Alternative Heilmethoden

Als letztes Bundesland hatte Oberösterreich begonnen, über die Ärztearbeitszeiten zu verhandeln. Am 9. Dezember die erste Verhandlungsrunde anzusetzen für ein Problem, das bis 1. Jänner gelöst werden hätte sollen, das war – naja, nennen wir es mal so – grenzenlos optimistisch.

Es wird also Zeit für alternative Überlegungen:
Vorschlag 1: Mehr Nonnen und Mönche in die Krankenhäuser! Vielleicht klappt es ja mit dem „Gesundbeten“. Als ehemaliger Religionslehrer müsste sich unser Herr Landeshauptmann damit auskennen.
Vorschlag 2: Äpfel verteilen. Denn ein Sprichwort sagt „An apple a day keeps the doctor away“. Das würde auch das Absatzproblem der österreichischen Apfelbauern beheben. Und damit, was Ärzte fern hält, kennt sich die Landespolitik ja bestens aus.
Vorschlag 3: Das AMS bietet Umschulungen zum Wunderheiler an. Dann wird auch die Arbeitslosenstatistik wieder ansehnlicher.

Es tut mir leid, aber ich kann nicht ernsthaft bleiben bei diesem absurden Schauspiel. Und es wäre ja auch zum Lachen, ginge es nicht um die zusammenbrechende Gesundheitsversorgung hier bei uns in Oberösterreich.

Per Mail von einer Spitalsärztin aus OÖ

9 Kommentare
  1. Heribert
    Heribert says:

    Seit 2 Jahren bin ich nicht mehr in Österreich.
    Der Wechsel hat aber weder mit, der Gesundheitsreform, mit den Gehältern oder der Arbeitszeiten zu tun.
    Ich arbeite aktuelle mehr als in Österreich und verdiene tendenziell weniger.

    Mangel an Perspektiven, schlechte Ausbildung und Stellenvergabe nur über Kontakte und nicht Aufgrund von Qualifikation waren meine Beweggründe.

    Ich bin der Meinung und schließe mich da den Forderungen an, dass Arbeitszeiten und Arbeitsbelastungen, wie sie aktuell v.a. von Jungärzten oder speziellen Fachdisziplinen praktiziert werden „unmenschlich“ sind. Ich bin der Meinung, dass der effektiv bezahlte Stundenlohn viel zu gering ist. Aber ich bin auch der Meinung, dass eine einschneidende Gesundheitsreform (Reorganisation und auch Gesetzesänderungen) notwendig sein wird und dass die Diskussion aufgrund von Fakten geführt werden soll und Bemerkungen wie ein höhnisches Formulieren wie „Religionslehrer“ oder wie von mir selbst: kein „Rückgrat“……nicht zu einer Diskussion beitragen und daher gelöscht werden sollten.

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  2. Heribert
    Heribert says:

    Ich will nicht den Landeshauptmann in Schutz nehmen und ich bin der Meinung dass kein Politiker (oder auch Arzt) der Karriere gemacht hat „heilig“ ist.
    Meine einzige Aussage zu diesem Artikel ist, dass er nichts gutes zur Diskussion beiträgt.
    Der Umstand dass der Landeshauptmann ursprünglich Religionslehrer war, ist kein negativer und wird von Ärzten immer bewusst höhnisch ausgesprochen. Zumindest war das noch so wie ich in OÖ beruflich tätig war.

    Die Ärzte müssen überhaupt nichts ausbaden, ich ärgere mich immer dass die Masse meiner Kollegen einfach kein Rückgrat hat. Die Spitalsreform gehört weitreichend erweitert, die Leistungen gekürzt und das Arbeitsfeld komplett erneuert. Nur dann wird sich was ändern. Leider geht es in Österreich immer nur um die eigenen 4 kleinen Wände und jeder hat Angst abgegraben zu werden, daher war bisher nie eine durchgreifende Reform zu verwirklichen.
    Wir haben nicht zuwenig Ärzte, sondern zu viele, das Aufgabenfeld ist einfach falsch. Die Kompetenzen werden nicht richtig geordnet und somit nicht effektiv eingesetzt.

    Naja…..lange Diskussion, jeder der bereits die Gelegenheit hatte, in anderen Gesundheitssystemen zu arbeiten weiß wovon ich spreche. Ressourcen Verschwendung zur rechtlichen Absicherung und falsche Ressourcen- und Kompetenzverteilung sind kein Qualitätsmerkmal eines Systems.

