Brief eines Sohnes und Nachwuchsmediziners

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,

Ich bin Sohn eines Mediziners. Mein Vater, ein Augenfacharzt in einem Landeskrankenhaus in OÖ hat viel gearbeitet, sehr viel. In seiner Turnuszeit verrichtete er neben dem regulären Dienst bis zu 15 Nacht- und Wochenenddienste monatlich.

Warum erzähle ich Ihnen das? Nun, weil ich Ihnen gerne zeigen würde, wie sich 60-70-80h Wochenstunden Arbeit auf das Familienleben auswirken. In meiner Kindheit habe ich meinen Vater nicht sehr oft (wach) gesehen. Oft kamen wir mit meiner Mutter ins Krankenhaus, um ihn dort in den Pausen zu sehen.

Als dann der damalige Leiter der Abteilung tödlich verunglückte, übernahm mein Vater interimistisch die Abteilung. Ich war 6 Jahre alt, mein Bruder 4, als ein Jahr Dauerdienst für ihn begann. Das hieß als einziger (!) Facharzt 365 Tage, 24 Stunden für jeden Patienten einer ganzen Abteilung zuständig zu sein, bei einem politischen Versorgungsauftrag für ca. 230.000 Personen (Bezirk Vöcklabruck und Gmunden). In den regulären Zeiten als auch an Wochenenden, bei Nacht und Feiertag. Es gab keinen Ersatz, keine Arbeitsteilung. Zu erwähnen sei, dass es in der Augenheilkunde „Bereitschaftsdienste“ gibt, sprich ein Arzt (damals Turnusarzt) ist ganztägig im Krankenhaus und ein Facharzt nach dem regulären Dienst ab Abend im Hintergrund zu Hause auf Abruf. Können Sie sich vorstellen, wie das für ihn war? Wissen Sie, was das für seine Familie bedeutete? De Facto ein Jahr durchzuarbeiten…

Dies war neben der psychischen Belastung auch körperlich erschöpfend, vor allem, ohne Verbesserung und Entlastung erhoffen zu können. (Fach-)Ärztemangel zeichnete sich seit Jahren ab, trotzdem wurde Ärzten zugemutet, ihr Leben und große Teile ihrer Zeit dem Krankenhaus zu „opfern“. Ohne jegliche Unterstützung von Seiten des Arbeitgebers. Und an eine Privatordination war zeitlich sowieso nicht zu denken.

In den darauffolgenden Jahren war er mit einem/r weiteren Facharzt/Fachärztin in der Pflicht, jeden zweiten Tag und jedes zweite Wochenende Bereitschaft (neben den regulären 50-60h Wochenstunden) zu haben. Was nicht nur bedeutet, ortsgebunden in der Nähe des Krankenhauses zu sein, sondern auch jederzeit abrufbereit und startklar zu sein. Und dies Jahr ein, Jahr aus. Dauerbelastung mit der Anforderung, Spitzenmedizin zu liefern. Abgesehen von der anfangs unbezahlten, dann schlechten Pauschalierung des Bereitschaftsdienstes heißt das, dass es leider nicht nur einmal vorkam, zu Weihnachten auf meinen Vater zu verzichten.

Nicht nur Weihnachten, ich kann mich an unzählige Jahreswechsel erinnern, die ich nur bis 22 Uhr oder früher mit ihm verbringen konnte. Oder Geburtstage ohne ihn. Oder Familien- und Freundesfeiern.

Wäre meine Mutter nicht selbst als Krankenschwester tätig gewesen und hätte nicht täglich erlebt, wie es ist, im Gesundheitssystem zu arbeiten und wie die Anforderungen an Ärzte sind, dann…

… wäre sie beim dritten Hochzeitstag, an dem sie alleine zu Hause saß, bei der 5. Schulaufführung meines Bruders oder mir, die sie alleine sah oder der totalen Erschöpfung meines Vaters, die sich zu Hause in Schlafbedürfnis wiederfand, vermutlich schon über alle Berge gewesen.

Heute sagt sie spaßeshalber, sie ist wegen des Krankenhauses trotz Ehe eine Alleinerzieherin gewesen. Es hat nicht nur sie viel Kraft gekostet, auch mein Vater litt darunter, seine Söhne nicht aufwachsen zu sehen, seine Ehefrau nicht so unterstützen zu können. Ich habe jahrelang mit ansehen müssen, wie sehr die Arbeitsbelastung an seiner Substanz zehrte. Ich weiß, er liebt uns und er tut alles für uns, für seine Familie. Jedoch war es oftmals aufgrund des Arbeitspensums und Mangels an Personal im Krankenhaus nicht möglich, bei uns zu sein.

