein – nur mal so als Denkanstoß.

      Antworten
      • Sepp Mayer
        Sepp Mayer says:

        Offenbar haben wir es hier mit einem Mitglied dieser Minderheit zu tun, nämlich jene, die es fachlich und sozial zu nichts bringen und deshalb am System nörgeln ohne Initiative zu ergreifen und Alternativen aufzuzeigen. Ich für meine Person bin als Arzt recht zufrieden, ich neide nichts, wieso auch, und Minderheiten sind jene, die sich nicht durchzusetzen vermögen.

        Antworten
          • Sepp Mayer
            Sepp Mayer says:

            Aber ganz und gar nicht, nur in Zusammenarbeit führt unser Handeln schlussendlich zum Erfolg für die Patienten. Aber letztendlich ist jeder für sich selbst verantworltich. Konstruktive Kritik ja, nörgeln nein. Und ich persönlich würde aus der Haut(welches mein Spezialgebiet ist) fahren, wenn meine Frau meine Briefe für mich beantworten müsste (würde)

        • Ursula
          Ursula says:

          Das ist eben das Problem, dass es unter den Ärzten keine Solidarität gibt. Diejenigen, die es sich irgendwie richten konnten, treten auch noch auf die anderen hin. Und eine Minderheit sind diese anderen keineswegs. Man muss froh sein, wenn überhaupt Kollegen diese Ausbeuterjobs machen, denn gebraucht werden sie dort, das ist keine Frage.

          Antworten
        • Andreas
          Andreas says:

          ‚“Minderheiten sind jene, die sich nicht durchzusetzen vermögen“

          Die Antwort ist ein bißchen unpassend. Die Juden sind zum Beispiel eine Minderheit.

          Die großen, korrupten Parteien haben sich beide die Ärzteschaft als Minderheit ausgesucht. Vielleicht weil ein gewisser Grundneid in der Bevölkerung vorhanden ist? Oder weil die Politik ihr eigenes, äußerst geringes Ansehen im Vergleich mit der Ärzteschaft durch Herabwürdigung des Letzteren relativ anheben will?

          Das ist für Österreich typisch. Es geht auch anders (siehe Beitrag über Arbeitsaufenthalt in Australien auf dieser Seite)

          Antworten
  7. Sonja Pöllabauer
    Sonja Pöllabauer says:

    Sehr geehrte Frau Mag. Nell,

    ich möchte mich ebenfalls bei Ihnen für Ihre ehrlichen, persönlichen Worte bedanken, die mich sehr berührt haben und mir aus der Seele sprechen. Meine Situation gleich der Ihren (langjährige Lebensgefährtin eines Spitalsarztes, 3 kleine Kinder, der Krankenhausalltag dominiert und beeinträchtigt unser Familienleben, jegliche privaten Aktivitäten, meine persönliche Befindlichkeit sowie die Befindlichkeit und Gesundheit meines Partners). Ich schätze Ihre klaren Worte zu einer Situation, die nicht nur für die betroffenen Ärzte (und Pflegepersonal), sondern auch deren Familien schwer erträglich ist.

    Mit freundlichen Grüßen!

    Antworten
  8. gernot
    gernot says:

    Sorry ich kann das ganze Gejammer nicht mehr hören..jeder jammert und ist sooo arm….wieso lässt ihr euch das so lange gefallen, tut was dagegen. .was auch immer. Übernehmt Verantwortung für euer Leben und ändert etwas…!!

    Antworten
    • Kathrin Quatember
      Kathrin Quatember says:

      Verzeihung, aber Frau Nell ändert doch etwas – sie macht ihre Situation (die vermutlich nicht nur ihre allein ist) öffentlich. In Form der Wahlarztpraxis hat ihr Mann versucht, etwas zu ändern. Die Arbeitsbelastung war aber zu hoch.
      ÄrztInnen müssen IMMER zu 100 Prozent bei ihren PatientInnen sein. Übermüdung und Überforderung führen zu Fehlern. Passieren Fehler, fragt niemand, warum diese Fehler passiert sind. Stattdessen lässt man die ÄrztInnen damit alleine und verlegt sich drauf, sie im Falle eines Fehlers an den Pranger zu stellen.
      Und so nebenbei: von jemandem zu fordern, etwas zu ändern, ohne konkrete Vorschläge zu nennen, ist noch einfacher als jammern.