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  3. Mark
    Mark says:

    „Selbst als Arzt und ehemaliger Katholik, kann ich nur bestätigen, dass Ärzte weniger Moral, Ethik oder Menschenliebe haben, als eine
    Nonne, Mönch oder eine Religionslehrer. … Ernsthafte Argumente und Informationen, sollten hier der Bevölkerung zur
    verfügungsgestellt werden. Dieser Beitrag ist würdelos und entzieht sich jedem weit interpretierten Humor.“

    hmmm…. Ärzte weniger Moral als Nonne, Mönch oder Religionslehrer … hmmm … unvorstellbar bescheuerter Vergleich …
    Der Beitrag entzieht sich „jedem weit interpretierten Humor“ …. hmmmm… auch sehr bescheuerte Formulierung …

    Was soll man dazu bloß sagen … am besten gar nichts, oder?
    Mist, zu spät !

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  4. Heribert
    Heribert says:

    Ich würde die Ärzteschaft und die Betreiber dieser Homepage bitten, diesen Eintrag unmittelbar zu entfernen!!!
    Diese zynischen Bemerkungen zum Religionslehrer und dem Landeshauptmann, sind keine Mittel die in einer solchen Diskussion durch den Dreck gezogen werden sollen.

    Selbst als Arzt und ehemaliger Katholik, kann ich nur bestätigen, dass Ärzte weniger Moral, Ethik oder Menschenliebe haben, als eine Nonne, Mönch oder eine Religionslehrer.

    Ernsthafte Argumente und Informationen, sollten hier der Bevölkerung zur verfügungsgestellt werden. Dieser Beitrag ist würdelos und entzieht sich jedem weit interpretierten Humor.

    Antworten
    • Pöstlingberg
      Pöstlingberg says:

      Moralpredigten braucht man hier überhaupt nicht. Wenn Sie schon Kritik über wollen, am Inhalt OK, aber der LH ist bei Gott kein Heiliger und was er mit der überhasteten, nicht ordentlich durchdiskutierten Spitalsreform angerichtet hat, müssen jetzt die o.ö. Ärzte ausbaden, auch Sie! Wie sagte doch der Ex.NR.-Präs. Kohl treffend: „Aus dem Amt, aus der Verantwortung“ und díese Chance sollte man Pühringer nicht lassen!

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    • Molli
      Molli says:

      Als Ärztin und AKTIVE Katholikin kann ich in KEINSTER Weise bestätigen, dass Ärzte weniger Moral, Ethik oder Menschenliebe haben, als eine Nonne, Mönch oder eine Religionslehre.

      Abgesehen davon wird das in dem Beitrag auch in keinster Weise behauptet…

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      • Edith
        Edith says:

        Ich glaube, hinter Heribert versteckt sich entweder ein Gesandter der Politik oder ein Arzt, der aktuell in keinem oder schon sehr lange nicht mehr in einem österr. Spitalssystem gearbeitet hat, denn sonst würden nicht solche Bemerkungen kommen. Ernsthafte Argumente und Informationen werden schon seit Wochen, Monaten, Jahren bezgl. der Ärzteschaft verbreitet, aber nicht gehört , da bleibt nur mehr Ironie und Zynismus. Ihre Einstellung ist beleidigend gegenüber der Masse der Ärzte ohne Rückgrat (??)

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  5. Dr. Michael Mohr
    Dr. Michael Mohr says:

    Es ist ja nicht nur, dass erst am 9.12.14 Verhandlungen angesetzte wurden für etwas was seit 2003 beschlossen und 2004 hätte umgesetzt werden müssen. Mit entsetzen habe ich gelesen, dass eben dieser LH Pühringer bereits 2011 mit massiven Druck verhindert hat, dass 2011 die Ärztearbeitszeit vermindert wird und dass die max Dienstzeit von 32 auf 25h begrenz wird. LH Pühringer hat dies damals als „unnotwendig“ bezeichnet, weil er eine Erhöhung der Personalkosten befürchteten. Und das vor dem Hintergrund, dass Österreich dass schon 2004 hätte umsetzen müssen! Jeder normale Mensch der bis drei zählen kann, weiss, dass niemand dauerhaft gute Leistungen erbringen kann. aber weil der liebe LH Geld für seine Uni und weiss der Teufel was braucht, findet er 32h Dienst am Stück für Ärzte als angemessen. Der kalkuliert eiskalt mit der Gesundheit der Ärzte und Patienten. Und dieser LH will uns jetzt, nachdem die EU mit maximaler Strafandrohung Österreich gezwungen hat sich an Gesetzt und Ordnung zu halten Dumm kommen??!!

    http://derstandard.at/1311802963905/Noch-heuer-Arbeitszeit-von-Spitalsaerzten-soll-reduziert-werden
    http://www.oegam.at/fileadmin/user_upload/oegam.at/Newsletter/Der_Standard_EU_mahnt_Österreich_zu_kürzerer_Arzte-Arbeitszeit.pdf

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