Unsere Urlaube waren meist Freitagnachmittag bis Sonntag in der näheren Umgebung in Österreich. Es war nicht möglich, länger wegzubleiben. Für mich waren Semesterferien eine halbe Woche mit Papa gewesen, die zweite Hälfte war die Kollegin auf Urlaub und hatte etwas Zeit für ihre Familie. Die Überstunden wurden nicht ausbezahlt, sondern als Zeitausgleich abgegolten – theoretisch, denn Zeitausgleich war aufgrund des Facharztmangels nicht möglich. Dieses Pflichtbewusstsein, die Verantwortung den Patienten gegenüber und die Freude am Beruf zeichnet viele seiner ArbeitskollegInnen aus, wurde aber von Spitalsträgern eiskalt ausgenutzt.

Ich schreibe Ihnen nicht, um vorzujammern, dass meine Kindheit schlecht war. Das war sie nicht. Sie war zeitintensiver, manchmal vielleicht situationselastisch. Jedoch hat sie mir viele wichtige Werte vermittelt und ich würde sie gegen nichts eintauschen wollen. Ich denke, es gibt viele, die Ähnliches erlebt haben.

Daher, Herr Landeshauptmann, finde ich ihr „Angebot“, Ärzte sollen doch weiterhin bis zu 72h wöchentlich zu den bisherigen Verhältnissen arbeiten, nicht nur frech, sondern an Ignoranz kaum zu übertreffen. Diese Verhöhnung christlich-sozialer Werte kann ich nur mit Unverständnis quittieren.

Wie kann man es in Erwägung ziehen, einer gesamten Berufsgruppe EU-Recht zu verweigern?

Obwohl ich mit ansah, was das Gesundheitssystem mit hochmotivierten und engagierten
(Spitals-)Ärzten macht und sie zur Ernüchterung bringt … Was glauben sie, studiere ich?

Ich studiere Humanmedizin in Innsbruck, derzeit im 9. Semester. Weil es faszinierend ist, am Menschen zu arbeiten und weil mir die Medizin Spaß macht.
Derzeit verbringe ich ein Semester in Spanien, für mein praktisches Jahr (6. und letztes Studienjahr) habe ich einen Fixplatz für 2 Monate in der Schweiz und ich bewerbe mich derzeit in Schottland und Deutschland. Viele meiner Kollegen handeln ebenso, blicken über den Tellerrand, schnuppern in andere Länder und andere Gesundheitssysteme. Das heißt nicht, dass ich es von vornherein ausschließe, hier zu arbeiten. Einen Teil meines praktischen Jahres absolviere ich in Tirol und Oberösterreich.

ABER: Sie müssen einsehen, dass sich die Medizin im internationalen Wettbewerb um Ärzte befindet und die jahrelange Knechtung der Spitalsärzte nicht mehr konkurrenzfähig ist.

Ich bin nicht mehr bereit, alles zu opfern, um hier arbeiten zu können. Das will nicht heißen, dass mir weniger an den Patienten liegt oder ich weniger Interesse an der Medizin habe. Viele KollegInnen arbeiten freiwillig in Rettungs-/Hilfsorganisationen, wirken in Studentenprojekten zur Verbesserung praktischer Fertigkeiten, besuchen Kongresse und Fortbildungen. Leben für die Medizin. Genießen die Möglichkeit, diesen außergewöhnlich erfüllenden Beruf in Zukunft ausführen zu dürfen.
Aber ich bin nicht mehr bereit, alles zu opfern.

Ich will einmal Zeit für Familie haben.
Zeit, sie zu gründen und meine Kinder in deren Lebensphasen zu begleiten. Zeit für meine Liebsten haben.

Ich will Sport betreiben und Freundschaften pflegen.
Ganz im Sinne von Work/Life-Balance. Ich will trotz des Berufes gesund bleiben und auch ein „normales Leben“ außerhalb des Krankenhauses haben.

Ich will Wertschätzung von meinem Arbeitgeber erfahren.
Der weiß, was die Berufsbelastung mit sich bringt. Der mich unterstützt. Der Verständnis zeigt.

Ich will adäquat bezahlt werden.

Ich will in einem System arbeiten, das berufliche Fort-/ und Weiterbildung ermöglicht und Spitzenmedizin forciert.