      Antworten
    • Karin
      Karin says:

      Sollen jetzt alle Ärzte, die mit ihren Arbeitsbedingungen nicht zufrieden sind, für ihr Leben „Verantwortung übernehmen“ und ihren Beruf an den Nagel hängen? Wir können heilfroh sein, dass das die wenigsten machen. Nein, der einzig sinnvolle Weg ist, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Kann Frau Mag. Nell nur zustimmen!

      Antworten
  9. Johannes Klein
    Johannes Klein says:

    Ein ehemaliger Bekannter, Kinderarzt im Krankenhaus Klagenfurt, ist im Vorjahr im Alter von 47 Jahren von uns gegangen – nach einem Leben mit ca. 120 – 160 Arbeitsstunden pro Woche.

    Antworten
  10. Kleiner, DI Joachim
    Kleiner, DI Joachim says:

    Bei den ganzen, überwiegend traurig stimmenden Kommentaren oben frage ich mich als ehemaliger Funktionär einer Freiberuflerkammer, wie es denn eigentlich bei den Ärzten so weit hat kommen können. Man bekommt in der ganzen Diskussion den Eindruck, dass da eine Berufsvertretung zwar sehr wohl irgendwelche Kammerumlagen kassiert, aber innerhalb der Vertretenen nur die schützt und bevorzugt, die ganz oben angekommen sind – die anderen „kleinen“ Ärzte, die Turnusdummerln und sonstige angestellte „Normal“ärzte werden offensichtlich nicht vertreten. Wie gibt es das, dass seit Jahrzehnten Mini – Grundgehälter zwischen Kammer und Gesundheitsrechtsträgern vereinbart und dauerhaft geduldet werden und offensichtlich mögliche Zusatzeinkommen nur bei der obersten Ärzteclique ankommen? Hat sich da die breite Ärztemasse in der Kammer über den Tisch ziehen lassen – oder war sie wegen Arbeitsüberlastung gar nicht vertreten? Ich sehe da eher große Versäuinisse in dei Ärztekammerpolitik als beim LH.
    Darüber sollten die geschundenen „kleinen“ Ärzte mal nachdenken.

    Antworten
    • Karin
      Karin says:

      Ich sehe das Problem auch darin, dass die Ärztekammer sowohl für Spitalsärzte als auch für Selbständige zuständig ist. Zwei völlig verschiedene Situationen mit eigenen Bedürfnissen, nicht umsonst bei anderen Berufsgruppen in Mitglieder der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer getrennt. Offenbar blockiert sich die Ärztekammer dabei selbst, oder sieht vor allem die Situation der Selbständigen, muss sie doch die Tarife mit den Krankenkassen aushandeln.

      Warum werden Spitalsärzte eigentlich nicht durch die Arbeiterkammer vertreten? Bei normalen Büromitarbeitern wird peinlich genau auf die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze geachtet, beispielsweise dass man auf keinen Fall mehr als zehn Stunden am Stück arbeitet. Das in Berufen, in denen Leistungsabfall und Fehler maximal dazu führen, dass man nicht in der geplanten Zeit fertig wird.
      Aber einen Arzt, dessen Leistung unmittelbare Konsequenzen für Leben, Gesundheit oder auch Tod von geschätzten 50 Personen täglich hat, den lässt man bis zu 32 Stunden durchgehend arbeiten? Alles, was über acht Stunden hinausgeht, ist genau genommen schon ein Skandal!
      Hier geht es einerseits um die schlechte Situation der Ärzte selbst, aber auch um die Situation der Patienten. Und spätestens hier hätte auch die AK längst ansetzen müssen! Sie engagiert sich doch sonst auch in Bereichen wie Konsumentenschutz, Mietrecht, Auto oder Geld, häufig in einer Form, die übers Ziel hinausschießt.

