80 zu 1 – oder 35 Kilometer in 25 Stunden

Wochenende auf einer Abteilung für Innere Medizin
…und ich habe Verantwortung für etwas mehr als 80 PatientInnen. Die allermeisten davon hab ich noch nie zuvor gesehen. Das einzige, was ich von ihnen weiß ist das, was in ihren Fieberkurven steht, aber die Gelegenheit, mir bei der Visite einen Überblick zu verschaffen, habe ich leider nicht. Denn es warten schon vier Neuaufnahmen. Ich erkundige mich bei den Schwestern, welcher Patient mich zuerst braucht und weiß es zu schätzen, dass ich mich auf ihre Erfahrung verlassen kann.

Den ganzen Tag
…laufe ich auf Abruf von einem Patienten zum nächsten, permanentes Trouble-Shooting. Von Montag bis Freitag bin ich eine bessere Sekretärin und am Wochenende bin ich dann plötzlich Managerin für mehrere Stationen. Darauf haben mich die Jahre an der Uni nicht vorbereitet. Aber ich habe großes Glück: Mein Oberarzt unterstützt mich, wo er kann und ist für mich jederzeit greifbar, wenn ich Fragen habe. Dass das nicht selbstverständlich ist, höre ich jeden Tag von vielen KollegInnen, die völlig alleine gelassen werden.

Nach 25 Stunden
… in denen ich laut Schrittzähler 34,8 Kilometer durch Krankenhausgänge gelaufen bin, darf ich die 80 PatientInnen endlich meinen KollegInnen übergeben. Mittlerweile kenne ich die meisten davon ja.

Per Mail von einer Turnusärztin in Oberösterreich

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