Abwarten und Tee trinken

Der Advent ist bekanntlich die Zeit des Wartens. Aber mehr noch als auf Weihnachten freue ich mich auf den Jahreswechsel. Denn dann ist Schluss mit 70-Stunden-Wochen im Krankenhaus. Dann lass ich nach 48 Stunden die Mauern des Spitals hinter mir.

über das Werkl namens Gesundheitssystem

Nur: Wer macht dann die ganze Arbeit? Wer diktiert die ganzen Arztbriefe, wer sichtet all die Befunde? Wer macht den ganzen Papierkram, für den ich jeden Tag Überstunden mache? Müssen PatientInnen dann einen Tag länger bleiben, weil erst morgen wieder jemand da ist, der die Entlassungspapiere schreibt? Nehmen wir dann weniger PatientInnen auf, weil sich mehr Arbeit in weniger Zeit einfach nicht ausgeht?
Es kann nicht meine Sorge sein. Ich bin nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Der gut bezahlte Mechaniker sitzt im Landhaus in Linz. Es ist sein Job, das Werkl namens Gesundheitssystem am Laufen zu halten. Dafür wurde er von den OberösterreicherInnen gewählt, das ist sein Auftrag.

über Vorfreude

Ich lehne mich zurück, mit einer Tasse Tee in der Hand (Kaffee trinke ich in der Arbeit ohnehin zu viel), und warte ab, voll Vorfreude – nicht auf das Christkind, sondern darauf, dass ich endlich Lebensqualität zurückbekomme.

Per Mail von einer Spitalsärztin aus Oberösterreich

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