      Beispielsweise hätte ich mir statt der ständig wiederkehrenden medialen Hetze gegen private Vermieter (die aufgrund des geltenden Mietrechts und der zu erwartenden weiteren Verschlechterungen ohnehin eine aussterbende Rasse darstellen) schon seit Jahren gewünscht, dass die skandalösen Zustände im Gesundheitsbereich angegangen werden. Die betreffen uns nämlich wirklich alle, keiner von uns ist davor gefeit, unfreiwillig nach einem Unfall auf dem Operationstisch zu landen. Und da geht es nicht darum, Entschädigungen nach Kunstfehlern zu erstreiten, sondern durch entsprechende Rahmenbedingungen Kunstfehler erst gar nicht passieren zu lassen!

      Lebensqualität ist für mich hochwertige Nahrung, gute medizinische Versorgung, ein Sozialsystem, das mich nicht auf der Straße verhungern lässt, wenn es das Leben mal nicht so gut mit mir meint, und ein Ausbildungssystem, das sicherstellt, dass auch die nächste Generation leistungsfähig genug sein wird, um allen diesen Wohlstand zu ermöglichen. Ein soziales Klima in dem menschliche Werte etwas gelten, rangiert ebenfalls ganz oben auf der Liste.

      Leider wird das System aber gerade in diesen essentiellen Bereichen zu Tode gespart. Gleichzeitig ist es wirklich schlimm zu sehen, wie Werbung und sogar manche Medien den Leuten die Notwendigkeit vermitteln, immer alles haben zu müssen: Tolle Autos und Reisen, leistbare Luxus-Wohnungen für alle und ständig neue, kurzlebige Konsumartikel, die größtenteils unter menschenverachtenden Bedingungen in Südostasien hergestellt werden. JUHU.

      Antworten
    • elisa
      elisa says:

      Ja, leider ist unsere Vertretung nicht stark genug und die Interessen der „freien“ und der Spitalsärzte so unterschiedlich. Mein Problem: Ich bin „praktischer“ Arzt, habe eine Körperbehinderung bekommen, kann also in meinem früheren Job nicht mehr arbeiten, darf aber nicht einmal in sitzender Tätigkeit als Kontrollarzt arbeiten. Ich hab s gemacht und sofort wurde die I- Pension so gestrichen, dass ich kostenlos gearbeitet habe. Und das wo es im Waldviertel ohnehin zu wenig Ärzte gibt. (Klage läuft, mal sehen).Aber leicht wird es uns Ärzten nicht gemacht.

      Antworten
  11. Theresa
    Theresa says:

    Ich finde dass ganze nur traurig!!!
    Ich arbeite selber im Krankenhaus als Pflegeperson. Leider muss ich sagen,dass nicht nur die Ärzte überarbeitet sind und zu wenig bezahlt bekommen.
    An allen Ecken und Enden wird gespart wo es nur geht.
    Aber der Landeshauptmann wird dass schon richten 😉
    Alles einfach nur heiße Luft.
    Es ist einfach der wahnsinn dass kann man sich nicht vorstellen wenn man selber nicht in einem Krankenhaus arbeitet was da abgeht. Die Ärzte stehen unter Druck, sind massiv tlw. überarbeitet aber auch die Pflege.
    Da es sicher noch weitere Einsparungen geben wird, wird das Gesundheitssystem irgendwann den Bach runter gehen. Aber wie man sieht der LH wirds richten *kopfschütteln*

    mfg

    Antworten
  12. Irmgard Wutzl
    Irmgard Wutzl says:

    Liebe Frau Mag. Nell!
    Ich gratuliere zu Ihren Brief. Sie haben die richtigen Worte für diese traurige Situation gefunden.
    Ich möchte auch erwähnen, dass auf Grund der langen Ausbildung, ein Arzt erst spät beginnt für seine verantwortungsvolle Arbeit Geld zu verdienen.
    Für die Zukunft wünsche ich Kraft, Durchhaltevermögen
    MfG

    Antworten
  13. Robert
    Robert says:

    Hallo Liebe RUNDE
    Und arme artztfrauen werde mir mit meinem Kommentar jetzt net die waren freunde machen aber vieleicht denkt der eine oder anderemal über das auch nach.