Meine KollegInnen und ich – „die Nachwuchsmediziner“ – sind jung, topmotiviert, flexibel und derzeit Mangelware. Wir sind vernetzt und können uns sehr wohl ein Bild machen, wo die Unterschiede zwischen Arbeitgebern liegen, national und international.

Mir liegt etwas an der gesundheitlichen Zukunft Oberösterreichs. Daher bitte ich sie, machen Sie es meinen Mitstudierenden und mir möglich, auch in (Ober-)Österreich arbeiten zu können.

Markus Dobersberger

Student, 9. Semester Humanmedizin
Studienvertretung Humanmedizin Innsbruck
Oberösterreicher

25 Kommentare
  1. Ewald
    Ewald says:

    Einfach zum Nachdenken:
    Mein Sohn: Nach dem Zivildienst Medizinstudium in Innsbruck in kürzest möglicher Zeit. Turnus abgeschlossen, ist jetzt Sekundararzt im Krankenhaus und voll verantwortlich für sein Handeln und Tun, 30 Jahre alt.
    Meine Nichte, 20 Jahre alt, Diplomkrankenschwester, gerade mit der Ausbildung fertig geworden, findet im Krankenhaus schon alleine den Ausgang (verstehen sie mich nicht falsch, ich möchte hier ihre Leistungen nicht schmälern). Einkommensunterschied: Etwas mehr als die Volltankung eines MittelklassePKW.
    Wenn meine Nichte 30 Jahre alt ist, wird sie einen „gewissen Einkommensvorsprung“ haben. Wenn man sich ausrechnet wie lange es dauert, bis mein Sohn den „Einkommensvorsprung“ und die Ausgaben aus der Studienzeit aufgeholt hat, frage ich mich wofür mein Sohn sechs Jahre studiert hat.

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    • Andreas
      Andreas says:

      Und dann geht es „munter“ weiter: Weil der Akademiker sehr spät anfängt zu verdienen, erhält er sein Geld in einer kürzeren Lebenszeitspanne.

      Das bedeutet höhere monatliche „Teilbeträge“, als wenn er mit 15 Jahren zu verdienen begonnen hätte. Dafür „darf“ er 50% Lohn-/Einkommensteuer bezahlen.

      Total gerecht, unser Steuersystem, oder?

      FG Andreas

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  2. tina
    tina says:

    Ich bin eine potentielle Patientin und wünsche mir gut qualifizierte, hoch motivierte und ausgeschlafene Ärzte. Das gibt’s nicht zum NULL Tarif, daher fordere ich den LH als mir als Bürgerin Verantwortlichen (!) auf, ein faires und marktgerechtes Entlohnungsschema gemeinsam mit den Ärzten zu erarbeiten, nachdem er bisher offenbar geschlafen hat (die relevante EU Regelung gibts ja nicht erst seit gestern! )

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  3. barvock
    barvock says:

    niedergelassene Fachärzte mit Kassenvertrag brauchen weder Nacht noch Wochenenddienst zu machen. Der Scheinwert liegt um 15 € höher als bei den Allgemeinmedizinern. Wir Praktiker sind für die psychosoziale Grundversorgung zuständig, sollten die Patienten durchs System navigieren – was Erziehungsarbeit ohne Konsequenzen bedeutet, und beteiligen uns an den Nacht und Wochenenddiensten. Wenn wundert es, dass sich der medizinische Nachwuchs kaum interessiert für eine Praxis am Lande. Der erste Schritt wäre die Gleichstellung der Allgemeinmedizin mit den Fachärzten.- in jeder Hinsicht. Ein weiterer Punkt stellt sich mir in der Frage – wie wurden die Patienten in den letzten 30 Jahren durch die aufstrebende Medizin sozialisiert- mein Eindruck ist, dass die allermeisten Patienten glauben ein Arzt oder Facharzt ist immer und jederzeit und gratis zur Verfügung. Das fällt uns jetzt mit zunehmenden Ärztemangel auf den Kopf-

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  4. jpk
    jpk says:

    Ich bin hauptberuflicher Rettungsfahrer! Auch bei uns lässt die Bezahlung zu wünschen übrig. Was eigentlich auf so gut wie jeden Beruf im Gesundheitswesen zutrifft. Jeder Müllmann verdient mehr, bei wesentlich weniger Verantwortung. Aber das ist nicht mein Hauptanliegen hier.