    Die Ärzte sind sehr arm dürfen müssen nimmer soo viele Stunden machen aber wollen vieleicht das selbe Geld für weniger stunden????wie soll das gehen???
    Was is mit den Personen die 40 – 60 stunden arbeiten und ehrenamtlich OHNE Bezahlung Dan ehrenamtlich bei der Feuerwehr sind?? Und egal um welche Tages und Nachtzeit von Familie davon laufen und jemanden zu helfen und das unglaubliche 365 Tage im Jahr???? Und für Ausbildung Urlaub auch noch nehmen müssen das ganze freiwillig????

    Also der Leserbrief is berechtigt aber soooooo Arm sind die Ärzte Dan auch nicht
    Und ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann was hat er für einen Dank??

    Lest man was wo in der Zeitung Medien alleine in Oberösterreich wieviele freiwillige ihre Arbeit machen die Stunden nur mit 10 € rechenen wär Land OÖ arm

    Glg

    Antworten
    • Dr Michael Dolezal
      Dr Michael Dolezal says:

      Lieber Robert! Es ist ein Unterschied, ob man eine Tätigkeit freiwillig unbezahlt macht, ich kann das nachfühlen, war den größeren Teil meines Lebens bei irgendwelchen freiwilligen Tätigkeiten dabei, im In-und Ausland, oder ob es den ziemlich sagen wir mal „durchwachsenen“ Umgang mit der Arbeitszeit einer Berufsgruppe betrifft. Auch in Sozialberufen -das gilt übrigens für alle Sozialberufe- muss man sich nicht kalkuliert an der Nase herumführen lassen.

      Antworten
      • lissy
        lissy says:

        Danke Hr. Dr. Dolezal, sie sprechen mir aus der Seele.

        Man kann freiwillige Arbeit gar nicht mit dem vergleichen. Das ist eine Art Hobby und man macht es freiwillig. Arbeiten muss man (zumindest sollte man es müssen).

        Ich helfe selber freiwillig beim Sportverein meines Mannes, das ist eine Art Hobby von mir und weil ich es einfach zum Ausgleich meines Pflegeberufes brauche. Das hat rein gar nichts mit dem Job zu tun.

        Antworten
    • Hallihallo
      Hallihallo says:

      Das ist ja wohl die dümmste Antwort die ich je gehört habe ! Denken Sie eigentlich auch gelegentlich über den Blödsinn nach den Sie so von sich geben ? Die ach so armen freiwilligen Feuerwehrmänner und andere super tollen ehrenamtlich Tätigen täuschen doch nur darüber hin weg wie schlecht es eigentlich in Österreich um das Sozialsystem steht. Überall wird an allen Ecken und Enden alles zu Tode gespart und gerechtfertigt wird das damit das es ja auch Menschen gibt die etwas freiwillig machen ! Ich kann Ihnen nur aus Erfahrung sagen (da ich selbst zu lange freiwillig beim Rettungsdienst war bis ich eingesehen habe wie idiotisch das ist) dass die Österreicher jeden Tag von Stümpern und Unfähigen Hobbyrettern betreut werden. Und dass wir einen der schlechtesten Rettungsdienste in Europa haben ist bittere Realität ! Einen Frage an Sie, Gehen Sie fast gratis arbeiten ? Oder Genießen Sie ihre Beamtenfrühpension bei vollen Bezügen ? Oder sind Sie auch einer von den lieben Handwerkern die Schwarz und am Staat und der Fairness vorbei sich eine goldene Nase verdienen ? Jeder Handwerker ist „gstopfter“ als ein Arzt und daran stört sich kein Mensch, obwohl jeder genau weis das diese sich zumeist die Taschen mit unversteuertem Geld vollstopfen. Wie viele Ärzte kennen Sie die „Schwarz“ arbeiten ? Ich kenne keine. Außerdem kenne ich keinen einzigen Freiwilligen der sich wahnsinnig überarbeitet, außer denen die sonst nichts zu tun haben, bei denen läuft das eher unter Beschäftigungstherapie. Aber das ein Familienvater keine Zeit für seine Kinder hat weil es ja besonders toll ist das ein Arzt gleich viel verdient wie ein Lehrer, aber viermal so viel dafür arbeitet und eine enorm schwierige und umfangreiche Ausbildung absolvieren muss ist einfach nur ein Skandal !! Deshalb Ärzte und Medizinstudenten vereinigt euch und verlasst geschlossen dieses von Dummheit zerfressene Land welches aufgrund seines fahrlässigen Umgangs mit seinen Akademikern und Technikern eh dem Untergang geweiht ist !

      Antworten
    • Miles
      Miles says:

      Hallo Robert!

      Also ich finde ihren Kommentar so etwas von unüberlegt, dass ich selbst meine Meinung dazu kund tun möchte.
      Ich bin angehender Arzt und gleichzeitig bei drei gemeinnützigen Organisationen (freiwillige Feuerwehr, Rotes Kreuz und Bergrettung) mit mehr als 40h pro Woche seit 12 Jahren ehrenamtlich tätig.

      Mal ehrlich, wie oft laufen wir den 365 Tage im Jahr 24h Stunden am Tag von der Familie weg?
      Bei 10, vielleicht 20 Einsätzen?
      Dann vielleicht noch 3 Tage Katastropheneinsatz wegen Sturm, Wasser oder Schnee.
      Nur die Bereitschaft zu Zeigen rund um die Uhr für die Bevölkerung da zu sein ist noch keine Belastung.

      Aber der echte unterschied ist dass wir das alles FREIWILLIG und ohne Zwang machen. Wenn sie sich für eine Ausbildung Urlaub nehmen, dann machen sie das weil sie die Ausbildung machen wollen und nicht weil sie es müssen.
      Hier ein (ärztlicher) Rat, wenn ihre Tätigkeit bei der freiwilligen Feuerwehr sie so fordert das lassen sie diese einfach bleiben.
      Geniesen sie ihre Freizeit mit erholen, denn sonst müssen sie am Ende noch wegen Überlastung oder gar einem populären Herzinfarkt ins Krankenhaus.

      Dort werden sie dann von einem Arzt betreut, der seit 26 Stunden im Dienst ist und der ihn der Nacht nicht zum schlafen gekommen ist, weil dessen Telefon ständig klingelt.
      Natürlich gibt es auch ruhigere Tage, aber vielleicht erwischen sie genau so einen an dem es Rund geht.

      Dieser Arzt sucht es sich nicht aus ob er heute 12h oder 26h macht, sonder er macht sie zum einen um sich sein eigenes Leben leisten zu können (weil er sonst nicht genug verdient) und zum anderen weil einfach niemand da ist der es sonst machen würde. Weil es in seiner Ambulanz zu viel Zeit für zu wenig Ärzte gibt.

      Rein hypothetisch: Würden sie sich neben einen Bus oder LKW-Fahrer setzten der seit 26h ununterbrochen auf der Autobahn fährt?
      Was glauben sie, warum die nach 4,5h mindestens 45min Pause machen müssen?

      Noch ein Wort zum Dank:
      Wenn sie es brauchen das regelmässig jemand zu ihnen kommt, auf die Schulter klopft und sagt „Danke, Robert!“, muss ich ihnen leider sagen dass das so gut wie niemand macht.
      Außerdem kann so ein Dank auch erzwungen oder falsch sein.