    Ich mache regelmäßig Dienste als Fahrer beim Ärztenotdienst (ohne diese zusätzliche Einnahmequelle könnte ich meine Recgnungen nicht bezahlen als Familienvater bei 1300 netto Gehalt). Ich habe nicht nur einmal erlebt, dass der Arzt, mit dem ich unterwegs war, während einer EINSATZFAHRT eingeschlafen ist! Eben weil er gerade direkt vom Dienst im KH zum ÄND gegangen ist, und auch er/sie ohne diesem Nebenverdienst nicht überleben könnte!
    Die Österreicher sollten sich einmal due Frage stellen, ob sie sich wirklich von einem Chirurgen operieren lassen wollen, der gerade eine Doppelschicht hinter sich hat. Oder ob sie in ein Fahrzeug steigen wollen, das ein Rettungsfahrer lenkt, der seit 23 Stunden im Dienst ist, und der für die anderen Verkehrsteilnehmer auch noch mitdenken muss bei einer Einsatzfahrt!
    Unser System macht krank und zerstört Familien. Es wird Zeit, dass wir alle die Vogel Strauß Taktik ablegen.
    Jeder Patient hat das Recht auf einen ausgeschlafenen Einsatzfahrer, der ihn zu einem ausgeschlafenen Mediziner bringt, dem eine ausgeschlafene Krankenschwester/pfleger assistiert.
    Würden im Gesundheitswesen „normale“ Arbeitszeiten gelten, gäbe es auch viel weniger Unfälle und Kunstfehler!

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  5. Gerhard Reischl
    Gerhard Reischl says:

    Liebe Mediziner,

    ich bin selbst kein Arzt, möchte mich aber herzlich für Euren Einsatz bedanken. Ein guter Freund von mir ist Chirurg daher weiß ich von Erzählungen wie anstrengend es sein kann. Größter Respekt und Dankbarkeit für Euren Einsatz für alle Menschen in Österreich.

    Liebe Grüße,
    Gerhard

    Antworten
  6. sj
    sj says:

    Nach einem Turnus in einem Oberösterreichischen Landesspital – der im Nachhinein wirklich top war, und wo ich auch sehr viel gelernt habe, und einer Anstellung in der Steiermark hatte ich nach 4 1/2 Jahren Vollzeit Arbeitszeit ein Burnout….mit nicht einmal 30Jahren! ich möchte länger adäquat und gesund arbeiten können!!! – nur so kann ich für meine Patient/Innen auch wirklich da sein und meinen Beruf, den ich im Prinzip wirklich sehr gerne mache, auch ausüben! Ich möchte genug Zeit haben um für meine Ausbildung lernen zu können und ja ich möchte auch nebenbei ein „Leben!!!“ haben und für meine Partnerschaft und evt. Familie/Freunde genug Zeit haben -auch ich brauche das als Ausgleich – zu meiner anstrengenden und verantwortungsvollen Arbeit! Die Anforderungen in den Spitälern sind nicht mehr die gleichen wie vielleicht vor 30 Jahren. Überfüllte Ambulanzen, Nachtdienste in der sogenannten „Bereitschaft“ ohne Ruhezeiten, viele Dienste auf Grund von Personalmangel, auch untertags ungnädige Arbeitsanforderungen mit am Besten 5 Sachen zugleich…. auf Dauer macht das krank und ist einfach nicht schaffbar und einfach unmöglich! Und ich finde es einfach nur schlimm, dass wenn die EU endlich und Gott sei Dank! die Arbeitszeiten senkt, trotzdem wieder so viele unterschreiben, dass sie freiwillig weiterarbeiten wollen!
    Es macht mich traurig und stimmt mich einfach sehr nachdenklich, wenn ich bsp.weise einen niedergelassenen Facharzt als Patient besuche, der mittlerweile einen ausgeprägten Ruhetremor hat, weil er einfach überarbeitet ist, von den übermüdeten Spitalsärzten ganz zu schweigen! Es kann nicht sein, dass ich im Krankenstand jetzt schon Bauchweh habe vor dem Wiedereinsteigen! Ein Fabriksarbeiter hat in 8 Stunden Arbeitszeit insgesamt 1 Stunde an Pausen! Ein LKW Fahrer darf auch nur eine gewisse Zeit seinen LKW lenken! Ich glaube nämlich nicht, dass in Zukunft gleich viele oder mehr Ärzte in den Spitälern arbeiten werden – d.h. nämlich bestimmt, dass die, die dann länger dort sind wieder ein höheres Arbeitspensum haben werden….Nutzt doch diese Chance damit sich endlich was ändert!!!