      Was mir ehrlicher Dank ist, ist das uns Feuerwehrmännern und Rettungssanitätern 98% der Bevölkerung blind vertrauen.
      Sie rufen uns in Zeiten ihrer schlimmsten Not zu und bitten um Hilfe. Lassen uns dann ungefragt in ihr Haus, ihre Wohnung oder sprich in ihren Lebensraum. Und vertrauen darauf das wir alles richtig machen und ihnen da wo sie nicht mehr weiter wissen die Hand reichen.

      Antworten
  14. Christina
    Christina says:

    Vielen vielen Dank für diese wahren Worte! Bei uns ist es genau die gleiche Situation! Aber zu wissen, dass mein Mann jetzt nach 25h Dienst nach Hause kommt und nicht mehr bis zum Nachmittag bleiben muss, ist für uns das schönste Weihnachtsgeschenk!

    Antworten
  15. Sarah B.
    Sarah B. says:

    Danke – ein Brief der mir aus der Seele spricht. Auch ich habe es satt. Familienleben ?? Fehlanzeige. Nach 2 Kindern noch ein drittes Kind – de facto alleine – großzuziehen schaffe ich nicht mehr (ich bin berufstätig) da wir keine Großeltern haben die uns unterstützen könnten. Obwohl wir gerne ein drittes Kind hätten ! Mein Mann weiß mittlerweile nicht mehr wie lange er täglich arbeiten muss, da Überstunden ohne Ende an der Tagesordnung stehen. Jedwede Planung für Privates erübrigt sich dadurch. Der gestrige Silvesterabend ist wieder ins Wasser gefallen, da er wegen Personalmangels bleiben musste. Urlaub buchen für den kommenden Sommer ist nicht möglich. Außer ich fahre wieder einmal alleine mit den Kindern. Traurige, enttäuschte Kinder, das tut uns allen im Herzen weh.
    Wenn er nach einem 24h Dienst (und davor schon täglich bis in die Nachstunden verlängern musste) endlich gehen kann, ist er so müde, dass er nicht mehr Autofahren kann und sich im Spital einen Platz zum Hinlegen suchen muss. Bis wenige Stunden später der neue Arbeitstag beginnt. Das hinterlässt Spuren. Er selbst er kann einfach nicht mehr, er kann und will es nicht mehr ertragen. Ist er nach Tagen endlich wieder einmal zu Hause ist er so erschöpft dass ohnehin wieder alles ohne ihn stattfinden muss – falls er nicht, wie so oft, dann selbst krank wird. Doch in keinem österreichischen Spital haben wir Aussicht auf Besserung. Wenn sich nichts anderes findet wird er wohl ebenfalls künftig im Ausland arbeiten – was uns als Familie wahrscheinlich nicht helfen wird, aber immerhin kann er hoffentlich bis zur Pension halbwegs gesund bleiben.
    Ein gemeinsames Leben, das wünschen wir uns, mit Arbeitsbedingungen die nicht krank machen und Familien zerstören.

    Antworten
  16. Manfred Schmidtberger
    Manfred Schmidtberger says:

    Sehr geehrte Frau Mag. Nell,

    ich bin kein Arzt, verstehe aber ihre Situation sehr wohl.
    Ihrem Brief ist nichts hinzu zu fügen, außer dass man erwähnen soll, das unser Krankheitssystem
    ( ein Gesundheitssystem gibt es schon lange nicht mehr ) von der Politik an die Wand gefahren wird.
    Unsere Politiker stellen sich vorne hin, lächeln und hüpfen wie Rumpelstilzchen und wollen uns das
    Gegenteil glaubhaft machen.
    Lieber Herr Landeshauptmann, nicht nur die Ärzte und das Pflegepersonal macht da bald nicht mehr mit, auch wir normal sterblichen Bürger werden bald auf die Straße gehen und die Missstände die herrschen aufzeigen.
    Ich hoffe, dass trotz aller Missstände unser Ärzte und das Pflegepersonal noch lange durchhalten, und die Kraft vor allem aber die Macht haben, das zu ändern. Alles Gute dabei.

    Antworten
  17. Alexander Egger
    Alexander Egger says:

    Genau so ist es. Darum habe ich vor ein paar Jahren Richtung Betriebsmedizin umgesattelt. Und genau deshalb arbeiten Ärzte dann auch als Amtsärzte oder Chefärzte. Denn es kommt ein Punkt, wo man von seiner Familie etwas haben will.

    Antworten
  18. Dr.Katerina Hora
    Dr.Katerina Hora says:

    Auch habe einmal bei den Schwestern gearbeitet, glücklicherweise nur 4 Monate, welche zu den schlimmsten meines Lebens gehörten!! Alles oben erwähnte stimmt, zudem kommt noch, dass in diesem Haus nur die bedingungslose Unterwerfung an die veralteten Strukturen und Hierarchien zählt, der Mitarbeiter als Mensch nichts. Nirgends habe ich soviel Hinterhältigkeit, üble Nachrede und Mobbing erlebt.
    Ich war danach ein halbes Jahr Zuhause und habe einige psychotherapeutische Sitzungen nötig gehabt!!
    Jetzt bin ich in Amstetten, auch hier ist der Ärztemangel spürbar, aber das AZG wird peinlich eingehalten und die Kollegen in allen Berufsgruppen wunderbar. Vielleicht ein kleiner Tipp an den Kollegen

    Antworten
  19. Brigitte Pfeifer
    Brigitte Pfeifer says:

    Ich habe früher lange im besagten KH gearbeitet und mein Sohn wurde 2014 auch von ihrem Mann behandelt… deshalb weiß ich, dass er Arzt aus Berufung und nicht „nur“ als Beruf ist. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass eine Wahlarztpraxis (ohne KH-Anstellung) sowohl für ihre Familie als auch für ihre kleinen Patientinnen und Patienten optimal sein könnte. Klar, die Sicherheit einer fixen Anstellung muss dabei riskiert werden… vielleicht aber mit den anderen Ärzten zusammen, von denen sie geschrieben haben?

    Aus dem Bekannten- und Freundeskreis weiß ich, dass immer mehr Kinder eine Zusatzversicherung bekommen, weil leider Gottes die 2-Klassen-Medizin schon lange bei uns angekommen ist. Ich würde mich als Mutter freuen, die Möglichkeit zu haben, in eine Wahlarztpraxis gehen zu können, von der ich weiß, dass Top-Kinderärzte sich um das Wohl meines Kindes kümmern.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute für 2015 und hoffe, dass sich ihre Situation zum Positiven ändern wird.

    Antworten
  20. Heidi Penz
    Heidi Penz says:

    DANKE DANKE DANKE!!
    Vielen lieben Dank für Ihre ehrlichen, mutigen und offenen Worte, Fr. Mag. Nell,

    Ich bin auch Betroffene, zwar nicht als Arztgattin oder Spitalsärztin, sondern als alleinerziehende Ärztin mit 2 Kindern im Alter von 7 und 8 Jahren und einer unrentablen Wahlarztpraxis trotz eines sehr guten Patientenaufkommens…. Eine Wiederanstellung in einem Krankenhaus mit Nachtdiensten und Überstunden ist für mich mittlerweile unvorstellbar geworden, die Bedingungen werden von Jahr zu Jahr schlechter…. ich lebe in einer 72 m2 Mietwohnung und beziehe aufgrund meines geringen Einkommens Wohnbeihilfe, obwohl ich rund um die Uhr arbeite wie jede andere Alleinerziehende auch… Ich habe es sooooo satt, von der Bevölkerung ständig als die ach so gutverdienende und wohlhabende Ärztin betrachtet zu werden …. Ich hoffe, es haben noch mehr Ärzte/Ärztinnen und Angehörige von Medizinern den Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen …