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  7. Dr.Theresia Maier-Dobersberger
    Dr.Theresia Maier-Dobersberger says:

    Danke für diesen wichtigen „berührenden“ Brief.
    Ich habe in Wien gearbeitet – es waren alle Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Damals war die Drohung, „es warten Hunderte auf der Warteliste“ das steuernde Machtinstrument.
    Ich bin und war IMMER mit Leib und Seele Internistin. Habe heute einem Patienten erzählt, dass ich einmal nach einem 72 !!! Stunden Dienst nicht mehr wusste, wo mein Auto geparkt war. Ich habe Karriere gemacht, ebenfalls mit totaler Begeisterung mein Forschungslabor aufgebaut, jedoch in meiner FREIZEIT – diese Stunden waren vollkommen unbezahlt !!!
    Viele Ärzte – die viel für Ihre PatientInnen „übrig“ hatten – ich meine Empathie und Zuwendung – haben ihr Leben und oft auch ihre Familie geopfert….

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  8. drdrdr
    drdrdr says:

    meine gehaltserhöhung in der stmk.- als oberärztin angestellt- beträgt: ca. 50 euro netto …..soviel zum thema: alles geregelt! danke!! auch an die äk-stmk, dafür, dass sie noch mehr wohlfahrtsfondbeitrag von mir erhält als ich netto bekomme! oberösterreich kämpft weiter!!! lasst euch nicht über den tisch ziehen!! schaut euch genau an, was in die brutto-bezahlung reingerechnet wird (z.b. zulagen die ja vorher schon ausbezahlt wurden) und wieviel die äk dann mehr erhält- und ihr eben nicht….lg

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  9. Dr.Steurer Herbert
    Dr.Steurer Herbert says:

    Toller persönlicher Beitrag. Kann dem nach 34 Berufsjahren nur zustimmen. Könnten wir das in eine Diskussion in etwa Facebook übernehmen?

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    • drdrdr
      drdrdr says:

      ja, einfach auf (ein stückerl weiter oben) auf : teilen mit facebook klicken. sofern sie ein profil dort haben, erscheint der artikel dort.

      Antworten
  10. synonym
    synonym says:

    Sehr treffend auf den Punkt gebracht!!!! Mich wunder vorallem, dass trotz dieser Erfahrungen noch Motivation für ein Humanmedizinstudium über geblieben ist – ich hätte sie nicht mehr gehabt!
    Ich würde mit meinem Wissen von heute nie wieder Medizin studieren gehen und rate auch jedem (!!!) Famulaten sein Studium zu beenden…aus genau den hier genannten Gründen!!!!!!

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    • med_student
      med_student says:

      Das ist wohl genau der Punkt: Ich studiere auch Medizin, aber nicht weil viel Geld, tolle Arbeitszeiten oder sonstige Hirngespinste locken, sondern weil ein ehrliches Interesse an der Sache vorhanden ist, eine Freude an der Medizin und ihren Möglichkeiten, am Lernen, das auch über das Studium hinausgeht und an der Faszination dieses komplexen Organismus Mensch. Man muss wohl ein Stück weit Idealist sein, um das so sehen und durchziehen zu können und ja, vielleicht macht das System in seiner jetzigen Form einen irgendwann kaputt, aber wenn ich mir meine Kommilitonen ansehe, habe ich Hoffnung, dass sich ein großer Teil von ihnen gerade wegen ihrer Freude an der Medizin für Veränderungen einsetzt und dann auch das Durchhaltevermögen hat, damit sich wirklich etwas ändert.

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      • synonym
        synonym says:

        Genau diesen Idealismus hatte ich auch einmal…lange ist es her! Leider hat mich der Berufsalltag etwas anderes gelehrt! Ich liebe meinen Job, er ist der schönste der Welt, aber die Arbeitsbedingungen und die Umgangsformen sind unter jeder Kritik. Das hat leider schon auf der Uni angefangen und zieht sich nun weiter.
        Meine Kritik gilt nicht nur der Politik, sondern auch unserer Standesvertretung, welche es ebenso viele Jahre verschlafen hat einzugreifen! Jede andere Standesvertretung oder Gewerkschaft hätte bei einem solchen Gesetzesentwurf vor 10 Jahren sofort reagiert, außer die ÖÄK! …oder glaubt jemand etwa, dass eine Krankenschwester, ein Metaller oder Lehrer bei einem so wesentlichen Entscheid darauf gewartet hätte bis von Außen (sprich EU) Druck auf die Politik ausgeübt wird?