    Antworten
  21. Barbara
    Barbara says:

    Liebe Frau Mag. Nell, Sie haben die familiäre Situation so treffend beschrieben. Niemand außerhalb eines solchen Umfeldes kann es sich vorstellen. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, Sie haben unser Leben gespiegelt. Alles passt. Auch ich konnte trotz Kaufmännischer Ausbildung und Magisterabschluss nie wieder beruflich richtig Fuß fassen. Unterschied: mein Mann ist Urologe und unsere Kinder sind erst 7 und 10 Jahre.
    Um unsere Situation zu verbessern, ist mein Mann zurück nach Deutschland gegangen, was die Familie sehr bedauert. Aufgrund der nicht zu erwartenden Veränderungen wird eine Rückkehr nach Österreich sehr unwahrscheinlich.
    Ich wünsche Ihnen ein erfolgreicheres Jahr 2015 und hoffe, Ihre Familie hält zusammen.

    Antworten
  22. Kati Miniberger
    Kati Miniberger says:

    Vielen herzlichen Dank für diesen extrem treffend formulierten Artikel!!! Sie haben die Realität vieler Arztfamilien sehr gut beschrieben, großes Kompliment dafür!!!

    Es tut einfach sooo gut, wenn man liest, dass es anderen Arztfrauen auch so geht!! Gibt es eigentlich schon eine Arztfrauen-Selbsthilfegruppe?? 😉

    Ich wünsche Ihnen ein Gutes Neues Jahr 2015 und viel, viel Kraft!!

    LG aus Kirchdorf an der Krems.

    Antworten
  23. Carola Hochgatterer
    Carola Hochgatterer says:

    Ich finde es SEHR traurig, dass genau bei den wichtigsten Punkten gespart wird – nämlich bei der Bildung und der Gesundheit. Wir bilden Ärzte aus, die dann ins Ausland abwandern – einerseits wegen der vielen Stunden und des viel zu geringen Gehaltes, andererseits, weil sie von dort kommen und wieder nach Hause wollen. Dies kostet uns Millionen. Unser gesamtes System geht schön langsam aber sicher den Bach hinunter und die wenigen, die Pflichtbewusstsein aufweisen, zahlen dies mit allem was dazugehört.
    Der Hr. Landeshauptmann hat bis Dato sicher noch nie in einer Notaufnahme gesessen und 5 Stunden gewartet. Nein, er muss sich das nicht geben. Bekommt ein Klassezimmer und kommt bestimmt SOFORT dran. Ohne Vitamin B geht heute gar nichts mehr.
    Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass ein Arzt, der immerhin über Leben und Tod entscheiden kann / muss (wenn es hart auf hart kommt) ein so überdurchschnittliches Stundenpensum hat. Jeder, der im Berufsleben steht jammert schon, wenn er mal 5 Überstunden hat, aber hier ist alles normal. Leider verdienen Spitalsärzte nicht so viel wie alle denken und es ist mehr als traurig, dass man jemandem etwas neidig ist, der sein Hab und Gut mit privatem Glück bezahlt.
    Hauptsache, wie schieben unser ganzes Steuergeld jenen zu, die gerade mal in Österreich einwandern. Viele sind Rezeptgebührenbefreit, haben mit knapp 30 eine Pension oder sind jahrelang übers AMS gemeldet (ich spreche dies an, weil ich in meinem Berufsleben Tag für Tag damit konfrontiert werde) Da geht einem echt die Hutschnur hoch. Für alles ist Geld da in Österreich nur eben nicht für Bildung und Gesundheit.
    Wir erreichen, wenn es so weiter geht echt noch Ostblockniveau.
    Mitgefühl an alle Ärzte und deren Familien, die Tag für Tag damit leben müssen, ihre Angehörigen nicht zu sehen.
    Mfg

    Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*