        Antworten
  11. MR Dr. Franz Auzinger
    MR Dr. Franz Auzinger says:

    Mit so einer ehrlichen und mutigen Einstellung könnte sich doch noch etwas ändern.
    Die Mehrheit der Ärzteschaft meiner Generation war und ist zu feige, sich zu wehren. Deshalb konnte auch nie wirklich Druck auf das System ausgeübt werden-die Ärztevertretung kann nur tun, was die Mehrheit tun will !!
    Ich selbst habe das System nach fast 32 Jahren landärztlicher Tätigkeit mit ähnlichen Belastungen wie dein Vater vorzeitig (mit 61 Jahren) und frustriert verlassen, um mein eigenes Leben zu retten.

    Antworten
  12. walkner
    walkner says:

    so ein tolles schreiben, gratuliere! und es macht mich außerdem ziemlich wütend über den ganz besonders ignoranten und präpotenten und vor allem verlogenen landeshauptmann pühringer, der völlig kaltschnäuzig in den medien mit falschen (gehalts)zahlen und falschen gegebenheiten zum ärztearbeitszeitgesetz um sich wirft. unsympathisch. und vor dem außerdem die interviewenden journalisten offensichtlich im staub kriechen und sich nirgendwo nachzuhaken trauen. armselig.

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    • Unbekannt
      Unbekannt says:

      … noch 5 Monate, dann habe ich es endliche geschafft – die Matura.
      Und danach? Humanmedizin studieren? – soll ich?!…Das ist, wovon ich seit meiner Kindheit träume. Halt nein, stimmt doch gar nicht, Tierarzt wollte ich werden, während meiner Kindergartenzeit. Ach wie schön das war, damals, als ich die Sprache der Tiere noch verstehen konnte… Ja, ich konnte mit ihnen sprechen! – und mit meiner Puppenfamilie! …“Einmal möchte ich eine echte Familie gründen, möchte Kinder haben, Mutter sein. – Dann studiere nicht Medizin! Alles, nur nicht Medizin!
      Doch wenn es das ist, was ich machen möchte?!
      Das Medizinstudium, der Beruf Arzt, mein Traum seit Beginn meiner Hauptschulzeit. – Ein Traum, aber die Realität?! >>Überstunden, ungerechtes Gehalt, kaum Zeit für ausführliche Gespräche zwischen Arzt und Patient<< …Ergreife einen anderen Beruf!
      Doch wenn es das ist, was ich machen möchte?
      Einmal möchte ich eine Familie haben, ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen, für sie da sein – Mama sein! … Also doch Tierarzt? Ein Beruf mit dem ich leben könnte? – Nein!
      Was möchte ich einmal werden? „Mir stehen alle Möglichkeiten offen, ich bin jung. Mir steht die Welt offen!“
      Ich möchte Arzt werden! … „Wir raten unseren Kindern davon ab, Medizin zu studieren, …“, waren das nicht die Worte des Pflegepersonals letzte Woche im Krankenhaus? – die müssen es wohl wissen, haben genügend Erfahrung, kennen die Situation… Ja, der Arzt von der Visite wirkte ziemlich müde, wie lange meinte er war er bereits im Dienst? 21 Stunden? 23 Stunden?… Ich kann mich nicht mehr erinnern…
      <>
      Nein!
      5 Monate bis zur Matura! – Suche dir einen anderen Beruf, studiere etwas anderes! Studiere nicht Medizin! Von allen Seiten höre ich es! Studiere NICHT Medizin!
      Doch wenn es das ist, was ich machen möchte?!

      ÖO Ärzte – Kämpft weiter! – Damit die Entscheidung über das Studium für die nächsten Generationen zumindest etwas leichter wird. Wir brauchen unsere Ärzte!

      Eine angehende Maturantin

      Antworten
      • Andreas
        Andreas says:

        Studiere Medizin, wenn Du bereit bist, gleich danach ins Ausland für Ausbildung und Arbeit zu gehen. Du kannst Dir Deine Wohnung als Ferienwohnsitz behalten und warten, bis die österreichische Politik aufwacht und die Ärztevertreibung beendet (das könnte allerdings noch einige Jahrzehnte dauern…)
        FG Andreas

        Antworten
      • Sebastian
        Sebastian says:

        Studier Medizin! Ich glaub das ist derzeit eine der spannendsten Dinge die man machen kann… Der Fortschritt / Die Neuerungen – unglaublich. Es muss nur noch in die Praxis umgesetzt werden…Mach Teil des Studiums / deine Facharztausbildung dann in GB oder USA oder Australien. Bis du damit fertig bist wird es hier auch wieder gut sein!

        Antworten

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